Rheuma und Kinderwunsch


Rheuma ist für Frauen kein Grund mehr, auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Fortschritte in der Therapie rheumatischer Erkrankungen haben dazu geführt, dass sich heute die meisten Frauen mit diesen Krankheiten ihren Kinderwunsch erfüllen können. Welche Probleme im Zusammenhang mit einer rheumatischen Erkrankung im Verlauf der Schwangerschaft auftauchen können und wie ihnen begegnet werden kann, diskutieren Experten im Rahmen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

„Ungeachtet der grundsätzlichen Möglichkeit eigene Kinder zu bekommen, müssen rheumakranke Frauen und die behandelnden Ärzte wissen, dass Schwangerschaft und Wochenbett die Erkrankung beeinflussen“, meint Professor Dr. med. Erika Gromnica-Ihle von der Rheuma-Klinik Berlin-Buch im Vorfeld des 33. Rheuma-Kongresses. Zum Beispiel kommt es bei drei Viertel aller Patientinnen mit rheumatoider Arthritis im Verlauf der Schwangerschaft zu einer Verbesserung der Krankheit.

Nach der Geburt verschlechtert sich das Krankheitsbild häufig wieder. Komplikationen treten vor allem bei Frauen auf, die an einem systemischen Lupus erythematodes leiden, einer Autoimmunkrankheit, bei der die inneren Organe von Entzündungen betroffen sind. Bei Patientinnen mit „aktivem“ Lupus zum Empfängniszeitpunkt können sich die Lupus-Symptome in der Schwangerschaft verschlimmern. Es können Komplikationen beim Fetus und bei der Mutter auftreten. Diese Schwangerschaften werden als Hochrisikoschwangerschaften eingestuft. „Schwangere mit Rheuma sollten generell in ausgewiesenen Zentren betreut werden, in der Rheumatologen und Geburtshelfer eng zusammenarbeiten“, empfiehlt Professor Dr. med. Hubert Nüßlein, Kongresspräsident des 33. Rheuma-Kongresses.

Rheumatologische Erkrankungen sind wie viele andere Autoimmunerkrankungen in der Lage, eine Schwangerschaft zu verhindern oder zu Fehlgeburten zu führen. Oft ist daher auch schon im Vorfeld einer geplanten Schwangerschaft die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Gynäkologen zu empfehlen.

33. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gemeinsam mit der
15. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (AgKJR)
14. bis 17. September 2005, Internationales Congress Center, Dresden


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    Sehr interessanter Artikel. Dazu habe ich auch noch das gefunden in der Ärztezeitung vom 7.9.05:

    RA-Therapie sollte innerhalb von drei Monaten beginnen
    Sicherung der Diagnose erfolgt durch moderne Labortests
    BERLIN (grue). Eine rheumatoide Arthritis (RA) läßt sich heute schon früh nachweisen. Betroffene Patienten sollten dann zügig behandelt werden; am besten sollte damit schon innerhalb der ersten drei Monate begonnen werden.

    Darauf dringt Professor Erika Gromnica-Ihle vom Klinikum Buch in Berlin. "RA-Patienten sollten behandelt werden, bevor die ersten Gelenkschäden da sind", sagte die Rheumatologin bei einer Veranstaltung in Berlin. Schon vier Monate nach Krankheitsbeginn seien Gelenkerosionen im MRT nachzuweisen. "Ab diesem Zeitpunkt hinkt die Therapie bereits hinterher".

    Der Verdacht auf RA liegt nah, wenn Patienten von Schmerzen und Morgensteifigkeit in mehr als zwei Gelenkregionen berichten und seit mehr als sechs Wochen Entzündungszeichen vorliegen. "Mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent handelt es sich dabei um eine rheumatoide Arthritis", so Gromnica-Ihle.

    Weist der IgM-Rheumafaktor Werte von 5 IU/ml oder darüber auf, sei dies mit 70prozentiger Sicherheit ein Hinweis auf eine RA, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 zu 50 erosiv verlaufe. "Besonders bei diesen Patienten darf keine Zeit verloren gehen, am besten, sie wenden sich gleich an ein Rheumazentrum", sagte Gromnica-Ihle.

    Gesichert wird die Diagnose dann durch Labortests, etwa durch den Nachweis von Antikörpern gegen Proteine, die die Aminosäure Citrullin enthalten. Diese Proteine werden in der Synovia synthetisiert. Die Spezifität dieser Antikörper für RA beträgt 98 Prozent.

    Antikörper gegen zyklisches citrulliniertes Peptid (CCP) sei ein Hinweis auf eine Früh-RA. Der Nachweis habe eine Sensitivität von 79 Prozent und sei damit noch empfindlicher als der Rheumafaktor, so die Rheuma-Expertin.

    Zur Therapie hat sich eine frühe Kombinationstherapie bewährt, wie Gromnica-Ihle berichtet hat. Würden zudem TNF-alpha-Hemmer verwendet, hätten nach zwei Jahren bis zu 40 Prozent der Patienten keine aktive RA mehr. Bei einigen werde die Progression sogar komplett gehemmt.

    Wäre vielleicht angesagt CCP bei KiWu-Frauen mit entsprechender Anamnese einfach mal grundsätzlich zu screenen…denkt man dann auch noch an die relative Neigung zur Vergesellschaftung solcher Autoimmunkrankheiten (nebst ober beschriebenem möglichen Störpotential)…würde mich nicht wundern, wenn es da eine hohe Dunkelziffer unter den "Vielversucherinnen" und "Einnistungsversagern" gibt.

    Als Kassenpatientin mit max. drei anteilig bezahlten Versuchen sollte man da vielleicht auch die eigene Toleranzschmerz-Grenze der "diagnostischen Duldsamkeit" hinterfragen?

  2. […] auf das Wiki verwiesen. Es wurde schon im Forum darüber diskutiert und auch hier in den News inwieweit eine Unterdrückung der TNF-alpha-Wirkung einen positiven […]