Studie: Wie kommen Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern klar?

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In Deutschland betrifft diese Frage vornehmlich lesbische Paare, die sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe von Spermienspenden erfüllen können. Männer haben es da schwerer. Adoptionen sind praktisch nicht durchfürbar für schwule Paare und der Aufwand mit Eizellspende und Leihmutterschaft im Ausland ist sehr hoch, nicht zuletzt auch finanziell.

Es gibt auch starke gesellschaftliche Vorbehalte gegen solche „Regenbogenfamilien“:

Für ein Adoptivkind wäre es eine Zumutung, ihm vorsätzlich einen Vater oder eine Mutter zu verwehren. Kinder mit zwei Vätern oder zwei Müttern würden „ursprungsmanipuliert“, heißt es. Das bedeute wiederum, dass Kindern in ihrer Entwicklung der Unterschied zwischen „männlich“ und „weiblich“ verwehrt bliebe. Die Sorge, dass Kinder vergessen oder gar verlernen könnten, dass es mehrere Geschlechter gibt

„Volksstimme“ berichtet über eine Studie der Universität Bamberg, die dieses (Vor-)urteil nicht bestätigen konnte:

Aus der 2009 veröffentlichte Untersuchung, bei der 693 sogenannte „Regenbogenfamilien“ befragt worden sind, geht hervor, dass Kinder, die bei zwei Männern oder zwei Frauen leben, sich in ihren Geschlechterrollen sehr wohl fühlen. Kinder würden durch ihr Umfeld früh damit konfrontiert, dass zwei Mütter oder zwei Väter eher ungewöhnlich seien. Dadurch würde das Thema Identität und Geschlecht in solchen Familien vergleichsweise früh angesprochen. Dies könne eine Erklärung dafür sein, dass die Jungen und Mädchen schneller ein Bewusstsein für die eigene Geschlechtsidentität ausprägen. Darüber hinaus neigen diese Kinder zu mehr Toleranz und Offenheit als andere.

Auch Sorgen wegen Diskriminierung der Kinder aufgrund ihres Familienhintergrundes konnten entkräftet werden. Weitere Ergebnisse im Artikel der Zeitschrift.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Zu dem Thema gibt es ja schon einige Studien. Und sie kommen immer wieder auf ein ähnliches Ergebnis.

    Schön, wenn immer mal wieder eine neue Studie die Ergebnisse bekräftigt und damit hier und da auch die Vorurteile nimmt.

  2. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Es ist nicht anzunehmen, dass sich homosexuelle Elternpaare nachteilhafter auf die kindliche Entwicklung auswirken als alleinerziehende Elternteile. In beiden Fällen wird nur durch Angehörige eines Geschlechts erzogen. Im Falle Alleinerziehender fehlt obendrein noch eine zweite Bezugsperson. Wenn wir Alleinerziehende tolerieren können, sollten wir also mit homosexuellen Elternpaaren erst recht kein Problem haben.

    Da es im Artikel überwiegend um homosexuelle Frauen geht, dürfte das Thema Diskriminierung auch keine so große Rolle spielen. Interessanterweise waren die Vorbehalte und Repressalien gegenüber weiblicher Homosexualität schon immer deutlich geringer ausgeprägt als gegenüber männlicher Homosexualität (§175 galt z.B. nur für Männer). Warum das so ist? Keine Ahnung, aber über weibliche Exhibitionisten regen sich ja auch die Wenigsten auf …