Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Kinderlose Paare retten das Klima

Der Spiegel geht mit einer "provokanten These" steil

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Für die einen ist es eine provokante These, aber überdenkenswert, andere erkennen Parallelen zu kruden Gedankenexperimenten, die epidemisch auftretende Infektionskrankheiten zur Regulierung des Bevölkerungswachstums herbeisehnen.

Wie auch immer. Unter der Überschrift „Kinderwunsch streichen, Klima retten“ mit dem Subtitel „Provokante These“ beschäftigt sich der Spiegel mit einem Artikel aus Environmental Research Letters. Dort kommen die Forscher zu dem Schluss, dass keine oder weniger Kinder zu bekommen, das Klima bei weitem am besten schonen kann:

Ein Kind weniger, das entspricht in der Studie dem Einsparen von 58,6 Tonnen Kohlend
ioxid im Jahr (die Emissionen anderer Treibhausgase wie Methan wurden entsprechend umgerechnet und sind enthalten). Ohne Auto leben: 2,4 Tonnen jährlich. Recyceln: weniger als 0,2 Tonnen jährlich.
The European“ nimmt dazu Stellung und wundert sich, dass der Spiegel diese Thesen überhaupt ernsthaft diskutiert. Man erlebt ein „totalitäres Déja vu“:
„Der Verhaltensforscher und Umweltaktivist Konrad Lorenz bekannte in einem seiner letzten Interviews: „Gegen Überbevölkerung hat die Menschheit nichts Vernünftiges unternommen. Man könnte daher eine gewisse Sympathie für Aids bekommen.“
Für ungewollt kinderlose Paare sind diese und andere Thesen zur Umweltbilanz der Kinderlosigkeit sicher kein Trost, sondern eine Unverschämtheit. Wer sich vom SPIEGEL-Artikel provoziert gefühlt hat, wird ein wenig Trost beim The European finden.

Quelle Spiegelartikel Enviromental Research Letter The European
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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Merle_77 schreibt

    Oder anders ausgedrückt: Paare in Kinderwunschbehandlung arbeiten am Weltuntergang?!

  2. Elmar Breitbach schreibt

    So ist es. Weltverschwörung…

  3. PepperAnn schreibt

    Puh,ich dachte immer die Aliens, Nazis oder eine Mischung aus beidem sind der Weltuntergang. Zumindest wenn man einigen seriösen Fernsehsendern mit Laufband
    glauben darf . Paare mit Kindern sind mir da echt lieber

  4. Silke schreibt

    Schade, dass der Spiegel das Sommerloch nicht etwas kreativer füllen kann. Eigentlich Zeitverschwendung sich darüber aufzuregen oder?

  5. Elmar Breitbach schreibt

    @ Silke: Nein.

  6. MissMolli schreibt

    Musste über den Artikel ne Weile nachdenken. Frage mich warum Wissenschaftler sowas überhaupt berechnen, welchen Sinn hat das? Alles was bestimmte Grenzen überschreitet – und sich Kinder zu wünschen und (hoffentlich) zu bekommen gehört definitiv dazu – sollte überhaupt nicht als Option in solche „Berechnungen“ einbezogen werden. Muss an die Ein-Kind-Politik in China denken, so utopisch (oder eher dystopisch) ist das Thema leider nämlich nicht. Und was solche Entscheidungen für teilweise gruselige Konsequenzen haben…brrrr… kann man ja nachlesen.

  7. Gabby Simpson schreibt

    Na, da bin ich aber froh, dass ich der Gesellschaft wenigstens diesen Dienst erweisen kann, wenn ich schon keine Rentenzahler produziere *ätz* .

  8. Libby1234 schreibt

    Noch eine provokante These: Sollten wir dann nicht alle auch mal über umweltverträgliches Frühableben nachdenken? So ließen sich doch sicher auch etliche Tonnen Kohlendioxid einsparen.

    Da wollte wohl ein Journalist oder ein Magazin einfach nur Aufmerksamkeit. Schade, dass es auf so dumme Weise versucht wird. So was sollte man am besten einfach nicht ernst nehmen.