Umwelte-Gifte für Unfruchtbarkeit verantwortlich?


[Via Pressemitteilung Greenpeace:] Nur mit einem Feigenblatt bekleidet protestieren Greenpeace-Aktivisten heute vor dem Bundeskanzleramt gegen Zeugungsunfähigkeit durch Alltags-Chemikalien. Die Feigenblätter tragen die Aufschrift „Alltagschemie ist Gift für meine Spermien!“.

Hintergrund des Protestes: Für jedes zehnte Paar [Anmerkung: Es sind eher mehr Paare, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben] in Deutschland bleibt der Kinderwunsch mittlerweile unerfüllt. Als eine der Hauptursachen
[Anmerkung: Es könnte eine Ursache sein und ist es sogar mit großer Wahrscheinlichkeit, aber Hauptursachen sind andere Faktoren] gelten Chemikalien, die insbesondere die Fruchtbarkeit von Männern schädigen. Dazu gehören zum Beispiel Weichmacher, die in Rasiercreme, Lebensmittelverpackungen oder Badelatschen stecken. [Anmerkung: Ob diese Weichmacher (Phtalate) wirklich in der Lage sind, die Spermienqualität negativ zu beeinflussen, ist fraglich. Eine diesbzügliche Studie kam zu anderen Ergebnissen] Der EU-Wettbewerbsrat berät heute in Brüssel über die EU-Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien). Unter Führung von Kanzlerin Angela Merkel will sich die Bundesregierung dafür aussprechen, dass besonders schädliche Chemikalien selbst dann weiter verwendet werden dürfen, wenn sichere Alternativstoffe vorhanden sind.

„Um die Fruchtbarkeit unserer Männer steht es nicht zum Besten“, sagt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin von Greenpeace. „Wenn Frau Merkel wirklich etwas für die Zukunft dieses Landes tun will, muss sie in Brüssel dafür sorgen, dass keine fortpflanzungsschädigenden Chemikalien mehr in Alltagsprodukten stecken.“ Studien zeigen, dass die Spermienzahl in Deutschland jährlich um mehr als zwei Prozent abnimmt. Sie nähert sich damit einem Bereich an, den die WHO als kritisch für die Zeugungsfähigkeit ansieht. Zudem leiden immer mehr
Jungen an Hodenhochstand, ein möglicher Auslöser für spätere Unfruchtbarkeit und erhöhtes Hodenkrebsrisiko. Industriechemikalien gelten als wesentliche Ursache für diesen Trend. Mehr als 300 Chemikalien aus alltäglichen Produkten werden im menschlichen Blut inzwischen nachgewiesen.


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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich begrüße diese Aktion. Mag sein, dass es nicht DIE Hauptursache ist, aber es ist eine sehr ernst zu nehmende Ursache, gegen die wir direkt etwas tun könnten.

    Außerdem zeigt die Aktion doch: Die Paare haben ihre Unfruchtbarkeit nicht selbst zu verantworten. Wir alle sind ein bischen mit dran schuld und sollten deshalb zusammen legen und helfen!

  2. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    Schön, daß jetzt auch die letzten "Erz-Grünen" gemerkt haben, was Sache ist – sind aber die selben, denen dann ein "E* aus der Hose fällt", wenn man mehr Geld, politische Aufmerksamkeit und verbesserte Gesetze für KB fordert :-).

    Ob den Jungs mit den Schildchen vor den Kronjuwelen klar ist, daß sie, wenn betroffen, um Väter zu werden ggfs. ins Ausland gehen müssen als deutsche Staatsbürger um mit selektiven Methoden dann doch noch zeugen zu können?

    Trotzdem schön, daß GP dem Thema Aufmerksamkeit zukommen läßt – hoffentlich nachhaltig!

  3. Elmar Breitbach
    Mondscheinkind schreibt

    Das liegt ja nicht nur an den Umweltgiften,sondern auch an den nicht herausfilterbaren Hormonresten von Pillen-etc.-Anwenderinnen.Siehe auch hier: http://www.lanzendorfer.ch/Artikel_Daten/wassermann_artikel26.htm

  4. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    @ Reaba,
    wenn es nur wirklich so schöö..n wäre 🙂
    nach meiner Meinung geht es wie immer bei "denen" hauptsächlich um die politisch-ideologische Auffassung die mit der Kombinationen aus Fürchtemachen ( Betroffenheitskult, Kulleraugen-Claudia kann das bestens.) und Moralisieren immer noch viel Erfolg bei den "angegruselten" Adressaten hat.

    wer sich für die Hintergünde zu REACH interessiert, mag hier weiterlesen.
    http://www.holgerbengs.de/reports.asp?id=483 (nüchtern)
    http://www.senordaffy.de/index.php?p=3 etwas polemisch, aber wahr: " Laborbetreiber..bekommen dank REACH viel zu tun, ca. 2,3 bis 5,2 Milliarden Euro beträgt das Auftragsvolumen. Nicht wenig davon wird verwendet werden für Tierversuche. Laut der 3sat-Sendung Nano werden wegen REACH 20 Millionen Versuchstiere sterben. 20 Millionen Tiere zu essen finde ich im Gegensatz zu PETA vollkommen in Ordnung, sie für komplett überflüssige Versuche wenig waidgerecht zu killen, hingegen nicht"

  5. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    @Fassi

    ja, politisch korrekt sein ist zuweilen leider eine Angelegenheit mit blutigen Auswirkungen – die Links sind sehr aufschlußreich….und entsetzlich traurig in der Auswirkung. Der Kulleraugentante würden die Augen übergehen – aber sowas steht wohl ausserhalb des gewünschten öffentlichen Diskussionsspektrums dieser Betroffenheitsheulsusen.