Österreich: Es bleibt kein Stein auf dem anderen


Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte könnte dazu führen, dass im Fortpflanzungsmedizingesetz Österreichs kein Stein mehr auf dem anderen bleibt, wie die Wiener Zeitung berichtet

Das Urteil rügte das Verbot der Eizellspende in Österreich und verurteilte den Staat zu 10.000 Euro Schadensersatz an das klagende Paar. Die Bioethikkommission fordert keine punktuelle Änderung des sondern eine komplette Umschreibung des Gesetzes. Wenn man schon mal dabei ist und aufgrund des aktuellen Urteils Handlungsbedarf besteht, dann sollte man dies zum Anlass nehmen und auch andere Probleme anpacken. Zum Beispiel die Verwendung überzähliger Eizellen für die Stammzellforschung: „Derzeit müssen die Eizellen ausschließlich für die Fortpflanzung verwendet werden. Mediziner importieren daher Eizellen aus dem Ausland zu Forschungszwecken. Laut Mehrheitsbeschluss wäre es sinnvoller, auch an heimischen Eizellen zu forschen„, sagt Sprecherin Doris Wolfslehner.

oesterreichAußerdem plant die Bioethikkommission das Thema Präimplantationsdiagnostik anzugehen. Dabei werden Embryonen genetisch untersucht, bevor sie in die Gebärmutter eingepflanzt werden. Ebenso soll diskutiert werden, ob sich künftig auch alleinstehende Frauen mit Hilfe von Samenspenden künstlich befruchten lassen sollen können.

So, nun müsste nur mal jemand gegen die Bundesrepublik klagen. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Pressemitteilung der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt

Nachtrag: Noch eine katholische Meinung dazu? Sollte bei diesem Thema nie fehlen..


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

12 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Mir kommen die Tränen.

    Dieses Urteil könnte tatsächlich einen Wendepunkt darstellen, der in nicht ganz so weiter Zukunft auch auf Deutschland übergreift.

    Und es ist so schön, dass die Vorstellungen der Bioethikkommission sich nicht "nur" auf das Thema Eizellspende beziehen, sondern auch auf die PID und allein stehende Frauen. Manchmal wünscht man sich ja, 10 Jahre schlafen zu können und dann einfach das zu genießen, was sich inzwischen scheinbar von selbst entwickelt hat.

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das Urteil scheint nicht richtig verlinkt zu sein.

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Danke, ist geändert

  4. Elmar Breitbach
    hasipuffer0204 schreibt

    Tja, wenn unser Verein (www.aktionkinderwunsch.de) ein paar tausend Mitglieder mehr hätte…würde ich dem Vorstand vorschlagen, den Klageweg zu beschreiten…diese Sammelklage hätte man dann schnell zusammen…

  5. Elmar Breitbach
    Sasakreta schreibt

    Tja, aber dann müßte man ja aktiv werden und seinen Hintern hochbekommen und damit hat es ja der durchschnittliche Kiwu-Patient nicht so. Und die erfolgreich behandelten Kiwu-Patienten erst recht nicht. `S is a Kreuz.

    [/ironie]

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich bin da ganz zuversichtlich, dass sich motiviert durch dieses Urteil auch in Deutschland bald Kläger anfinden werden. Einer Sammelklage bedarf es da sicher nicht. Und man braucht dafür auch nicht unbedingt einen Verein mit 1.000 Mitgliedern. Es reicht eine private Rechtschutzversicherung und ein großes Durchhaltevermögen.

  7. Elmar Breitbach
    Stolbist schreibt

    Tja, die Frage, wogegen genau muss man als Deutsche klagen? Gegen Emrbyonenschutz Gesetzt? der dazu führt, dass nicht lebensfähige Embryonen transferiert werden und es entweder zu keiner SS oder zur FG kommt? ;-( Gegen die Tatsache, dass HI nicht übernommen wird?
    Sehe ich genau so, man braucht echt ein wannsinnigen Durchhaltevermögen, um neben der Kinderwunschbehandlung noch gegen Gesetze in D. zu kämpfen……

  8. Elmar Breitbach
    cruzeiro schreibt

    Wozu denn klagen? Einfach die "heilige Dreierregel" nicht mehr beachten in der täglichen Praxis. Und vielleicht die Bundesärztekammer darauf hinweisen, dass sie doch bitte schnellstmöglich ihre Richtlinie ändern möge und die Weiterkultivierung von mehr als 3 Embryonen zulässt.

    Das Urteil bedeutet nichts anderes als den Tod der Dreierregel. Endlich ist es soweit.

  9. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das sehe ch jetzt auch so, wo ich das von dir lese, cruzeiro. Ein Urteil des europäischen Gerichtshofes sollte doch gleich für ganz Europa gelten. Da müssen nur erstmal ein paar mutige Ärzte vorspringen.

    Weil, wer so lange im Knast gesessen hat, der traut sich gar nicht raus, wenn mal einer die Tür aufmacht.

  10. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    "Ebenso soll diskutiert werden, ob sich künftig auch alleinstehende Frauen mit Hilfe von Samenspenden künstlich befruchten lassen sollen können."

    –> ivf.at bietet das jetzt schon an: http://www.ivf.at/FuerPaare/DerunerfuellteKinderwunsch/AlleinstehendeFrauenSingles/tabid/103/language/de-DE/Default.aspx

    Auch die Samenbank Berlin übrigens: http://www.samenbank-berlin.de/

    Das interessiert mich ja, wie die das rechtlich hinkriegen. …

  11. Elmar Breitbach
    Spammer schreibt

    Gibt es schon eine Auswirkung des Urteils auf Deutschland, hat das hier jemand aufgegriffen oder ist das einfach wieder verebbt?

  12. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Oder hat hier jemand einfach nur versucht, einen Link zu einer Samenbank zu setzen? Über Yahoo-Siteexplorer? Und ist am Thema irgendwie gar nicht interessiert?