Tabu Fehlgeburt. Kinderwunsch und MS. Paragraf 219.

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Enttabuisierung der Fehlgeburt: DIE ZEIT bittet um Berichte

Fehlgeburten werden tabuisiert. Nur wenige Frauen möchten darüber reden. Vor zwei Jahren hatte die Süddeutsche einen sehr ausführlichen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Damals die Gelegenheit für DIE ZEIT sich dieses Thema auf Wiedervorlage zu setzen. Sie ruft betroffen Frauen und Männer dazu auf, ihre Geschichte zu erzählen.

Hier geht es zum Artikel

Plan Baby bei MS – ein Service der DMSG

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) hat das Serviceangebot „Plan Baby bei MS“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Hilfestellung für Paare, von denen ein Partner an MS erkrankt ist und die sich ein Kind wünschen. „Plan Baby bei MS“ hat zum Ziel, dass sich möglichst viele Menschen mit MS ihren Kinderwunsch erfüllen können. „Plan Baby bei MS“ bietet des Weiteren ein Internet-Forum, in dem sich Betroffene anonym über alle Fragen zu Schwangerschaft mit MS austauschen können. Der Austausch mit gleichfalls Betroffenen hilft zudem vielen Frauen mit MS, die sich ein Kind wünschen oder schwanger sind. (via Curado.de)

Zur Webseite „Plan Baby bei MS“

Reproduktive Selbstbestimmung? § 219a wird entschärft

Der Gesetzgeber hat es nicht leicht mit uns. Einerseits wird hier ständig gejammert, man hätte gerne ein Fortpflanzungsmedizingesetz, um einige aktuell schlecht oder nicht geregelte Sachverhalte (ganz oben auf der Liste: Spenderspermien und Eizellenspende) endlich mal zu regeln und Rechtssicherheit zu schaffen.
Andererseits bin ich persönlich der Meinung, dass wiederum vieles in der menschlichen Fortpflanzung völlig überreguliert ist. Und hier stehen die Paragraphen 218 und 219 ganz oben auf der Liste. Erstaunlicherweise hat sich hier die sehr rigide Haltung der CDU nicht durchsetzen können, wie die Ärztezeitung berichtet:

Frauen sollen sich künftig einfacher über Möglichkeiten für einen Schwangerschaftsabbruch informieren können. Das sieht ein Referentenentwurf vor, auf den sich die Bundesregierung nach langem Streit um das sogenannte Werbeverbot für Abtreibungen verständigt hat.

Was ich immer noch nicht verstehe: „WERBEVERBOT“. Was hat die Information der Frauen über die Möglichkeiten und Abläufe eines Schwangerschaftsabbruchs mit Werbung zu tun? Spahn spricht da von Flyern und Bannern. Was soll dieser Begriff in diesem Zusammenhang? Wird wirklich befürchtet, dass Ärzte Werbung im Internet schalten und Frauen daraufklicken („das wollte ich ja schon immer mal machen“) wie bei einem Paar Schuhe von Zalando?

Die wegen Informationen auf ihrer Webseite („Werbung“) verklagte Ärztin Kristina Hänel spricht von Zensur, wenn sich der Staat die Information zur Abtreibung ausschließlich selbst vorbehält und die Experten dabei außen vorlässt. Recht hat sie.

Das hat nichts mit dem Thema der Seite hier zu tun, eigentlich. Denn eigene Informationsmöglichkeiten haben wir schon immer für wichtig gehalten, auch wenn es hier um das genaue Gegenteil von Abtreibung geht.

Zum Bericht der Ärztezeitung

Präimplantationsdiagnostik wird doch nicht bezahlt

Vor Kurzem wurde hier berichtet, dass Jens Spahn die Kosten der PID durch die Krankenkassen übernehmen lassen möchte. UNd nun zeigt sich, dass die Kirchen eines ausgesprochen gut können: Lobbyarbeit. Die Idee wurde gekippt, wie DER SPIEGEL berichtet.

Zum Artikel des Spiegel

 


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Kommentar

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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    sowahr schreibt

    Danke Dr. Breitbach für diese Infos! 🙂
    Ja es ist echt eine Frechheit was das Informationsrecht bei Schwangerschaftsabbrüchen angeht, das haben Sie sehr gut ausgedrückt! Und dass Spahn sich den Kirchen beugt.. 🙁

  2. Elmar Breitbach
    Claru schreibt

    Wenn man sich mal anschaut, wie andere medizinische Leistungen, sehr viel fragwürdigere wie Hymen-Wiederherstellung, Plastische Chirurgie o.Ä. was tatsächlich für junge Frauen ein Problem wegen der "Werbewirkung" sein kann, dann ist es doch sehr lächerlich, bei Information zu Schwangerschaftsabbrüchen von Werbung zu reden…

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Immerhin lese ich in dem Spiegel-Artikel auch dies:

    "Das Vorhaben, die Präimplantationsdiagnostik in Ausnahmefällen zur Kassenleistung zu machen, werde zwar nicht im Terminservicegesetz aufgenommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Allerdings solle das Thema neu aufgerufen werden, wenn das Bundesgesundheitsministerium in diesem Jahr einen Bericht über die Erfahrungen mit PID vorlege."

    Das heißt, dass thema ist nicht von der Tagesordnung. Und auf den Bericht bin ich sehr gespannt.

    Über eine Kostenübernahme der PID wurde wirklich noch nicht lange in der Politik debattiert. Sollen sie dies gründlich tun.

    Hingegen wird über die Kostenübernahme von assistierten Befruchtungen mit Spendersamen/ für Frauenpaare/ und für Unverheiratete jetzt schon seit mindestens 4 Jahren debattiert und es gibt immer noch keine Einigung.

    Ich finde, irgendwann sollte die Politik dann aber auch mal ein Einsehen haben. Stattdessen wird immer und immer wieder vertagt. …

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    In Bezug auf das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche ist es sinnvoll, zwischen Werbung und Information abzugrenzen.

    Das Ziel von Information ist, Fakten und Wissen zu verbreiten. Information sollte objektiv und sachlich erfolgen. Werbung ist immer darauf gerichtet, demjenigen, der die Werbung aussendet, einen Vorteil zu verschaffen, etwas zu verkaufen oder eine Meinung zu verbreiten. Sie möchte beeinflussen und ist nicht an einen Wahrheitsgehalt gebunden. Bei Wikipedia steht: "Werbung wird klassisch als Impuls, Anpreisung, Anregung, Stimulation oder Suggestion transportiert, um eine spezifische Handlung, ein gewisses Gefühl oder einen bestimmten Gedanken bei anderen Menschen anzuregen und zu erzeugen."

    Wenn eine Arztpraxis auf seiner Internetseite objektiv zum Thema Schwangerschaftsabbruch informiert, dann leistet sie damit vor Allem einen Beitrag dazu, dass die Frau, die sich in einer Konfliktsituation befindet und sich nicht traut, reale Menschen zu fragen, wertvolle Informationen erhält. So eine Information wird, wenn sie objektiv ist, in keinem Fall eine Frau dazu bewegen, gegen ihren eigentlichen Willen sich für eine so genannte Abtreinung zu entscheiden. – Das einzige Indiz für Werbung ist, dass die betreffende Praxis tatsächlich die Frauen dazu bewegen will, in ihre Praxis zu kommen und nicht unbedingt in eine andere.

    Das passiert aber auch zu jedem anderen medizinischen Thema. Es wird informiert und die Leute gehen dorthin, wo sie sich schon vorher gut informiert fühlen.

    Leider besteht auch immer die Gefahr, dass die Information nicht hinreichend gut ist. Dann fühlt sich die Frau gut informiert, ist es aber nicht. Das könnte zum Beispiel passieren, wenn nicht genug auf Risiken hingewiesen wird. Insofern ist es evt. einzusehen, wenn die Information mit bestimmten Standards belegt wird.

    Trotzdem würde ich mich dazu entscheiden, dass alle gynäkologischen Arztpraxen zum Schwangerschaftsabbruch informieren dürfen. Je mehr Information, desto besser. Eine einzige Seite kann das nicht leisten. Diese von Spahn vorgeschlagene Internetpräsenz der Bundesregierung hätte mit ihrem alleinigen Recht, zum Schwangerschaftsabbruch zu informieren, auch eine gefährliche Monopolstellung. Wäre sie wirklich die einzige Instanz mit einem Wahrheitsanspruch? Woher würde sie diesen nehmen? Von den Kirchen etwa?

  5. Elmar Breitbach
    Lucccy schreibt

    Das Werbeverbot bei „Abtreibung“ betrifft leider auch die Nutzerinnen hier. Denn bei einer nicht intakten Schwangerschaft kann man sich leider auch nicht informieren, da der Eingriff der gleiche ist, nur der Anlass ein anderer.
    Insofern müssten wir alle dafür einstehen, bei einer gewünschten, nicht intakten Schwangerschaft auf niederschwelligem Weg Informationen zu bekommen, was aktuell weiter blockiert wird.