Umweltchemikalien als Ursache für Unfruchtbarkeit?


In dem Artikel „Wirrwarr der Hormone“ berichtet die Süddeutsche Zeitung über den Einfluss von Perfluorierten Tensiden auf die Fruchtbarkeit.

Die Wissenschaftler machten sich für ihre Analyse die Danish National Birth Cohort zunutze, eine umfassende Studie an werdenden Müttern. Für 1240 von ihnen war zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft die Menge an PFOA und PFOS im Blut erfasst worden. Je nach Chemikalienlast wurden die Frauen in vier Gruppen eingeteilt – von geringen Perfluor-Konzentrationen bis zu hohen. Zudem hatten alle Frauen erzählt, ob die Schwangerschaft geplant war und, wenn ja, wie viel Zeit vergangen war, bis der Wunsch in Erfüllung ging.

Das Ergebnis war deutlich: Im Vergleich zu den am wenigsten mit PFOA oder PFOS belasteten Frauen wurden die Frauen aus den drei stärker belasteten Gruppen besonders häufig als „unfruchtbar“ eingestuft – zwischen eineinhalbmal und zweieinhalbmal so oft. Als unfruchtbar galten die Frauen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung in Anspruch genommen hatten oder bei denen mehr als zwölf Monate vergangen waren, bis sie schwanger wurden. Der Zusammenhang zwischen Chemikalienbelastung und langem Warten auf den Kindersegen blieb auch bestehen, wenn Alter und Lebensstil herausgerechnet wurden.

Wir haben es hier also mit einer empirischen Studie zu tun, deren Aussagekraft ich ja traditionell sehr skeptisch gegenüberstehe (Unsaubere Stichproben, keine Kontrollen, retrospektiv und hier noch nicht einmal eine sehr große Fallzahl).

Jedoch stimmen diese Ergebnisse mit Befunden aus Tierversuchen überein, die einen Einfluss dieser Substanzen auf Fortpflanzungsorgane und Immunsystem nachwiesen.


Link zur Originalarbeit
Artikel der Süddeutschen Zeitung


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    interessant!

    und wo ist PFOA und PFOS so gängigerweise hochkonzentriert drin..?

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Auf welche Weise kommen diese Substanzen, PFOA und PFOS, in den Körper? Woher kommen sie?

    Kann man etwas tun, um sie aus dem Körper heraus zu bekommen?

  3. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    da steht näheres zu diesen stoffen…hoffe der link geht, weil die EU-behörde so eine frageding vorgeschaltet hat, aus welchem grund man die seite besucht…

    http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753824_1211902012171.htm

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Herzlichen Dank, reaba.

    In dem verlinkten Text klingt das so, als ob kaum jemand so hohe Anteile dieser Substanzen in sich haben würde, dass es gesundheitliche Auswirkungen hätte. Und wer isst schon jeden Tag Fisch?

    Zitat: "Aufgrund der verfügbaren Daten legte das Gremium sowohl für PFOS als auch für PFOA eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake, TDI)[1]fest und gelangte zu dem Schluss, dass für die Allgemeinbevölkerung in Europa durch die Aufnahme dieser Chemikalien über die Nahrung kaum negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu befürchten seien. Bei Personen, die große Mengen Fisch konsumieren, kann es jedoch zu einer geringfügigen Überschreitung der TDI für PFOS kommen."

    Die oben zitierte Studie muss aber eine einigermaßen hohe Zahl belasteter Frauen gefunden haben. Sonst hätte es ja nicht diese Aussage gegeben.

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    also mit aller vorsicht formuliert. die studie ist wohl an dänen durchgeführt worden und wie der doc schon darauf hinwies, ist es eine empirische studie.

    also entweder die dänen essen mehr fisch (was als vermutung naheliegt) oder die gernzwerte sind etwas schwammig…kommt gern vor; s. SD-artikel.

  6. Elmar Breitbach
    möchte*gern*mama schreibt

    @ reaba: Danke für den Link

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..und nochmal überlegt: zu dänemark gehört auch grönland. wenn die also die inuit mit in die studie einbezogen haben, dann wundert das überschreiten der grenzwerte eigentlich nicht 😉