Spermbot: Außenbordmotor für Spermien soll ICSI ersetzen

Eine kleine Spirale soll langsamen Spermien auf die Sprünge helfen

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Langsamen Spermien zu mehr Geschwindigkeit zu verhelfen ist nicht so einfach. Oft fehlen behandelbare Ursachen und es gibt nur wenige Tipps und Tricks, wie man die Spermienqualität verbessern kann. Abhilfe soll ein Spermbot schaffen: Ein kleiner Motor soll den Spermien helfen, die Eizelle zu erreichen.

Oliver G. Schmidt, Mariana Medina-Sánchez und ihr Team am Institut für Integrative Nanowissenschaften des Leibniz-IFW Dresden und an der TU Chemnitz haben für ihre Forschung auf diesem Gebiet den Leibnitz-Preis bekommen. Die kleinen Vehikel lassen sich dann mitsamt der Spermien durch Magnetfelder in Richtung Eizelle steuern. Damit soll auf lange Sicht eine künstliche Befruchtung mit der ICSI nicht mehr notwendig sein. So zumindest die Idee der Forscher. Hier kann man sich einen solchen kleinen Motor bei der Arbeit anschauen: Erst werden die Spermien eingefangen und dann per Magnetfeld zur Eizelle befördert:

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Spermbot als ICSI-Ersatz

Letztlich läuft das auf eine Intracytoplasmatische Spermieninjektion „in Vivo“ – also in der Frau – und nicht im Reagenzglas („in vivo“) hinaus. Das hier gezeigte Video zeigt den Vorgang jedoch auch in Vitro und es stellt sich die Frage, wie man den Spermbot so genau zur Eizelle bringen kann, wenn die Eizelle in der Frau verbleibt. Die Forscher hoffen, dass dies durch bessere bildgebende Verfahren möglich sein wird. Nun ja, bei der Eizelle handelt es sich um eine 0,2 Millimeter großen Struktur. Ein solch kleines Objekt durch die Haut im Becken der Frau mit bildgebenden Verfahren lokalisieren zu wollen, ist vielleicht irgendwann möglich, aber nicht in diesem Jahrhundert. Vielleicht im 23. Jahundert, Mr. Spock?

Ok, offenbar auch dann noch nicht. Vermutlich wird er dereinst die Ergebnisse einer Studie, die sich mit der Frage beschäftigt, ob Spermien im Weltall fruchtbar bleiben, deutlich relevanter finden.

Ich finde die Idee, auch die künstliche Befruchtung nicht mehr in der Petrischale stattfinden zu lassen, sondern direkt im Eileiter der Frau ebenfalls „faszinierend“. Und auf jeden Fall kann es nicht genug Leute in der Wissenschaft geben, die gründlich herumspinnen. Aber man muss damit leben, dass es von ersten „Spinnereien“ bis zur Anwendung in der Medizin ein sehr weiter Weg sein kann.

Mehr Details – mit ein paar Schlenkern in die Diskussion um die Notwendigkeit eines Fortpflanzungsmedizingesetzes – finden Sie in der Online-Ausgabe der ZEIT.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Libby1234 schreibt

    Ich stimme Mr. Spock zu: Faszinierend. Nahezu unglaublich sogar! Es ist ja noch nicht April, sonst hätte ich es für einen Scherz gehalten 🙂

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Für den April-Scherz gab es ja sogar den Leibniz-Preis 😉
    Ja, ziemlich abgefahren…

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