Jahrbuch 2007 Deutsches IVF-Register


Die Jahresstatistik 2007 des Deutschen IVF-Registers sind auf der Seite des DIR herunterladbar. Ich habe ein wenig darin herumgeschmökert, es sind ein paar neue und interessante Zahlen dabei. Ein paar dieser Zahlen werde ich in den nächsten Tagen kommentiert hier vorstellen. Das Wichtigste jedoch vorab:

42.958 IVF- und ICSI-Behandlungen, wovon 39.667 zum Transfer führten. Die Zahl der Schwangerschaften betrug 11.452 (28,87%/Transfer). 5.104 Geburten wurden erfasst (44,57% aller Schwangerschaften), 2.256 Fehlgeburten (19,7% aller Schwangerschaften), 200 Eileiterschwangerschaften (1,75% aller Schwangerschaften) und der Verlauf von 3.892 Schwangerschaften wurde noch nicht erfasst (33.99% aller Schwangerschaften), weil die Daten zum Zeitpunkt der Statistikerstellung noch nicht vorlagen.

78,2% der Schwangerschaften waren Einlinge, 21,1% Zwilinge und erfreulich wenige Drillinge (0,69% = 35 Schwangerschaften) gab es zu vermelden.

Wie gesagt: In den nächsten Tagen werde ich einige für mich interessante Punkte herausgreifenund kommentieren und lade jeden zu einer regen Diskussion ein.


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Kommentar

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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Wie ist die Fehlgeburtsrate einzuschätzen im Vergleich zu den auf "normalem" Weg zustandegekommenen Schwangerschaften?

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @raise: Die normale Rate beträgt 15%, wobei der Altersdurchschnitt bei IVF/ICSI-Patientinnen höher ist und der UNterschied damit vermutlich bereits erklärt werden kann. Mit der Behandlung selbst hat es – soweit man es sagen kann – nichts zu tun

  3. Elmar Breitbach
    Nessi76 schreibt

    @Herr Breitbach: gibt es solche Statistiken auch für IUI´s?

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    nein, zumindest nicht bundesweite. Es gibt einige Zentren, die sich zusammengeschlossen haben, um auch solche Behandlungen zu erfassen. Zahlen habe ich da aber nicht parat

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich freue mich dieses Mal sehr über die ausführliche Einleitung mit Erläuterungen, die auch Menschen verstehen, die nicht so gut Statistiken lesen können. In dieser Ausführlichkeit hatten wir das bisher nicht.

    Mir ist auf den ersten Blick die Seite „klin. SS/ET in Abhängigkeit von der Spermagewinnung“ aufgefallen, die es in den letzten Jahren zumindest so nicht gab. Leider findet bei der Darstellung des Kryospermas immer noch eine Vermischung von Spendersperma und homologer Befruchtung statt, so dass man mit der Zahl nicht wirklich was anfangen kann. Bekannter Weise haben Befruchtungen mit Spendersperma im Schnitt mehr Erfolg. Das puscht hier den Wert bei IVF, so dass der unbedarfte Betrachter denkt, die Verwendung von Kryosperma sei generell erfolgreicher. Es wäre sehr aufschlussreich gewesen, diese beiden Gruppen in der Darstellung zu trennen. Dann hätte ich auch endlich mal gewusst, wie hoch der Unterschied bei den Erfolgen von H-IVF und H-ICSI ist.

    Die Übersicht „Ergebnisqualität“ in den einzelnen Zentren enthält jetzt mehr Informationen, erscheint aber auch recht unübersichtlich. Was aber wieder gut rüber kommt, sind die enormen Unterschiede.

    Ich habe mich dieses Mal bei der Betrachtung der Zahlen für die Anzahl der Embryotransfere pro Punktion interessiert, da ich der Meinung bin, dass durch den in den letzten Jahren verbreiteten Blastozystentransfer diese Zahl gesunken sein müsste. Im Vergleich zum Jahr 2001 hat sich da aber überhaupt nichts geändert. Genauso, wie sich die Erfolgsraten nicht wesentlich geändert haben. Diese sind gegenüber 2001 um 1 – 1,5% angestiegen, auch bei den Kryotransferen. Aus dieser Sicht also sind eine gestiegene Anzahl von Blastozystentransferen und höhere Erfolgsraten aufgrund der neuen Auslegung des ESchG überhaupt nicht ersichtlich. Was mich reichlich erstaunen lässt …

  6. Elmar Breitbach
    chesire schreibt

    Hmm, wenn ich mir die Statistik so angucke, bekomme ich einen Knoten im Kopf.

    Da haben wir 11.452 eingetretene Schwangerschaften, davon 5.104 erfasste Geburten. Der Rest sind Fehlgeburten (ca. 20%), Eileiterschwangerschaften (1.75%) und jetzt kommt es: 3.892 Schwangerschaften (34%), deren Verlauf noch nicht erfasst wurde.

    Je laenger ich ueber das Thema nachdenke, desto unsicherer werde ich, ob die noch nicht in ihrem Verlauf erfassten Schwangerschaften bei der Berechnung von Fehlgeburts- und Eileiterschwangerschaftsanteil mit zu der Gesamtzahl eingetretener Schwangerschaften gezaehlt werden duerfen oder nicht.

    Ist der Verlauf der Schwangerschaften naemlich noch nicht bekannt (bitte verbessert mich, wenn ich falsch liege), liegen noch keine Daten darueber vor, wie die Schwangerschaft verlaeuft und ob es sich bei diesen Schwangerschafen um Fehlgeburten oder Eileiterschwangerschaften handelt…

    Auf die Statistik haette das einen grossen Einfluss, wuerden doch aus (jetzt) 20% Fehlgeburten (bezogen auf die gesamte Anzahl eingetretener Schwangerschaften) 44% Fehlgeburten (bezogen auf die erfasste Anzahl Geburten).

    Aber auch die 44% Fehlgeburten waeren irrefuehrend (da die Anzahl eingetretener Schwangerschaften ja viel hoeher liegt, als die bis jetzt erfasste Anzahl Geburten) und koennten sicher nicht diskussionslos stehen gelassen werden:/

    Soviel zur Statistik:/

    ches

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @chesire: genau diese Problematik habe ich ja bereits im letzten Jahr hier schon mal behandelt: Klick.

    Wenn Sie sich das Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers einmal im Original anschauen, dann finden Sie dort auch Antworten zu diesen Fragen. Also Berechnungen ohne die ungeklärten Verläufe oder alternativ wie es aussähe, wenn die Verteilung Geburten/Fehlgeburten/Eileiterschwangerschaften den bekannten Verläufen folgte.

    Wahrscheinlich hat mal jemand meinen Artikel gelesen und darauf reagiert 😉

  8. Elmar Breitbach
    chesire schreibt

    Ich glaube die Problematik liegt hier darin, dass wir das Thema erst erforschen und noch kein vollstaendiges Wissen (ups, gibt es das ueberhaupt ?) haben. Also bauen wir Studien, ueberlegen Fragestellungen, beobachten und analysieren und erhalten superkleine Puzzleteile, die dann irgendwann ein Bild ergeben (hoffentlich!) 🙂 Die Statistik ist dabei nur ein Mittel zum Zweck. Fehlerhaft sollte sie trotzdem nicht sein.

    *smile* Manchmal wuerde ich gerne 15 Jahre in die Zukunft huepfen und in ein Lehrbuch gueckslen, um das zusammengeklebte Puzzle zu sehen…

    Spraenge ich aber ueber hundert Jahre in die Zukunft, kaeme ich wohl mit dem Wissen zurueck, dass alle unsere heutigen Versuche barbarisch, roh und stuemperhaft waren…

    (Ja, der Kommentar ist sehr generell, ich bin etwas ins Traeumen geraten. Sorry.)

    ches

  9. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    passt eigentlich auch noch besser hierzu 😉

  10. Elmar Breitbach
    AnnetteEllen schreibt

    Ja, an die Keilschrift dachte ich auch gerade …
    Vielleicht ein kleines bißchen tröstlich, Chesire:
    Kürzlich las ich ein Interwiew mit einer 100-Jährigen, die erklärte, das Schlimmste in ihrem Leben sei gewesen, daß sie keine Kinder bekommen hat. Die Ärzte rieten ihr deshalb zum Turnen. Das Sportabzeichen habe sie erhalten, aber kein Kind.

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @chesire,

    das Problem, dass wir nicht zu allen Schwangerschaften wissen, wie sie ausgegangen sind, haben wir in allen Jahresstatistiken. zum Glück ist man jetzt dazu übergegangen, eine Zusammenfassung der Statistik des Vorjahres mit den dann inzwischen gemeldeten Geburten, mit einzubauen. Da sieht das dann schon etwas besser aus. Daneben gibt es dann Hochrechnungen von den Betreibern des IVF-Registers, die wahrscheinlich auf Erfahrungen in solchen Praxen beruhen, die eine hohe Quote der Rückmeldungen hatten. Da werden dann Geburtenraten von rund 19% pro ET genannt.

  12. Elmar Breitbach
    Maria schreibt

    Bei dem Gespräch über die aktuellen Zahlen im IVF-Register mußte mein behandelnder Arzt herzlich lachen ob meiner Naivität bzgl. des Wahrheitsgehaltes der Zahlen. Er meinte: "Sie glauben doch wohl nicht an des Gute im Menschen?. Eine Statistik ist nur so gut, wie das, was eingegeben wird." Und dann erzählte er mir, wie die Erfolgquote in der Statistik leicht zu beeinflusen ist.
    Mit dem 2. Satz hat er sicher recht. Aber wenn die Daten nicht ehrlich eingegeben werden und jeder seine Statistik versucht, zu frisieren, dann kann man doch das ganze IVF-Register bleiben lassen.
    An das Gute im Menschen, insbesondere bei den Ärzten, will ich, zumindest was die Behandlung angeht, trotzdem weiter glauben, sonst könnte man ja einpacken.
    An das Gute in Ihnen, Herr Dr. Breitbach glaube ich sowieso!

  13. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Und, Maria, was erzählte dein Arzt, wie die Erfolgsquote leicht zu beeinflussen ist?

    Die Ärzte haben eigentlich keinen Grund, diese zu beeinflussen, da das Ergebnis ja sowieso nicht ihrer Praxis zugerechnet wird.

    Ist dein Arzt denn bereit, seine eigene Statistik heraus zu geben?

  14. Elmar Breitbach
    Maria schreibt

    Hallo Rebella,

    z.B. kann man wenig aussichtsreiche Behandlungszyklen nicht melden.
    Und in Amerika, sagte er, werden Patienten abgelehnt oder nicht weiterbehandelt, wenn die Behandlung zu geringe Erfolgschancen hat, damit die Statistik nicht negativ beeinflußt wird.
    Es scheint so, als würden Insider schon die Daten der einzelnen Zentren erfahren können. Die Statistik ist wohl nur für die Öffentlichkeit anonym. So habe ich das jedenfalls verstanden.

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Danke, Maria.

    Die Vermutung, dass einige Zentren vielleicht nicht alle Fälle melden, kommt ja immer wieder mal hoch. Ob das tatsächlich passiert, weiß ja keiner.

    Realistischerweise sollte man auch lieber die Statistiken von aussichtsreicheren Fällen oder von equivalenten Fällen zur eigenen Geschichte lesen. Da wären dann die Kliniken veregleichbar. Denn, ob eine Klinik aussichtsreiche Paare ablehnt oder nicht dokumentiert, das Ergebnis ist in der Statistik das gleiche.

    Insider werden aber wohl eher Statiostiken unter solchem Blickwinkel ansehen. Die lassen sich eher nicht so leicht austricksen, wie das normale Kinderwunschpaar.

    Paare mit wirklich sehr geringen Erfolgsaussichten ablehnen, das halte ich auch nicht unbedingt für sinnlos. In den meisten Fällen erspart man diesen Paaren nur unnötiges Leid.