Die Suche der „Spenderkinder“ nach ihrem Erzeuger


Rebella wies mich auf einen bemerkenswerten Artikel in der ZEIT hin, in der es um die Suche eines durch Samenspende gezeugten Kindes nach seinem „Erzeuger“ geht. Und um die Beziehung zu den Eltern, die es nicht aufklärten, sondern dies dem Zufall überließen.

Die Suche endet bei dem behandelnden Arzt, der die Daten nicht herausgeben wird. Er hat seine Gründe, denn er möchte vermeiden, dass die Zahl der Spender sinkt, weil sie Angst vor der Konfrontation mit den Kindern scheuen, die aus ihrer Spermienspende entstanden sind.

Es sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass die Aufklärung der Kinder über ihre Herkunft sinnvoll und notwendig ist. Was nützen jedoch solche guten Vorsätze, die ohnehin schon schwer genug umzusetzen sind, wenn einem Kind dann der Weg zu weiteren Nachforschungen versperrt wird? Ich bin mir selbst nicht darüber im Klaren, was das höhere Gut ist: Information der Spenderkinder über ihre Herkunft oder ausreichend Spermien für die Behandlungen. Ich tendiere zu Ersterem.


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52 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Steinchen* schreibt

    *hmmmm* Ohne die Emotionen nachvollziehen zu können, finde ich den Umgang des Eiskindes damit schon arg eindimensional und egoistisch.

  2. Elmar Breitbach
    Nauka schreibt

    Ich habe meinen "Erzeuger" auch nie gekannt, glücklicherweise aber trotzdem einen Vater, der mich liebt und sich immer um mich gekümmert hat. Ich wusste bereits als kleines Kind, dass mich ein anderer Mann gezeugt hat. Die frühe Aufklärung und die entspannte Haltung meiner Eltern hat meiner Meinung nach dazu beigetragen, dass ich so gut damit leben konnte / kann.
    Trotzdem wollt ich diesen Mann einmal treffen, sehen, kennen lernen dürfen. Dieses Bedürfnis wurde ab dem Teenageralter im stärker und ich habe ihn schließlich auch kennen gelernt. Heute haben wir keinen KOntakt mehr, was ich weniger bedauere als er.

    Ich kann die Gefühle der im Artikel erwähnten Jugendlichen trotzdem recht gut nachvollziehen. Aus diesem Grund bin ich auch nur für offene Spenden und eine Embryospende (die meines Wissens nach immer anonym ist) kommt aus diesem Grund auch nicht für mich in Frage. Eine "offene" Embryoadoption wie sie christliche Vereine in den USA praktizieren finde ich hingegen für mich sehr interessant. Auch die frühe Aufklärung der Kinder halte ich für den richtigen Weg.

    @Steinchen: Deine Äußerung erinnert mich an Äußerungen von Nichtbetroffenen, die sich über IVF / ICSI äußern. Natürlich verhält sich diese Jungedliche, fast noch ein Kind in diesem Zusammenhang egoistisch. *Kopfschüttel*

  3. Elmar Breitbach
    galwayindecember schreibt

    Die Situation wird in einigen Jahren auch auf mich zu kommen, ich werde es allerdings meinem Kind nicht vorenthalten, es ist zwar nicht durch Samenspende entstanden sondern durch Eizellspende, und die Spenderin ist ebenfalls anonym…
    Wie ich es meinem Kind sagen werde, weiß ich allerdings noch nicht…

  4. Elmar Breitbach
    Regi schreibt

    Der Artikel hat mich sehr zum Nachdenken bewegt. Ich hatte bis dahin noch gar nicht wirklich darüber nachgedacht, wie sich solch ein Kind fühlt. Zum Glück hat es bei uns mit den eigenen EZ und Samenzellen geklappt aber mit dem Gedanken hatte ich auch schon gespielt. Wobei mein Mann immer gesagt hat er möchte das nicht. Für ihn wäre es wie wenn er ein fremdes Kind hätte. Er weiß nicht ob er solch einem Kind immer die volle Liebe geben könnte.
    Aber was solch ein Kind fühlt und denkt ist ja eigentlich genauso wichtig wenn nicht sogar wichtiger.

    Ich kann schon verstehen, dass ein Kind nach seinen Wurzeln sucht. Und das es sonst immer das Gefühl hat, dass ein Teil von ihm fremd ist.
    Der Artikel bringt mir eine ganz andere Sichtweise auf das Thema worüber ich sicher noch lange nachdenken werde.

  5. Elmar Breitbach
    Jule schreibt

    Grundsätzlich finde ich es erst einmal sowohl erfreulich als auch erstaunlich, dass die ZEIT diesem Thema ein Dossier und damit viel Platz und Wahrnehmung widmet.

    Das Verhalten des Mädchens finde ich völlig nachvollziehbar: ihr bisheriges Leben, ihre Herkunft, einfach alles wird infrage gestellt. Von heute auf morgen. Inwieweit die Eltern hier hätten vorbeugen oder anders handeln sollen, möchte ich nicht beurteilen. Dass es, wie erwähnt, durch ein SEHR frühes Mitteilen besser läuft, glaube ich allerdings nicht.

    Ich teile aber Ihre, Dr Breitbach, Meinung, dass es den Spenderkindern immer möglich sein sollte, zu erfahren wo "sie herkommen". Dass es durch entsprechende Regelungen dazu kommt, dass es nicht mehr ausreichend Spermien gibt, kann ich mir nicht vorstellen…?

    Nicht so glücklich fand ich im Artikel die Auswahl bzgl. des Beispielspenders – dennn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, ob er den durchschnittlichen Spender (so es ihn denn gibt) repräsentiert…?

    Wie auch immer… schwieriges Thema…

    LG Jule

  6. Elmar Breitbach
    Helga schreibt

    Toll, das die Zeit so einen Bericht mal bringt, damit sich die Umwelt auch mal informieren kann. Und es ist toll, das dieses Thema somit vielleicht immer weniger zum Tabuthema wird. Das Kind kann man natürlich schon verstehen, denn jeder in dem Alter will ja seine Wurzeln finden. Deshalb wird halt zur frühen Aufklärung geraten.
    @ regi: Man glaubt gar nicht, wie wenig Gene eine Rolle spielen, wenn es darum geht eine Bindung zu einem Kind aufzubauen. Erstrecht, wenn man doch die ganze Schwangerschaft und auch die Geburt miterlebt. Das muß man wirklich erleben, um es zu glauben.
    @ Steinchen: Sorry, aber wenn man die Emotionen nicht nachfühlen kann sollte man sich den Kommentar und erstrecht den Ausdruck "Eiskind" wirklich sparen. Unterste Schublade *kopfschüttel*
    Lg Helga

  7. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Dass dieser Arzt vermeiden möchte, dass die Zahl der Spender sinkt, weil sie Angst vor der Konfrontation mit den Kindern scheuen, die aus ihrer Spermienspende entstanden sind, bezweifele ich. In Australien hat sich nach dem Buch von Ken Daniels zu urteilen die Zahl der Spender nicht so sehr verringert. Man hat allerdings im Schnitt verantwortungsvollere Spender bekommen. Und das ist doch generell schon mal positiv.

    Spender bleiben nicht unbedingt deshalb aus, weil sie so große Angst vor einer Kontaktaufnahme des Kinder haben, sie bleiben deshalb aus, weil die Gesetzeslage in Deutschland so besch…. ist, dass sie – wenigstens theoretisch -Gefahr laufen würden, finanziell zur Verantwortung gezogen zu werden. Ich erinnere mich auch an einen Chat, wo nein potentieller Spender das geschrieben hat. Im HI-Forum gibt es manchmal Anfragen, wenn jemand einen privaten Spender sucht. Die Männer würden spenden, wollen aber finanziel auf der sicheren Seite stehen. Und das können sie in Deutschland vergessen. Der Arzt wiederum rückt deshalb die Daten nicht heraus, weil er wiederum vom spender in Regress genommen werden könnte.

    Das ist einfach die beknackte Gesetzeslage. Leider waren bisher keine Journalisten dazu bereit darüber zu schreiben.

  8. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Jule: Der Beispielspender entsprach durchaus dem Durchschnitt. Außer der Tatsache, dass er wirklich sehr viel gespendet hat. Also wesentlich mehr als für 8 Kinder.

  9. Elmar Breitbach
    goldschatz schreibt

    Ich fand es ganz wunderbar, dass die Zeit dem Thema so ein grosses Dossier gewidmet hat. Vielleicht dient der Artikel etwas der enttabuisierung des Themas. Schade nur, dass vielen Ärzten wie Katzorke das Wohl der Kinder und ihr Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung so egal ist.

  10. Elmar Breitbach
    goldschatz schreibt

    Ups, das sollte ein grosses E werden in dem wichtigen Wort Enttabuisierung:-)

  11. Elmar Breitbach
    Lynn281 schreibt

    Ich werde irgendwie das Gefühl nicht los das der Verfasser des Artikel selbst eine negative Meinung zum Thema Samenspende hat.

    Die Befruchtung mit Fremdsamen wird als Supermarkt der Gene verkauft. Man soll sich wohl laut Verfasser die Frage stellen, ob diese Alternative zu weit geht.

    Der Weg der donogenen Insemination als egoistische Weg der Eltern…

    Ich bin zwar froh, dass dieses Thema enttabuisiert wird, doch jemand der sich mit den Thema nicht auskennt, wird hier wieder eine Vorlage für Vorurteile geliefert bekommen (Kinder aus donogene Insemination werden über ihre Herkunft immer unglücklich sein, DI zerstört Familien, die Spender machen alles nur wegen ihrem Ego und Geld usw.).
    Die Darstellung ist einseitig negativ und biete keine Verbesserungsvorschläge. Wie klärt man DI-Kinder richtig auf? Welche Gesetzesänderung wären sinnvoll? Spielt die genetische Abstammung überhaupt eine so wichtige Rolle?
    Schon Formulierung wie "Uns ist der Koreaner ausgegangen" wie die überdrehte Beschreibung des Arztes,zeugen davon, dass der Verfasser kein gutes Haar an der Samenbank in Essen lassen wollte.
    Mich macht es immer wütend, dass wenn über das Thema berichtet wird, immer die gravierensten Beispiele genannt werden. Es sind immer zerrüttete Familien, indem die Mutter in Abwesenheit des Vaters das Kind völlig kopflos aufklärt und dann nie wieder reagiert. Aufklärung mit den Spruch "Dein Vater ist nicht dein Vater". Keine halbwegs vernünftige Mutter, die sich mit den Thema auseinander gesetzt hat würde so eine Aufklärung anfangen.
    Ich finde nicht, dass diese Beispiele repräsentativ sind.

  12. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    Anscheinend bin ich die Einzige, die meint, dass man es dem Kind nicht sagen muss….. ist es nicht besser für das Kind?
    Erstens kann es seinen biologischen Vater niemals kennenlernen (das geht sehr vielen so).
    Zweitens wird es dann nie diese Phasen wie in dem Artikel durchleben.
    Was ist daran so schlimm, wenn ein Kind es nie erfährt? Muss man immer die Wahrheit sagen, auch, wenn sie brutal ist? Macht man doch auch sonst nicht…..

  13. Elmar Breitbach
    Nauka schreibt

    @Viktoria1:

    ich halte solche Familiengeheimnisse immer für gefährlich.
    Wenn das dann auffliegt, ist es oft zu spät und die Familie zerbricht. Ich kenne ein Adoptivkind, dass als junge Frau zufällig auf ihre Herkunft stieß. Sie hat mir ihren Adoptiveltern weitestgehend gebrochen, weil sie ihnen nicht verzeihen konnte ihr Leben lang angelogen worden zu sein. Die Herkunft ist meiner Meinung nach Teil der Identität und ein Mensch sollte das Recht haben, entsprechende Informationen zu bekommen.
    Auch können solche Geheimnisse unterschwellig "gespürt" werden und schlimme Auswirkungen haben.

    Guck mal:

    http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/aktuell/upload/Familien.htm

    Die andere Frage ist doch: warum sollte man es Ihnen nicht sagen? Das Verschweigen impliziert doch, dass es etwas ist, worüber man nicht reden kann/darf, also etwas Schlechtes, Komisches oder Verbotenes ist.

  14. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Lynn: Dass in solchen Beispielen meist zerrüttete Familienverhältnisse vorkommen, rührt daher, dass gerade die Spenderkinder, die bei zerrütteten Familienverhältnissen spät aufgeklärt werden, es besonders schwer haben. Sie versuchen dann, ihr Problem erträglicher zu machen, suchen Rat und kommen in die Zeitung. Wer kein Problem damit hat, wird sich eher nicht an die Zeitung wenden.

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Viktoria: Es ist so, wie Nauka es schreibt. Sämtliche psychologe Standpunkte, von denen ich gelesen habe, sagen, dass sich das Kind belogen fühlt und daher dann oft auch mit den Eltern bricht. Bei früher Aufklärung kommt das nicht vor. Ich habe schon eine ganze Reihe von Erfahrungsberichten von DI-Kindern gelesen, die das bestätigen.

    Das war dann für uns auch der Grund von einer ursprünglichen Nichtaufklärerposition in die Aufklärerposition zu wechseln.

    Wir heute haben das Glück, dass wir hier Erfahrungsaustausch etreiben können, unser Wissen darüber vervollkommnen. Den Eltern der heute 20-jährigen stand diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Sie standen die ganze Zeit allein damit da und haben deshalb leider häufig – gut gemeint – diese Fehlentscheidung zur Nichtaufklärung getroffen.

  16. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    Ich weiß nicht. Natürlich müsste sichergestellt sein, dass das Kind es nie erfährt… es weiß doch auch keine dritte Person, ansonsten wäre es sicher ein klassisches Eigentor.
    Von daher würde sich das Kind auch nicht belogen fühlen.

  17. Elmar Breitbach
    mjuka schreibt

    Victoria, ich glaube doch, dass solche Familiengeheimnisse eine echte Macht haben, die viel zerstörerischer wirken kann als eine frühe Aufklärung. Oft steht als Grund hinter dem Schweigen Scham oder Schuld (muss jetzt so nicht sein bei euch!!). Das wäre ein schlechter Grund für Geheimhaltung.
    Zusätzlich könnte es doch sein, dass sich ein Paar Jahrzehnte später streitet und dann im Zorn doch eine ungeplante, damit zerstörerisch wirkende Enthüllung passiert.
    Wenn meine Kinder mit Samenspende gezeugt wären, wüssten sie es. Meine Beiden wissen sogar, dass sie durch künstliche Befruchtung in die Welt kamen. Sie können sich mit diesem Thema auseinander setzen, alles fragen… und gut ist es.

  18. Elmar Breitbach
    Nauka schreibt

    @Viktoria:
    Wie willst Du das denn sicher stellen? Abgesehen davon: Du belügst Dein Kind. Von Anfang an. Was für eine Basis für eine Beziehung soll das sein?

    Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass sie mich diesbezgl. nie angelogen haben.

    Man müsste es dann ja auch jeder anderen Person im Familien- und Freundeskreis verschweigen…

  19. Elmar Breitbach
    Enita schreibt

    Von wegen verschweigen: Stimme den anderen zu, ein Geheimnis ist immer eine Belastung für eine Beziehung, man kann es nie 100% kontrollieren und es bedeutet, dass es etwas "Schmutziges" ist, denn warum kann man sonst nicht darüber reden.

    Und ich füge noch etwas dazu: Wenn das Kind ernsthaft erkrankt (auch als Erwachsener), dann gehört zur Anamnese immer auch die Familiengeschichte und spätestens da wird die Genetik wichtig und spätestens dann müssen die Eltern reinen Wein einschenken. Sicher keine ideale Situation.

    Ich persönlich bin jedenfalls nur für offene Samenspenden (mit einer geregelten Gesetzeslage, klar). Das gibt dem Kind wenigstens eine Chance, alles andere ist für mich persönlich unfair.

  20. Elmar Breitbach
    Helga schreibt

    Dazu sei noch angemerkt, das die Scheidungsrate bei Paaren mit Spenderkindern bei grade mal 2 % liegt. Also es stellt sich ganz klar dar, das diese Kinder aus den "kaputten" Familien und mit der späten Aufklärung (das ist meistens der Grund für den Stress siehe im Artikel) damit nicht zurecht kommen, und ihre Eltern "anklagen". Schade, das es nicht mehr Berichte über Spenderkinder gibt, die früh aufgeklärt wurden, und damit gut zurecht kommen. Das ist betsimmt die Mehrzahl.
    Lg Helga

  21. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    Ich bin mir noch immer nicht sicher… was meint ihr, passiert mit einem Kind, das in der Schule passiert, dass es mit HI oder Eizellenspende entstanden ist? Ich denke, es wird auf das übelste gemobbt…. bei Adoption sehe ich das im übigen anders. Die ist aus meiner Sicht gar nicht geheimzuhalten… schließlich war niemand schwanger.
    Nein, ich würde über HI oder Eizellenspende nicht im Familienkreis sprechen. Im übrigen habe ich kein HI-Kind und werde auch keins bekommen, es sind nur meine Gedanken.

  22. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    @nauka: Eine Lüge? Sehe ich nicht ganz so…. man verschweigt etwas. Müssen Kinder alles (!) wissen???

  23. Elmar Breitbach
    Enita schreibt

    Nein Kinder müssen nicht alles wissen – Aber man verschweigt ihnen nicht irgendein unwichtiges Detail, sondern eine Hälfte ihrer genetischen Herkunft!!! Das ist meiner Meinung nach eine schwerwiegende Lüge.
    Und wie gesagt, das Kind muss nur mal richtig krank werden und schwupps steht man da und muss zugeben, dass man nicht weiß, welche Erkrankungen es in der Familie des Vaters gibt.

  24. Elmar Breitbach
    Nauka schreibt

    @Viktoria: Kinder müssen nicht alles wissen, aber wie ich bereits schrieb, finde ich, das jeder Mensch ein Recht darauf haben sollte, seine Herkunft zu kennen.

    Verschweigen ist dann keine Lüge? Wie würdest Du das sehen, wenn z. B. Dein/e Partner/in Dich betrügt und Dir nichts sagt? Ist das deshalb dann auch keine Lüge? Er/sie hat ja einfach nur "nichts gesagt".

    Ich bin als Kind auch nicht damit hausieren gegangen, dass mein Vater nicht mein biologischer Vater ist. Nicht weil ich meinte, es verschweigen zu müssen, sondern weil es für mich so normal war/ist, dass es gar kein Thema war.

  25. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    Okay, Nauka, du hast recht……
    aber dann habe ich auch noch eine Frage: Amnanese, Recht auf biologische Herkunft, das sehe ich alles ein.

    Also sollte man einem Kind, das aus einer Vergewaltigung stammt, auch die Wahrheit sagen?? Klar ist eine Vergewaltigung ganz anders als eine HI aber das Problem mit der Amnasee und der biologischen Herkunft, was ihr so hoch gewichtet, bleibt.

  26. Elmar Breitbach
    Lectorix schreibt

    Es gab zwei Gründe, warum wir uns an das Thema HI/EZSP nie rangetraut haben – einerseits fühlten wir uns nicht bereit, es wirklich mit fremden Keimzellen zu versuchen (Hauptding) und zweitens hatten wir aber immer Angst davor, wie wir es unserem Kind dann sagen. Dass wir es ihm sagen würden, genauso wie wir Kathi sagen werden, dass sie ein ICSI-Kind ist, steht völlig außer Frage. Seit mein Patenkind vor 7 Jahren adoptiert wurde, bin ich einigermaßen in diesem Thema drin – wobei Adoption ja wesentlich besser gesellschaftlich akzeptiert ist, aber auch hier ging ja ein entscheidender Wandel über die Informations"politik" durch die Gesellschaft. Und ich bin sehr froh, dass sich mein Patenkind dessen bewusst ist, dass es neben seiner Mama auch eine Bauch-Mama gibt.

    Ja, Viktoria, ich sehe das auch so, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo die vergewaltigte Mutter ihrem Kind das sagen sollte. Die psychologische Situation ist ohnehin viel zu schwer während der Zeit, wo man ein solches Verbrechen einem Kind nicht zumuten kann, aber auch das gehört auf den Tisch, um der Mutter die Beziehung zum Kind zu erleichtern und dem Kind, wenn es dann doch herauskommt, den Schock seines Lebens versetzt, dass es unter Gewalt gezeugt wurde. Aber die Frage, woher es kommt, wird insbesondere bei Vergewaltigungsopfern, die sich erst mal überhaupt nicht binden wollen, ohnehin auf den Tisch kommen – und dann fügt man altersentsprechend immer wieder ein Puzzlesteinchen hinzu, denn es wird rauskommen.

    Bei der HI ist zum Glück dieser Gewaltaspekt nicht dabei, aber es kommt bei fast jedem Kind der Tag, wo es sich wünscht (und dies auch laut ausspricht), dass die eigenen Eltern besser nicht die eigenen Eltern wären. Na, und dann? Bei Adoptivkindern, die von ihrer Herkunft wissen, wird es nur anders formuliert, um Spannung in die Situation zu bringen, bei leiblichen (oder denen, die’s glauben) kommt es ganz genau so. Was macht man dann? Eine 15-jährige weiter anlügen? Wohl kaum… *kopfschüttel*

  27. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    Ich finde den Artikel extrem tendentiös geschrieben, schade…
    (Der unsympathische Arzt, der dazu auch noch stinkend reich ist – das hat ja schon fast BILD-Niveau.)

    Und dass bei einem Artikel über HI-Kinder nicht einmal Petra Thorn bzw. aussagekräftige Studien erwähnt werden, finde ich einfach nur schlecht recherchiert (oder absichtlich auf Meinungsmache aus?).

    Aktion Kinderwunsch e.V. fordert ja schon lange "die Einführung klarer gesetzlicher Regelungen, die den Interessen des aus einer heterologen Befruchtung entstandenen Kindes, der Eltern und des Spenders gleichermaßen Rechnung tragen, einschließlich einer gesetzlich festgelegten Archivierung der Spenderdaten für die Dauer von 50 Jahren."
    🙂

  28. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Donza: Mit Petra Thorn hatte die ZEIT fast zeitgleich auch ein Interview. Der Doc hat darauf gerade unter "Und da war dann noch …" verlinkt.

    "extrem tendentiös" kann ich nicht sagen. Aber als tendentiös – zumindest in einigen Formulierungen – empfinde ich ihn auch. Ich denke allerdings, dass die vergebliche Anfrage von der jungen Frau, die sich hier Sonja nennt, Ausschlag gebend für das ZEIT-Interview war. Katzorke rückt die Daten nicht raus, obwohl sie in dem Fall wohl noch vorhanden sind und obwohl ein Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft besteht. – Das ist der zentrale Anlass. Und darüber sollte man schreiben dürfen.

  29. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Viktoria: Wir haben unsere Kinder darüber aufgeklärt und natürlich haben wir ihnen nicht verboten, in der Schule darüber zu sprechen. Bisher haben sie es offenbar nicht getan, aber wir wissen auch nicht, was noch kommt.

    Vor einigen Jahren hatten wir auch noch Angst, sie würden deshalb diskriminiert werden. Diese haben wir jetzt nicht mehr. Zum einen wissen wir von anderen Teilnehmern aus dem Forum, dass das zumindest bei Kindergartenkindern ohne Diskriminierung abgegangen ist, zum anderen haben unsere Kinder viele Freunde. Warum sollten die sich wegen so ´nem Quatsch entfreunden? Nein, das glauben wir nicht, dass das unseren Kindern schaden könnte. Falls es doch Ärger gäe, wären wir natürlich sofort in der Schule. Ist ja klar.

  30. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    So stehen übrigens die erwachsenen Kinder zum Thema Aufklärung:

    http://www.spenderkinder.de/Main/Aufklaerung

  31. Elmar Breitbach
    miez40 schreibt

    Ich denke auch, dass man es dem Kind NICHT sagen muss. Zumindest im Fall der Samenspende oder Eizelspende nicht. das ist was anderes, als wenn sich ein Elternteil nach zeugung oder Geburt aus dem Staub gemacht hat oder gestorben ist.
    Aber da der Spender im Leben der Familie sonst weiter gar keine Rolle gespielt hat und spielt, muss er uch im Leben des Kindes keine Rolle spielen.
    ich kann den Drang nach dem wIssen über die eigene biologische HErkunft nciht ganz nachvollziehen, denn ich bin ja wohlbehütet bei meinen leiblichen Eltern aufgewachsen. Aber cih glaube, wenn sich die Eltern eines Spenderkindes verhalten, wie "normale" Eltern, dann kommt das Kind doch gar nciht auf die Idee irgendwoanders nach Wurzeln zu suchen?
    Nur wenn der soziale Papa "Unzulänglichkeiten" aufweist, dann könnte ich mir vorstellen,dass ein Kind/Jugendlicher gern den echten Papa kennenlernen will, weil es sich bei dem mehr erhofft?
    Aber das halte ich, gelinde gesagt, für Quatsch.Es sollte respektiert werden, dass so eine Samenspende anonym ist in beide Richtungen.
    Stellt euch mal vor, so ein Spender macht sich irgendwann auf den Weg, all seine Kinder zu suchen, weil er es selbst zu keiner Familie gebracht hat?

    Wie läuft das eigentlich, wenn das Kind oder der Spender-Vater krank wird oder ne Nierenspende braucht? Dürfen dann die biologisch nächsten Anverwandten gesucht und genannt werden?

  32. Elmar Breitbach
    Enita schreibt

    Anonymität soll respektiert werden? Entschuldige, aber dagegen spricht die Rechtslage (die zugegeben in Deutschland ziemlich verworren ist). Die Gerichte billigen jedem Menschen das Wissen über die eigene Herkunft (nicht nur sozial sondern auch genetisch) zu.

    Gerade heute, wo fast täglich irgendwelche Meldungen über Gene und wie wichtig sie sind und wie sie funktionieren in den Medien stehen, kann ich sehr gut verstehen, dass Spenderkinder ein merkwürdiges Gefühl haben müssen, so wenig über ihre Gene zu wissen – Gilt natürlich auch für Adoptivkinder, aber wenn man mit dem Wissen aufwächst, kann man sich eher damit auseinandersetzen & sich daran gewöhnen, als wenn mit 18 plötzlich die Bombe platzt – Und ich persönlich glaube nicht daran, dass man so etwas wirklich immer und ewig geheim halten kann.

    Ach und bei anonymen Spendern kommt dann auch noch die Inzestgefahr hinzu, hier in Deutschland ist das vielleicht noch nicht so wild, aber in den USA gibt’s sehr viel mehr Spenderkinder, da sieht das schon anders aus.

  33. Elmar Breitbach
    Nauka schreibt

    @Miez: hast Du Dich eigentlich mal ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt? Oder auch nur die oberen Kommentare gelesen? Berichte von betroffenen erwachsenen Kindern?
    Ich finde das was Du schreibst einfach nur ignorant.

  34. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    "Nur wenn der soziale Papa “Unzulänglichkeiten” aufweist…"

    –> das empfinden doch die meisten Pubertierenden so, oder?! (Ebenso die Mama natürlich.)

    Ich fand den verlinkten Artikel zu "Familiengeheimnissen" sehr lesenswert.

  35. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    @Rebella: Haste auch Recht.

  36. Elmar Breitbach
    Anna schreibt

    Ich finde das Thema sehr schwierig und tendiere bei der jetzigen Gesetzeslage eher zur anonymen Spende. Denn es wäre sicher sehr schwierig für einen Spender, wenn 20 Jahre später bei seiner Familie 10 aus der Spende gezeugte Kinder vor der Türe stehen würden. Dann wären erbrechtliche Fragen zu klären. Oder könnten die Kinder für die Altersversorgung des Spenders herangezogen werden? Wie sieht es rechtlich aus, wenn die gesetzlichen Eltern versterben, könnte dann der leibliche Spender-Vater sorgeberechtigt werden? Was geht in einem Spender-Kind vor, wenn es seinen leiblichen Spender-Vater kennenlernen möchte, jedoch dieser den Kontakt ablehnt? Kann dies zu einer seelischen Verletzung führen?
    Diese möglichen Konstellationen machen mich sehr nachdenklich. Dass man die Kinder über die Spende aufklären sollte, das finde ich aber auf jeden Fall richtig!
    Ein sehr schwieriges Thema!

  37. Elmar Breitbach
    miez40 schreibt

    so, nun werd ich also als ignorant dahingestellt, mal wieder. Egal. Ich weiß ja, dass ichs nciht bin. 🙂
    Es hat bisher hier niemand auf meine/die Frage geantwortet, was denn wäre, wenn auch die Spender all ihre biologischen Kinder suchen und finden wollen würden.
    Ich finde, da muss man in beiden Richtungen gut drüber nachdenken.
    Im Prinzip wollte ich nix anderes sagen als Anna.
    Man muss sich als Eltern klar darüber sein, was es für Folgen haben kann, wenn des Kind bescheid weiß. Und das muss man dann situationsbedingt entscheiden.
    Ich könnte mir auch vorstellen, dass man mit zu viel Aufklärung Probleme heraufbeschwört. Wie fühlt sich denn der soziale Vater, wenn er immerzu betonen muss: Du bist nicht mein leibliches Kind. ? Ist das hilfreich für ein friedliches Familienleben?

    Es gibt also auch hier mal wieder kein Patentrezept. Es sollte jeder Familie überlassen werden und niemand Außenstehender sollte sich herausnehmen, die eine oder andere Entscheidung zu bewerten.

  38. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ miez: Der Spender hat im Gegensatz zu den Kindern keine gesetzliche Grundlage, um an die Daten der Kinder zu kommen. Die von Ihnen gestellte Frage stelt sich somit nicht.

    Und die Lektüre dieser bereits oben erwähnten Links ist wirklich zu empfehlen, falls möglicherweise noch nicht bereits passiert:

    http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/aktuell/upload/Familien.htm

    http://www.spenderkinder.de/Main/Aufklaerung

    Das ist das, was die "Innenstehenden" dazu zu sagen haben.

  39. Elmar Breitbach
    adlernebel65 schreibt

    Vorab: bei allen rechtlichen Fallstellen, sollte meines Erachtens die Spende halboffen sein, d.h. das Kind sollte im Erwachsenalter bei Interesse die Möglichkeit der Kontaktaufname ohne rechtliche Ansprüche bekommen!
    Wenn dies bei einer Spende die Regel wäre, wäre auch ich ein starker Befürworter der Aufklärung. Dennoch: keine Aufklärung um jeden Preis! Denn gerade die Anonymität der Spende lässt mich eher die Position einnehmen die Kinder zumindest nicht im jeden Fall darüber zu informieren. Ich glaube mit "dem Akt der Spende" kommen die Kinder gut klar, problematisch halte ich jedoch die Identitätssuche (die meist mit der Suche nach Wurzeln einhergeht) in der Pubertät. Wenn dann das Wissen um die Spende aus unbekannter Herkunft quält, nachvollziehbare Fragen aufwirft, die niemand beantworten kann, halte ich das Schweigen für die besser Variante. Sicherlich gibt es viele Spenderkinder die es eigentlich gar nicht interessiert, wer ihr biologischer Vater/Mutter ist.
    Aber wenn doch ist wahrscheinlich die größte Klage eines Spenderkindes: "wieso kann ich nicht meine biologische Vater/Mutter kennenlernen oder zumindest mehr über ihn/sie erfahren?". Was hilft dann das Wissen, das man aus einer Spende entstanden ist? Außer vielleicht das Gewissen des Vaters/der Mutter zu erleichtern, dass er nicht mehr allein mit diesem Wissen ist und damit keine Angst vor dem spätererem "zufälligen Erfahren" haben muss.
    Ein schwieriges Thema mit vielen Facetten für die betroffenen Eltern und Kinder, das kein Schwarz/Weiß kennt.
    Die Praxis sieht jedoch so aus, dass die Spende vor allem im Ausland aktuell meist anonym erfolgt ohne Chance als Betroffener mehr zu erfahren. Was kann man da tun?
    Hier sollten betroffene Eltern gut abwägen, denn meines Erachtens gibt es kein allgemeingültiges richtiges Verhalten.

  40. Elmar Breitbach
    Lectorix schreibt

    @Rebella: danke für den Link zu spenderkinder.de – ich hatte gehofft, dass es auch hier bereits Organisationen gibt von Betroffenen (also nicht Eltern, sondern den Kindern selbst). Ich hoffe auch, dass es dies irgendwann mal von IVF– und ICSI-Kindern gibt.

  41. Elmar Breitbach
    Bluete schreibt

    @Lectorix Worin genau würde deiner Ansicht nach der Gewinn einer "Betroffenen-Organisation" von IVF– und ICSI-Kindern bestehen?
    Wenn ich es recht sehe, sind solche Organisationen doch immer da, um Probleme zu bewältigen, zu thematisieren, die Öffentlichkeit zu sensiblisieren, sich gegenseitig zu helfen.
    IVF-und ICSI-Kinder haben das gesamte Problem der Herkunfts- und Wurzelsuche nicht, sie wachsen bei ihren genetischen Eltern auf und soweit ich informiert bin, gibt es auch keine Hinweise darauf, dass diese Art der Zeugung gesundheitliche Probleme bewirkt. Warum meinst du, sollten sich Menschen, die ihre Zeugung der Reproduktionsmedizin verdanken, zusammen schließen?
    Die Lobbyarbeit für Paare, die ungewollt kinderlos blieben, wenn es keine Reproduktionsmedizin gäbe, übernehmen ja jetzt schon die, ich nenn sie mal "Eltern-Organisationen".

  42. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Mich interessiert in dem Zusammenhang nich was ganz anderes. Wenn das als Gefahr für den Arzt betrachtet werden muss, was auf der Spenderkinder-Seite unter Schadenersatzpflicht ( http://www.spenderkinder.de/Main/DieRechtlicheSituation#schadensersatzpflicht ) steht – und ich weiß, dass das von jemandem mit juristischem Hintergrund verfasst wurde – dass also der Arzt auch bei Nichtherausgabe der Daten im Extremfall belangt werden kann, warum scheut man sich dann trotzdem so sehr davor, die Daten herauszugeben, die auch offensichtlich vorhanden sind? Ist die Gefahr für den Arzt dann nicht gleich groß, egal, ob die Daten herausgegeben werden oder nicht? Ja, eigentlich sollte die Gefahr für den Arzt im Fall der Datenherausgabe geringer sein, weil er ja dann eventuelle Ansprüche an die Eltern weiter reichen kann (sofern der Notarvertrag entsprechend ausgelegt ist).

  43. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Interessant, daß gerade hier in den Kommentaren gar nicht auf die medizinische Seite eingegangen wird. Vielleicht hat das Kind später mal berechtigtes Interesse an der "Anamnese" seiner genetischen Familie? Organspendefragen? Kinderwunschprobleme? (Von den Fragen bzgl. Erbschaft und Sorgerecht, die Anna schon angesprochen hat, mal ganz abgesehen.)

  44. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    ich finde, dass muss jedes elternpaar oder jeder eltern-ein-teil für sich selber herausfinden, klären und handhaben, da es keine standard-konstellationen im leben gibt.
    jeder so, wie er(/sie natürlich auch) will, kann, braucht. Und wie es für das kind verkraftbar und "am wohligsten" ist.

    manches kind kann man ja auch was später informieren über die HI, so mit äh, 20? 40? wer weiß. jedenfalls kommt es immer auf die rahmenbedingungen, charaktere etc an.

    da verstehe ich auch gerne beide / alle ansichten. vor ihrem speziellen hintergrund.

  45. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Naja Greta, wenn man sich mit den Aussagen der erwachsenen Spenderkinder beschäftigt, die es eben erst im Alter von 20 oder 40 erfahren haben, kommt man leider zu dem Schluss, dass das zu spät ist. …

  46. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    aber rebella, man beschäftigt sich nur mit den aussagen derer späterfahrender spendersamenkinder, denen es zu spät ist. die, die mit frühem, spätem, komischen, gelungenen oder gar keinem outing leben können, treten nicht in erscheinung, weil sie sich nicht äußern….. sie sind ja auch meist halbwegs zufrieden damit. unzufriedenheit wird bei allen themen lauter geäußert…

  47. Elmar Breitbach
    Tralala schreibt

    Wer sagt eigentlich, dass alle Ärzte so reagieren wir dieser W****** Katzorke? Unser Arzt sich, nachdem ich ihn ein bisschen bearbeitet habe, bereit erklärt, die identifizierenden Daten des Spenders an einen Notar zu übergeben. Somit haben unsere Kinder die Möglichkeit, den Spender ausfindig zu machen, wenn sie 18 sind. Und ich würde sie darin auch unterstützen, denn ich kann es total nachvollziehen, dass sie sich für die andere Hälfte ihrer Gene interessieren. Das bedeutet noch lange nicht, dass sie ihren "echten Vater", und damit meine ich selbstverständlich meinen Mann, ablehnen. Ich denke (und hoffe), dass wir als Familie damit werden umgehen können, wenn es soweit ist.
    Wer bin ich, dass ich meinen Kindern das im GRUNDGESETZ verbriefte Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung vorenthalte?

  48. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich freue mich, Tralala, dass ihr eute Spenderdaten nun hinterlegen lassen konntet. Und ich habe das bei DEM Arzt auch nicht anders erwartet.

    Aus dem Forum wissen wir auch, dass es sogar eine Samenbank gibt, die die Spenderdaten generell per Notar hinterlegen lässt. Von daher scheint das wirklich ein Problem zu sein, das nur auf einen Teil der Ärzte / Samenbanken zutrifft.

  49. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Greta, deine Aussage vom 9.11. ist zwar generell richtig, du hattest aber zuvor geäußert, du wolltest Spenderkinder unter Umständen erst mit 20 oder 40 aufklären lassen. Dem muss ich aber entgegenhalten, dass Geschichten von apät aufgeklärten spenderkindern fast grundsätzlich negativ ausfallen, Geschichten von früh aufgeklärten fallen im Allgemeinen jedoch positiv aus. …

  50. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Ich denke dass Menschen mit HI oder Adoptionshintergrund die so (negativ) reagieren, immer ein Problem in der Familie haben.
    Es hat nichts mit frühe oder späte Aufklärung. Sie hätten/würden genau so reagiert/reagieren auch wenn sie früh erfahren hätten/würden, vielleicht noch schlimmer (weil die Probleme eben früher anfangen würden).
    Kinder die glücklich in der Familie (und Umgebung)leben machen sich nicht solche Gedanken und sind nicht so interessiert etwas neues zu erfahren über die Familie, das das Frieden ändern würde. Warum sollten sie das? Was sollte ihnen bringen zu suchen? Damit werden sie häufig auch nicht glücklicher, sondern im Gegenteil. Entweder sie erfahren schlechte Sachen über die Erzeuger, oder diese lehnen sie ab, oder ähnliches.
    Und dass sie Adoptionsfamilie (auch bei HI) so sicher sein kann (wegen Kritik oder Ablehnung), kann man so pauschal nicht sagen.
    Wie Greta und andere sagen, es kommt auf dem Kind (Charakter, Temperament), auf die Familie, auf die Erziehung und die Werte die sie bekommen. Egal in welcher Alter sie über ihre Erzeugung erfahren.
    Manche sind glücklich und sind dankbar, andere dagegen reagieren schlecht und lassen alles raus, usw.
    Ja, es ist wichtig die Daten der Erzeuger irgendwo zu lassen, aus medizinische Gründe und nur für Not.

  51. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Übrigens habe ich neulich mit einem adoptierten Jungen gesprochen (über 20 Jahre alt) und ihn gefragt.
    Er sagte mir dass es für ihn kein Unterschied macht. Er ist wütend auf seine Erzeuger (Mutter vor allem), dass sie ihn abgegeben haben, will nichts von ihnen wissen und egal unter welchem Umstände, würde er sein Kind niemals weggeben.
    Er ist glücklich wo er ist.
    Das ist schon mal sehr klar für mich.

  52. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Ich hatte vergessen: der Junge wurde schon sehr früh aufgeklärt, weil er anders sah als die Eltern (kein Europäer). Ihn stört also nicht die Aufklärung (wann sie geschah), sondern die Tatsache an sich.
    Ich denke das sollte man (auch) in Kauf nehmen.
    Ob die Kinder nun wann sie aufgklärt werden oder die Herkunft/Erzeugung mehr traumatisiert, ist die Frage.