Sag ich´s meinem Kinde?


Zu Beginn des Monats hatte ich ja eine Umfrage hier eingestellt, in der es um die Frage ging, ob man es seinen Kindern erzählen soll, wenn sie durch eine künstliche Befruchtung entstanden sind.

Mich interessierte vor allem, ob sich die Einstellung zu diesem Thema im Laufe der Behandlung ändert, weshalb ich die Frage an Besucher „ohne aktuelle Behandlung“, „in Behandlung“ und „Eltern“ getrennt gestellt habe.

Die Unterschiede zwischen diesen Gruppen waren nur gering und es lassen sich lediglich Tendenzen herauslesen. Mehr als die Hälfte der jeweiligen Gruppen hatten vor ihre Kinder über ihre Entstehungsgeschichte zu informieren oder haben es bereits getan (Eltern logischerweise). Die Werte sind bis auf einen Prozentpunkt genau identisch (52, 52 bzw. 53%).

Mit zunehmender Nähe zur Behandlung und dem Behandlungserfolg (=Kind) sank der Anteil derer, die eine Information des Kindes ablehnte. Von 17% vor der Behandlung auf 15% während der Behandlung und deutlich niedriger mit 9%, wenn das Kind bereits geboren war. Entsprechend umgekehrt stieg der Anteil der Besucher, die noch unentschieden war, wobei es mich persönlich wundert, dass die Unsicherheit am größten war, wenn ein Kind bereits auf der Welt war (38% „weiß ich noch nicht“) und am niedrigsten, wenn eine Behandlung noch nicht begonnen wurde (31%). Bei über 800 Abstimmungen sind diese Unterschiede nicht signifikant, die Tendenz erstaunt mich jedoch schon.

Wenn man die Ergebnisse jedoch nicht überinterpretieren und in einem Satz zusammenfassen möchte, dann kann man sagen, dass über die Hälfte der Kinderwunschpaare ihr Kind über die künstliche Befruchtung informieren möchten, unabhängig vom Stand der Behandlung.


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    die kleine diskrepanz, die sie ansprechen erklärt sich für mich so:
    man hat es 1000 mal gelesen, gedanklich durchgespielt, sich drauf gefreut, geplant, erziehungsziele definiert etc…
    und wenn "es" dann da ist verändert sich alles 😉
    ich glaube die meisten menschen, die eltern werden, erleben sich dann mehr fürsorglich und vielleicht eher bedächtiger und umsichtig im vergleich zu vorher.
    da kann beim einen oder anderen doch der zweifel durchbrechen ob der zuvorgefasste akademische ansatz der aufklärung noch im sinne von "kindeswohl" sein wird.
    emotional nachvollziehbar, rational auch auf grund der ausgehenden studie der diskussion eher nicht.
    menschlich eben 😉

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich denke, hier sind ja vorwiegend Eltern mit noch sehr kleinen Kindern. Da stellen sich solche Fragen meist noch gar nicht. Wenn das Kind dann aber älter wird, zu verschiedenen Dingen Fragen über Fragen stellt, alles begeistert aufnimmt, ändert sich auch die Sicht auf die Dinge. Auch Eltern wachsen ja mit ihren Kindern mit.

  3. Elmar Breitbach
    Sonnenschein158 schreibt

    Wie heißt es so schön:

    Theorie und Praxis 😉

  4. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Kann man das einem Kind überhaupt dauerhaft verheimlichen? – Ich meine, irgendwer in der Familie weiß es doch sowieso – es sei denn, dass man wirklich keinem etwas von der Behandlung sagt. Die Gefahr besteht dann, dass jemand anderes als die Eltern es dem Kind sagen, und das wäre doch schon irgendwie ein Vertrauensbruch, würde ich befürchten.