Gott als Messie und die digitale Boheme


Wer hat nicht schon mal nach seinem Namen gegoogelt? Ich habe es heute mal wieder gemacht und bin dabei auf Gott gestossen. Und lernen müssen, dass er ein Messie ist. Aber eins nach dem anderen.

Yasni ist ein Portal, welches einem diesen Egotrip der Suche nach Erwähnungen des eigenen Namens sehr erleichtert. Aktuelle Fundstellen werden einem zugesandt und man kann dann diejenigen, die einen selbst betreffen, in einem Profil sammeln. Dabei bin ich heute über einen älteren Blogeintrag von „Informelles Lernen“ gestossen, in dem über das Buch „Wir nennen es Arbeit“ berichtet wird. In diesem Buch wird die „digitale Boheme“ beschrieben, der sich durch das Internet die Möglichkeit eröffnet, mit seinen eigenen Interessen Geld zu verdienen. Sicherlich ein Zustand, der auch offline optimal wäre und wenn ich ehrlich bin, ist das bei mir auch so.

Dieses Buch beschäftigt sich unter anderem mit Blogs und meine Person hat damals auch Eingang darin gefunden. Und nun die Potenzierung des Egotrips: Ich zitiere mal ein Zitat von mir:

So wird aus dem Blog von Dr. Elmar Breitbach (http://www.wunschkinder.net/blog/) zitiert:

„Früher schrieb ich Artikel, jetzt kommuniziere ich mit meinen Lesern. […] Durch das Feedback der Besucher lerne ich viel über die Sorgen und Interessen von betroffenen Patienten und die Recherche für die Artikel im Blog hält mich wissenschaftlich auf dem neuesten Stand. Mit anderen Worten: Der Blog motiviert zur Fortbildung.“ (S.209)

Wie hier deutlich wird, motiviert ein Blog in verschiedenen Zusammenhängen zur Auseinandersetzung mit Themen, wobei dieser Prozess auch als informelles Lernen charakterisiert werden kann. Gelernt wird dabei zum einen individuell in der Erstellung von Beiträgen, als auch, wie im Zitat deutlich beschrieben wird, in der Auseinandersetzung mit den Kommentaren der Leser.

So kann man das auch noch heute stehen lassen, denn durch Fragen anderer (und der Suche nach Antworten darauf) lerne ich immer noch regelmäßig mehr als durch das Lesen von Fachzeitschriften. Ob man nun informelles Lernen nennt oder anderes bezeichnet, ist mir persönlich ziemlich wurscht. Das zitierte Blog hat informelles Lernen (als Abgrenzung zum normalen schulischen und akademischen Lernen) als Thema und daher nachvollziehbarerweise die Betonung dieses Aspekts.

Soviel zu mir und dem Blog. Kommen wir zu Gott. Einer der Autoren des oben zitierten Buchs heißt Sascha Lobo (der letzte Irokese Deutschlands). Und dieser hat nun ein neues Buch geschrieben, für dessen Titel alleine ihm schon der Pulitzer Preis gebührt: „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin„. Ich will es mit der Ich-Bezogenheit in diesem Beitrag nicht übertreiben, aber der Titel spricht mich an. An alle meine mitlesenden Patientinnen: Keine Bange, nicht völlig 😉

Aber noch viel besser als das Buch sein kann, ist die Werbung dafür, die ich heute auf der Hasenfarm gefunden habe. ER hat es auch geregelt gekriegt, aber vielleicht anders als es in der Bibel steht. Die Schöpfungsgeschichte neu geschrieben:


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11 Kommentare
  1. iri
    iri schreibt

    Der Titel spricht mich auch an. 🙂
    Das wird das nächste Buch, das ich lesen werden…
    LG, die iri

  2. Lola
    Lola schreibt

    Sehr schöne Werbung! *lol*
    Und nun bin ich natürlich auch sehr gespannt auf das Buch …
    Vielen Dank für den Hinweis.
    LG, Lola

  3. shusl
    shusl schreibt

    Der Herr hat offenbar eine große Kampagne zur Imageverbesserung gestartet. Neulich wurden wir im Kiga-Forum schon mit einem Angebot, kostenlos ein gesegnetes Jesus-Bild zu bestellen, beglückt. Leider fand sich niemand, der’s bestellt hat, so blieb uns die Werbung länger erhalten 🙂
    Na dann: Einen gesegneten Tag!
    lg
    shusl

  4. shusl
    shusl schreibt

    Ach ja: Die Bücher klingen prima. Ich lese gerade "Wer bin ich und wenn ja, wieviele?". Völlig überschätzt, finde ich.

  5. reaba
    reaba schreibt

    ich warte auf die paperback ausgabe …und: es steht ganz oben auf meiner to-do liste es zu bestellen… 😉
    hab mich eben auch mal selbst gegoogelt und erfreulicherweise nicht mich selbst gefunden, nur namensgleiche 🙂

  6. sonnenschein158
    sonnenschein158 schreibt

    Bin immer froh, wenn andere Menschen für mich Recherche übernehmen (und mir dann auch noch meinen Morgen erheitern :-))
    Das Buch muss aufgrund des Werbetrailers auf jedenfall gelesen werden ..

  7. sonnenschein158
    sonnenschein158 schreibt

    Nachtrag: ..und musste über mich selber schmunzeln, weil ich alte Schnellleserin (sind es 3 "L" ?) erst "Gott und die digitale BOHNE" gelesen hatte 🙂 ..wahrscheinlich war ich noch zu sehr vom Kaffee berauscht.

  8. sonya
    sonya schreibt

    Hört sich ja echt toll an, allerdings muss ich gleich mal schauen, ob es das auch als Hörbuch gibt…vllt wird das ganze Buch ja von Bob (die drei ???) gesprochen 🙂

  9. Maggie1978
    Maggie1978 schreibt

    Nachdem ich den Beitrag hier im Blog gelesen hab über das Buch musste ich mal nach dem Titel googeln und bin auf einen Vortrag der beiden Autoren Sascha Lobo und Kathrin Passig gestossen. Habe mir diese 45 Minuten angehört und da haben sie in großen Zügen das Buch erklärt. Im Großen und Ganzen geht es dadrum, Dinge zu delegieren notfalls gegen Bezahlen z. B. Küche von nen Profi renovieren lassen oder Steuerberater macht Steuererklärung. Dann dadrum Dinge auch mal sein zu lassen…lernen zu scheitern. Oder Aufgaben zu tauschen. Wenn du gerne für mich bügelst, putz ich dir die Fenster oder so ähnlich. Im Buch steht dann wohl noch mehr. Aber es wer sich dafür interessiert die beiden haben auch ne Website: http://prokrastination.com/
    Übrigens war ich sehr durch den Begriff "Messie" verwirrt. Ein Messie ist doch ein Mensch der Dinge krankhaft hortet und nicht jemand der Dinge gerne aufschiebt. Nur ne Bemerkung am Rande von Maggie, die seit 2 Tagen ihre Bügelwäsche aufschiebt. 😉

  10. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Maggie1978: Ok, dann ist Gott also ein Prokrastinator. Ich habe Messie aus "mess" also Unordnung abgeleitet udn dies auch auf die Unordnung in der Lebens- und Tagesplanung bezogen, was wohl dann so nicht stimmt

  11. Maggie1978
    Maggie1978 schreibt

    @Doc: War mir auch nicht sicher ob es den Begriff des Prokrastinators überhaupt gibt. Ist noch recht neu hier im Lande. Schönen Sonntag noch