Wochenendfundstücke


Nur auf die Schnelle ein paar Links:

Wo dieses Urteil gefällt wurde, ist unklar und geht aus der AP-Meldung nicht hervor: Ein Ehepaar hat seinen Sohn durch eine Krebserkrankung verloren. Dieser vor der Therapie einen Spermienprobe einfrieren lassen und verfügt, dass die Proben bei seinem Tod vernichtet werden. Seine Eltern wollten nun nach seinem Tod die Spermien dazu verwenden, mit Hilfe einer Leihmutter ein Enkelkind auszutragen. Dies wurde ihnen nun durch eine gerichtliche Verfügung verboten.

Natürlich klingt das Vorhaben der Eltern erst einmal grotesk. Man kann es aber nachvollziehen, dass sie ihren Sohn in irgendeiner Weise wieder zurückgewinnen wollen. Das Problem ist leider heutzutage, dass man sich gelegentlich nicht endgültig von einem Familienmitglied verabschieden kann, wenn seine Gene noch vorhanden sind. Es ist sicherlich kein Segen der Medizin, dass die Hinterbliebenen sich mit diesen Optionen beschäftigen müssen, es vereinfacht den Abschied sicherlich nicht.

Der römische Arzt Antinori, der auch mit diesem Thema kürzlich wieder an die Öffentlichkeit trat, als er einem hirntoten Mann Spermien im Auftrag seiner Ehefrau entnahm, gefiel die lange vermisste Publicity offenbar so gut, dass er noch einmal nachlegte und behauptete, dass er mehrere Menschen erfolgreich geklont habe und die Kinder jetzt bereits 9 Jahre alt sind. Er gab an, dass die Kinder mit dem gleichen Verfahren entstanden wie damals das legendäre Klonschaf Dolly. Joachim Müller-Jung geht in einem Blogartikel darauf ein, warum diese Geschichte aus verschiedenen Gründen nicht wahr sein kann.

Die Sueddeutsche gibt in einem Kommentar sein Bedauern über das kürzlich erfolgte Urteil zur Altersgrenze bei Frauen zu Ausdruck.

Die „Frauenärzte im Netz“ produzieren gegenwärtig reichlich Beiträge zu den verschiedensten Themen. Der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe versuchen damit, dass Feld von hinten aufzurollen. Lange genug haben die Berufsverbände das Internet als Informationsquelle ignoriert und versuchen nun, den sehr erfolgreichen Webseiten von Laien professionell Paroli zu bieten und damit die Informationen zu gynäkologischen Sachverhalten im Internet auf eine seriöse Basis zu stellen. Die Artikel sind eher allgemeiner Natur und aktuell wird das Thema unerfüllter Kinderwunsch behandelt. In einem Übersichtsartikel werden die wichtigsten Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst. Zum Schluss wird der Berufsverbandvorsitzende mit der abschließenden Bemerkung zitiert:

Stress schadet Kinderwunsch
„Unabhängig von allen medizinischen Versuchen muss man sich klar machen, dass Stress eine Schwangerschaft verhindert“, sagt Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte. Das habe einen natürlichen Sinn: Schwangere Frauen wären vor Jahrhunderten zu schwach für lebensnotwendige Belastungen wie längere Wanderungen zu nahrungsreicheren Gebieten gewesen. Deswegen signalisiert das Gehirn bei Stress jeder Art dem Körper noch heute, nicht schwanger zu werden.

Wobei wir dann beim Thema Stress wären. Ist Stress also in der Analogie dieses Beispiels von Albring zum Beispiel ein intensives Training für einen Marathon, oder reicht da der normale Bürostreß? Meiner Meinung nach wird der Begriff „Stress“ inflationär verwendet. Bei Lichte betrachtet gibt es doch heute praktisch niemanden mehr, der von sich behauptet könnte, keinen Stress zu haben.

Und dann noch ein Nachricht aus dem Wirtschaftsteil dieser News 😉

Das Journal berichtet über einen zunehmenden Trend in Amerika, sich mit Haut und Haaren zu verkaufen. Mit dem Verkauf von Blut, Spermien, Haare, Eizellen versuchen viele Menschen, sich aus der Finanzkrise herauszuarbeiten. Die Zahl der Angebote soll in den letzten Monaten deutlich gestiegen sein.


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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    eine frage allgemeiner art zum "stress": läßt eben jener nicht den cortisol-level ansteigen..?
    gibts studien über zusammenhänge erhöhter cortison-level und empfänglichkeit..?

    wenn es so wäre, dann hätte der chef-gyn ja recht..ich glaubs aber nicht. sieht man sich die "normalreproduzierer" an, dann würde schlechter sex ja schon das aus für die empfängnis bedeuten 🙂

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Reaba,

    dass Stress eine Schwangerschaft verhindern kann, ist schon richtig. Aber dies als Hauptursache zu nennen ist zumindest fraglich.

    Und die von ihm genannte hungerbedingte Unfruchtbarkeit gibt es ja heute auch noch bei essgestörten Frauen und Männern.

  3. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Man sollte auch nicht unterschätzen, wieviel Stress man sich eben genau dadurch machen kann, dass man ihn in jedem Fall vermeiden will.

    Genau darin liegt die Gefahr des etwas pauschalen Textes von Albring aus meiner Sicht. Viele Frauen werden sich jetzt bei einer mehr oder minder starken Anspannung fragen, ob sie dadurch eine Schwangerschaft verhindert haben.

    Insofern kontern wir doch einfach mal mit der Yerkes-Dodson-Formel: Bei mittlerer Aktivierung die beste Leistung. Mit anderen Worten: Ganz ohne geht es auch nicht. Halt mal eine Pause machen, sich Gutes tun oder auch eine Forumspause ;-)(oder wäre das Stress für den einen oder anderen) usw..

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Danke für die viele Mühe, die Sie sich immer wieder machen, um uns auch wirklich umfassend zu informieren, Doc. Da steckt bestimmt viel Zeit dahinter.

    Ich sehe das auch so, dass der Begriff "Stress" inflationär verwendet wird.

  5. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    puh, das war stressig – einen soooo langen artikel zu lesen. achso, ich spare mir dann heute mal die verhütungsmittel 😉 nach soviel stress…..

    Ömmmmm – ich finde immer, die meisten sachen, die im umkehrschluss nicht mehr passen, sind irgendwie "unschlüssig" *g*

    🙂