Don´t feed the trolls


Im Kinderwunsch-Forum kommen immer mal wieder Beiträge, von Frauen, die den anderen Mut machen möchten, indem sie von einer überraschend eingetretenen Schwangerschaft berichten. Meist zu einem Zeitpunkt, wo sie es schon lange aufgegeben haben, an die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu glauben.

Wird dieser Beitrag von jemandem erstellt, der sich schon längere Zeit in diesem Forum „umgetan hat“, dann stößt eine solche Nachricht sicherlich auch auf stillen Neid, im Wesentlichen löst sie aber Glückwunsch-Arien aus.

Nicht selten werden solche Beiträge aber von unregistrierten Besucherinnen verfasst und sind garniert mit guten Ratschlägen („Man muß nur loslassen, dann klappt es schon“), für den Weg zur Schwangerschaft. Diese stossen immer häufiger auf -vorsichtig formuliert- ablehnende Reaktionen. Es wird vermutet, dass diese Beiträge ausschließlich geschrieben werden, um eine schlechte Stimmung im Forum zu schüren. Die Hauptprotagonisten vergessen dabei leicht, dass

  • die zum Teil übertriebenen Reaktionen erst recht die Stimmung im Forum beeinträchtigen
  • Die Meldungen in der Tat auch von langjährigen stillen Leserinnen des Forums in bester Absicht geschrieben worden sein könnten
  • Es in der Tat so sein kann, dass man früher sehr häufig im Forum gepostet hat, dann jedoch längere Zeit nicht mehr und daher die Daten zum Login nicht mehr vorhanden sind. Das Forum geht jetzt demnächst ins 8. jahr seines Bestehens, niemand -nur ich- ist so lange hier auf dieser Seite unterwegs

Ich bezweifle nicht, dass es wirklich gelegentlich so ist, dass jemand einen solchen Beitrag ausschließlich schreibt, weil sie weiß, dass die Reaktionen negativ sind („Trolling“). Zu diesem Thema gibt es in Foren und Newsgroups den Satz: Don´t feed the trolls:

Do not feed the trolls!, „Füttere keine Trolle!“, ist eine inzwischen gängige Aufforderung an Teilnehmer von Newsgroups und Foren, einem Provokateur nicht mehr zu antworten. Der Troll wird sich dann mangels wütender Reaktionen auf seine Postings aus Langeweile zurückziehen und andere Orte im Internet aufsuchen, um dort einen flamewar anzuzetteln. Während die einfacheren Naturen unter den Trollen – und davon gibt es viele – nur plump provozieren, und sich dann damit zufrieden geben, beschimpft zu werden, ist es das Ziel eines gewiefteren Trolls, Streit und Uneinigkeit in einer Gruppe zu säen. Und sie schaffen dies auch oft dadurch, dass sie herausfinden, welches Thema in einer Gruppe zu einem Konflikt führen könnte, und genau dieses auf geschickte Art und Weise anzusprechen. Der Sprengsatz ist schon vorhanden, sie legen nur die Lunte und zünden sie dann an. Hier der ganze Text

Um aber etwas Sinnvolles antworten zu können, wurden jetzt im Wiki ein Text erstellt, der sich dem Thema „Mutmachpostings“ widmet. Ein weiterer findet sich hier. Wer also zu diesem Thema etwas zu sagen hat, ist herzlich eingeladen, diesen Text zu verändern oder zu komplettieren. Und wenn ein solches Posting wieder im Forum auftaucht, dann reicht der Link zu diesen Artikeln. Mehr muss man dann auch nicht schreiben, denn

Don´t feed the trolls


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9 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Fein 🙂

    Wobei ich denke, dass meist die "Mutmacher" keine Trolls sind, sondern schlichte Dumpfbacken, die nicht wirklich vorher im Forum die Befindlichkeiten erkundet haben – was sie hätten, wären sie lange Zeit user gewesen. Und ich bin ja auch schon etwas länger da und kenn dann die, die sagen, vor zwei Jahren (!) war ich superuser meist nicht… denn die sog. Dumpfbacken posten ja meist als Gästin, und man sieht die Mailadresse dann unten im IE-Balken *grins*…

  2. Elmar Breitbach
    nirako schreibt

    Hallo Doc,

    Eine Anmerkung hierzu:
    Wenn ich mein Log-In nicht mehr kenne, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, eine Beitrag zu schreiben mit …..n.e., oder anzufangen mit: "Ich war damals als …. hier unterwegs". Ein anderes früheres Mitglied hier meldet sich auch ca. 1 Mal im Jahr, und das (sogar) eingeloggt!
    Wenn ich wirklich "jahrelang" mitgeschrieben haben sollte, kenne ich meinen Nicknamen noch immer. Und wenn ich nur jahrelang passiv mitgelesen (und profitiert!) habe ohne es bis dahin nötig gehabt zu haben, andere an meinem eigenen Wissen/meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, brauche ich nicht gerade dann aktiv zu werden, wenn das "Wunder durch Entspannung" eingetreten ist. Dann weiß ich nämlich auch um die Reaktionen bei dieser Art der Darstellung!

    LG nirako

  3. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    Wunderberichte: dazu gibt es zwei Grundhaltungen:

    1. die religiöse oder magische Haltung ( wissenschaftlich unbeweisbar)
    2. das Wissen um seltene, zufällige Glücksfälle als Alltagswunder

    Gemeinsamkeit von 1. und 2.:

    Man kann solche „Wunder“ nicht fordern, darauf vertrauen oder sich darauf verlassen.

    Bezüglich des Hoffens gibt es grundsätzliche Unterschiede:
    Sehr gläubige ( oder magisch empfindende) Menschen schöpfen aus Wunderberichten für sich selbst einen echten Trost oder sehen darin unabdingbaren Glaubensbeweis.

    Andere sehen in Wunderberichten auch das Vermitteln verfälschter Hoffnungen, denn diese können zu mehr Enttäuschung, Trauer oder “Demütigung-durch-das Schicksal-Gefühlen“ (“warum ich ? “) führen .

    Mutmachpostings – oder…

    …warum Wunderberichte oft “Bewunderung“ hervorrufen aber nicht immer zu “Ermutigung“ führen.

    – Ein Wunderbericht kann eigentlich kein Mutmachposting sein, denn in beiden Fällen (1. + 2. ) kann man sich keine Hoffnung daraus ableiten oder ausrechnen (?)
    – Viele freuen sich aber zunächst für den Beglückten , den “Wunderberichter“ mit, möchten und können das aber nicht als Mutmachbericht annehmen.

    Alltagswunder:

    Berichte von schlimmern Unglücken wie Unfällen, Naturkatastrophen, hoffnungslos erscheinende Erkrankungen, die ein unerwartet guten Ausgang nahmen ( Überleben / Rettung/ Heilung )
    Diese Alltagswunder sind -nüchtern gesehen – eher mit Lottogewinnen oder statistischen Ausreißern zu vergleichen.

  4. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    Alltagswunder-Beispiele:

    Kleinkinder fallen vom Balkon, bleiben unverletzt, Menschen werden nach vielen Tagen noch lebend, fast unverletzt aus dem Schutt eingestürzter Häuser gerettet, überleben Tsunami, Feuer, Wirbelstürme, Bombeneinschläge.. , es gibt tatsächlich seltene „wundersame“ Spontanheilungen ( Spontan-Remission) bei Krebs..

    Religiöser ( oder magischer ) Wunderglauben
    Dort besteht ein tief empfundenes Vertrauen ( in Gott oder bestimmte Kräfte, Energien ) und zusätzlich bei manchen die gefühlsmäßige Überzeugung, dass mit der richtigen inneren Haltung Wunder eher eintreten könnten. ( Pilgerfahrten, manchmal auch spezielle „ganzheitlicheTherapien“ ), was man auch respektieren soll, den Überzeugungen und Glauben sind privtasache – Probleme entstehen nur durch spezielles Sendungsbewusstsein der „Wundergläubigen“

    Dadurch wird indirekt eine mögliche Einflussnahme ( die richtige innere seelische Haltung) somit eine Eigenverantwortlichkeit ( „ man sei auch sicher selbst dran Schuld) auf das Schicksal /Zufall angenommen.

    In diesem Zusammenhang stehen auch die hier oft gelesenen moralischen Aussagen, einer habe es “verdient“ ein Kind zu erwarten, ein anderer hingegen nicht.
    Nüchterne Tatsache ist jedoch: gesunde Paare sind zeugungsfähig.
    Eingeschränkt zeugungsfähige oder nicht zeugungsfähige Paare sind nicht gesund.

    Oft wird eine „Einschränkung der Zeugungsfähigkeit“ subjektiv mit „sicherer Unfruchtbarkeit“ gleichgesetzt – weil es so empfunden wird oder vom Arzt undifferenziert vermittelt wurde.

    Daher gibt es in Kiwuforen öfters “Alltagswunder“ und für das betroffene Paar ist das ja auch tatsächlich so – "wie ein Wunder"
    Freuen wir uns also mit den glücklichen Paaren ?!

    Wir könnten doch nach individueller Weltanschauung Mut daraus schöpfen oder nur anerkennen, dass es für manche glückliche (leider niemals alle) auch “Lottogewinne“ und somit immer mal wieder auch sehr erfreuliche “ Babywunder“ geben KANN, ohne sich gleich provoziert zu fühlen oder viel hineinzudeuten ?!

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Fassi, das hast Du sehr schön geschrieben!

  6. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    Diese Übersetzung fand ich schön:
    "Das Wort Troll kommt aus dem Englischen und ist dort abgeleitet von der Tätigkeit des Trollens. Ein Troll ist also jemand der trollt, und engl. to troll bedeutet "mit der Schleppangel fischen", im übertragenen Sinne "jemanden ködern". Ein Internet-Troll ködert mit Themen, die Zwietracht säen, und wie ein Angler wird er den Ort wechseln, wenn niemand anbeißt."

    Also, nicht nur "nicht füttern",
    sondern vor allem "nicht anbeißen"! 😉

  7. Elmar Breitbach
    Lizy schreibt

    ich hab den Wiki-Eintrag zum Thema MMPs in meiner Signatur verlinkt, so muss ich nicht immer suchen 😀

  8. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Lizy: darüber bin ich auch heute darauf gekommen, den Artikel mal wieder auszugraben 😉

  9. Elmar Breitbach
    Lizy schreibt

    oh, prima 🙂 und ich dachte, Sie lesen keine Signaturen 😉
    ich hatte mich schon gewundert – ich habe erst nach dem Schreiben meines Kommentars gesehen, dass der Artikel aus 2005 ist.