Überall Mütter mit guten Ratschlägen


Wie fühlt man sich da als kinderlose Frau mit Kinderwunsch? Das wird sehr anschaulich und treffend von K. Janeway in der NGZ-online beschrieben:

Macht man jedoch den Fehler mit einem launigen „Wir üben noch“ zu kontern, gibt es kein Halten am saisonal dekorierten und in Eiche natur gebeizten Esstisch mehr. Besonders gut gemeinte Ratschläge schlagen einem lauthals aus allen vier Himmelsrichtungen entgegen. „Zwei Tage vor dem Eisprung klappt es am besten“, „3 Tage nach Vollmond bist Du am fruchtbarsten“, „Mach’ nach dem Sex immer eine Kerze, damit das Sperma optimal aufgenommen wird“, „Habt Ihr schon über In-Vitro nachgedacht?“ Gerne wird in rein weiblicher Runde auch die Frage nachgeworfen „Weißt Du denn, ob er überhaupt kann?“, und die darauf folgende sensationslüsterne Stille wird nur durch das Schreien von Jan-Christian unterbrochen, der die kleine Pistole eines seiner Playmobil-Männchen in seine Nase gesteckt hat.

Ja, der Artikel ist auch fies, richtig fies. Gegenüber den glücklichen Müttern aus der Nachbarschaft. Aus verständlichem Neid und genervt von den heiligen Johannas der Windelberge:

Ja, verdammt, ich bin neidisch. Auch auf das Gepupse von Samantha-Chantal. Ich will eine mit Spinat besudelte Jeans haben und Ränder unter den Augen. […] Und erzählt mir nicht, dass meine fruchtbarsten Tage zwischen dem 12. und 15 Zyklustag liegen. Das weiß ich selbst, ihr Muttis, ihr!

Wirklich lesenswert. Der komplette Artikel hier.


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8 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    also, ich kenne jetzt beide seiten; heftigen kinderwunsch und erfüllten kinderwunsch. beide "welten" haben ihre besonderheiten, besondere empfindlichkeiten, besondere sichtweisen…vielleicht sogar besondere frisurstile (…gröhl…!)
    unterm strich bleibt einfach nur zu sagen: ist immer eine frage, wie weit frau sich ins jeweilige cliche hineinziehen lässt…kinderfreie zeiten (auch bei bestehendem kiwu!) sind was feines, weiss man aber gerade da nicht zu würdigen…und bewusst freigenommene zeiten vom erfüllten kiwu, sind auch was feines (wenn man sich als mutter traut dazu zu stehen, das zu wollen und zu brauchen)…meint: hat man sich als frau selbst definiert und steht auch dazu, dann gehen die leute, die meinen das cliche leben zu müssen einem eigentlich am ***** vorbei…eigentlich 😉
    bitterkeit der jeweiligen rolle (ungewollt kinderlos v. übermutter mit kurzhaarschnitt) gibt es übrigens ausgeprägt auf beiden seiten…nervt auch immer…am meisten einen selbst 🙂

  2. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    naja, das Problem ist die Überforderung…
    bei jeder Rolle.

    Grüßle
    S.

  3. Elmar Breitbach
    Nella schreibt

    die Fragen der anderen…. sind ja nicht bös gemeint. Wenn man selbst sofort oder sogar ungewollt ss wurde, dann kann man sich nicht vorstellen, dass es anderen schwer fällt. Wie die, die unproblematisch stillen können, dies für das Normalste halten. Wie die ewig Schlanken nicht akzeptieren können, dass es anderen schwer fällt, das Gewicht zu halten oder gar abzunehmen….
    Die meisten Menschen wissen nicht, dass jedes 7. Paar ein Problem hat, bei der Zeugung von Kindern. Sonst würde vielleicht sensibler damit umgegangen. Und da muß ich mir an die eigene Nase fassen: ich habe zwar erzählt, dass es unwahrscheinlich ist, dass ich je ein Kind haben werde. Was das Nachfragen "wann ist es soweit" reduziert hat. Aber den Mut zu erzählen WIE ich an das Kind gekommen bin, den hab ich nicht. So denken die anderen: als sie nach vier Jahren nicht mehr dran dachte – schwupps war sie schwanger….und es scheint sogar noch im Urlaub passiert zu sein, denn direkt nach Transfer bin ich weggefahren….
    Aufklärung wäre bitter nötig!
    Feige Nella

  4. Elmar Breitbach
    Lonly lovegood schreibt

    …Selten so laut gelacht… habe den ganzen Artikel gelesen….wirklich zu empfehlen… und hab mich in vielen Aussagen wieder entdeckt… herzlich wütend… herzlich treffend… glaube das dass Schreiben eine herzlich angeneheme Art ist mit unerfülltem kinderwunsch umzugehen, immer gepaart mit einem Schuss Humor und Offenheit, denn nur wer laut lachen kann über sich selbst und andere, dem liegt die Welt zu Füßen…

  5. Elmar Breitbach
    tanja schreibt

    toller artikel, sehr humorvoll sehr treffend.

    allerdings die kommentare dazu unten drunter sind wirklich wieder typisch und genau von solchen leuten verfasst, die die autorin angesprochen hat. spricht doch wieder ein mann an, dass es in seinem bekanntenkreis geklappt hat, als sie sich wegen dem kiwu nicht mehr so gestresst haben. na super, irgendwas mach ich falsch………..

  6. Elmar Breitbach
    Julie schreibt

    Einfach nur gut, der Artikel.

    Nellas Feigheit kann ich gut verstehen.

  7. Elmar Breitbach
    müllerchen schreibt

    habe den artikel mit einem weinenden und einem lachenden auge gelesen. meine kiwu-zeit ist ja noch nicht lang her, und nun bin ich muddi-mit praktischer kurzhaarfrisur und blonden strähnen im roten haupthaar*lol* (die frisur war allerdings schon lang vor emil da:-) )
    nichts fand ich schlimmer, als auf ein kind zu warten. die schwangeren, die babies zu sehen tat mitunter sehr weh. jetzt ists zwar auch mitunter nervig, wenn söhnlein brilliant rumnöhlt, nicht in den schlaf findet, mich am arbeiten und schlafen hindert, ich am sonntag herrn schneider live im stadtpark verpasse aufgrund emils heulsusen-arien: aber trotzdem oder gerade deswegen ist emil das beste, was mir passieren konnte – dank der hilfe meines fruchtbarkeits-doktors 😉
    ich wünsche mir nur sehr, daß die gesellschaft offener wird für die problematik der ungewollten kinderlosigkeit. ich stelle mir auch schon mitunter die frage, wie ich es später meinem sohn erzählen werde, unter welchen umständen er entstanden ist…
    liebe grüße, annette

  8. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    Ein toller Artikel! 🙂