Politik und Kinderwunsch: Einladung zum Austausch

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Unter der Überschrift „Medizin trifft Politik: Kinderwunschbehandlung in Deutschland – eine „besondere“ Situation!“ lädt die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin e. V. (DGRM) zu einem Gedankenaustausch in Berlin ein (Programm [PDF]):

Das Hauptthema wird in der Ankündigung deutlich formuliert:

Täglich müssen wir Patientinnen und Patienten, die mit einem erheblichen Leidensdruck zu uns kommen, Rede und Antwort stehen auf Fragen wie: „Sind die Behandlungsergebnisse im Ausland wirklich so viel besser als in Deutschland?“, oder „Warum ist eine Samenspende in Deutschland erlaubt, eine Eizellspende aber verboten?“. In vielen Fällen können wir hierauf nur unbefriedigend antworten.

Während die Eizellspende durch das deutsche ESchG klar verboten ist, gibt es hinsichtlich des eSET zumindest rechtliche Unklarheiten. Dies führt mittlerweile zu einem ausgedehnten „Reproduktionstourismus“ deutscher Paare vorwiegend ins europäische Ausland.

Tausende deutscher Kinderwunschpatientinnen und -patienten nehmen daher jährlich die Strapazen einer für sie beschwerlichen und stigmatisierenden – da als illegal empfundenen – Behandlung im Ausland auf sich, wobei in vielen Fällen die medizinische Qualität der Therapie sicherlich unter dem in Deutschland möglichen Niveau liegt. Diese Situation ist für das Patienten versorgende Personal in Deutschland nicht nur unbefriedigend, sondern in vielen Fällen auch nicht mit der Berufsethik zu vereinbaren, da eine medizinisch etablierte Behandlungsmethode den Leidenden vorenthalten werden muss. Für die betroffenen Kinderwunschpaare aber ist diese Situation unwürdig!

Völlig einverstanden und ein sehr lobenswerter Ansatz ist, dass die Einladung auch explizit unseren Volksvertretern gilt. Es ist zu hoffen, dass sich nicht nur Hubert Hüppe angesprochen fühlt, sondern ein echter Austausch stattfindet, in dem die Probleme der deutschen Kinderwunsch-Paare und ihrer Ärzte ernstgenommen und offen diskutiert werden.

Die Veranstaltung findet am 17.6. im Hotel Meliã, Friedrichstr. 103, 10117 Berlin statt. Hier noch einmal der Link zum Programm.

Nur nebenbei: Auf der Homepage der DGRM fand ich auch eine Stellungnahme zum Berliner „Embryonen-Prozess“, die hier nachzulesen ist.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das interessiert mich ja jetzt mal, was Dr. B. leicht modifiziert hat, damit er dem ESchG gerecht wurde. …

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hier das Resüme des Abgeordneten Detlef Parr (FDP) zu diesem Abend:

    http://www.detlef-parr.de/wcsite.php?wc_b=3239