Klage wegen Drillingen


Gesunde Drillinge sind kein Schadensfall, so der Oberste Gerichtshof in Österreich. Die Eltern der (dreieiigen) Drillingen hatten mit dem Arzt die Rückgabe von zwei Embryonen vereinbart und sahen sich nun von ihm getäuscht und verlangten den Unterhalt für eines der drei Kinder, da ja eigentlich maximal Zwillinge zu erwarten gewesen wären.

Das Gericht berief sich auf ein anderes Urteil, in dem ein sterilisierter Mann geklagt hatte, weil er wider Erwarten ein weiteres Kind gezeugt hatte. Der 6. Senat des OGH blieb aber bei der Argumentation, die er anlässlich der missglückten Sterilisation vor zwei Jahren bereits verwendet hatte. Es sei einheitliche Rechtsprechung des OGH, dass es bei der Geburt von gesunden Kindern keinen Schadenersatz gebe.

Obwohl auch darauf hingewiesen wurde, dass zwischen gesunden und kranken Kinder eigentlich kein Unterschied gemacht würde, gibt es mehrere Urteile, die zu Unterhaltsansprüchen gegenüber Ärzten führten, die eine Erkrankung des Kindes übersehen oder verschuldet hatten.

Wenngleich ich grundsätzlich auch der Meinung bin, dass drei gesunde Kinder keinen Schadensfall darstellen, so wundere ich mich schon darüber, dass es dem Arzt so leicht gemacht wurde. Er hatte ja ganz offensichtlich die Vereinbarung, nur zwei Embryonen zu transferieren nicht berücksichtigt. Oder anders formuliert: Einen mündlich geschlossenen Vertrag nicht eingehalten. Dass man dafür nicht in irgendeiner Form belangt werden kann, wundert dann schon ein wenig.

Via: Salzburger Nachrichten


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Kommentar

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14 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Trotzdem frage ich mich, wie die Eltern ihren Kindern später erklären wollen, dass sie auf "Schadensersatz" bzw. Aufwandsentschädigung, oder wie man es nennen will, aufgrund der Geburt eines gesunden Geschwisterchens geklagt haben. Ein wenig Demut ist manchmal angebracht, wenn ich auch das Vorgehen des Arztes natürlich nicht verstehe. Natürlich hat die Familie aber auch Glück im "Unglück" damit gehabt, dass die Kinder gesund sind.

  2. Elmar Breitbach
    nadera schreibt

    Muß man damit nicht immer rechnen? Es gibt doch auch Zwillinge ohne KB. So ist es doch jederzeit möglich das aus 2 transferierten Embryonen Drillinge entstehen können, oder? Oder kann man wirklich unter dem Mikroskop erkennen ob eine befruchtete Eizelle sich zu eineiigen Zwillinge entwickelt?
    Zum anderen Fall: da hätte der Mann mal besser beim Aufklärungsgespräch aufpassen sollen. Es gibt immer ein Restrisiko bei einer männlichen Sterilisation.

  3. Elmar Breitbach
    xanthippe schreibt

    M.E. ein grauenhafter Nebeneffekt der KB.
    Nadera: hatte ich auch erst gedacht, aber oben steht "dreieiige Drillinge" – aber könnte es nicht sein, dass sich noch ein "spontanes" Eichen von selbst auf den Weg und von einem "Kampfspermium" doch ganz natürlich befruchtet wurde??

  4. Elmar Breitbach
    nadera schreibt

    Oh, danke Xanthippe! Das hatte ich überlesen.
    Aber Deine Theorie ist ja auch möglich?

  5. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ xantippe: Ja, das ist theoretisch auch möglich, ich hatte dazu hier kürzlich schon mal etwas in den News.

  6. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Es steht da oben nicht wie viele Embryos der Arzt zurückgesetzt hat.
    Hat er drei gesetzt?
    Es kann auch sein dass er nur 2 gesezt hat und aus ein Embryo Zwillis entstanden.
    Und ich habe es satt zu lesen: "ich stelle mir nur 1 oder 2 Embryos zurück, oder IUI abgebrochen wegen mehrere Eier usw."
    Wer in aller Welt kann wissen ob und wie viele Eier sich einisten und wieviele Kinder daraus entstehen?
    Niemand ist Gott!!!
    Ja, bei KB gibt es Risiken. Man nimmt sie in Kauf und man macht KB, oder auch nicht.
    Und: Risiken gibt es genug auch bei natürliche SS (genetische Krankheiten, Mehrlinge usw.).
    Warum verstehen die Menschen es nicht?
    Und ich verstehe nicht wieso ein Mensch zur KB geht, weil er/sie unfruchtbar ist, aber denkt gleich sie könnte direkt Mehrlinge bekommen.Wieso denn?
    Es kommt auf die Diagnose, manche brauchen nur ein bisschen Hormonen zu nehmen und andere schaffen es auch mit IVF/ICSI nicht.

    Und das mit dem sterilisierten Mann: leider sind Op’s (im allgemeinen) nicht immer 100% gut.
    Es gibt auch Fehlern bei Diagnosen und Untersuchungen und…auch Wundern.

  7. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    @Ich: Ja, es gibt auch "Wundern", ähm, ich muß mich gerade mal wundern. Vermutlich sind Ihre Fragen rhetorischer Art, aber ich gehe mal trotzdem darauf ein.

    Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit besagt, dass sich bei einem Transfer von drei statt zwei Embryonen bei noch recht jungen Frauen gerne alle drei einnisten (zumindest, wenn sich eh mehr als einer einnistet). Und das ist für alle Vier (Kinder plus Mama) mit nicht unerheblichen Risiken verbunden. Dass Familien das vermeiden wollen, ist doch klar!

    Der Arzt hat vermutlich drei Embryonen eingesetzt, schließlich sind es dreieiige Drillinge. Oder das Paar lebte nicht enthaltsam.

    Warum man bei einer Kinderwunschbehandlung mit Mehrlingen rechnen muß, ist im Theorieteil gut erklärt, daneben gibt es dazu aussagekräftige Statistiken. Vielleicht hilft Ihnen das dabei, Licht ins Dunkel zu bekommen.

  8. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @tintenklecks: Nicht wundern. Vor allem nicht darüber, dass "Ich" geflissentlich darüber hinweg gelesen hat, dass die Frage nach der "Mehreiigkeit" eigentlich schon geklärt wurde. Sie hat ihre Sicht der Dinge und ich kann nur empfehlen, sich da nicht auf Diskussionen einzulassen. Bringt nichts.

  9. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Doc – entweder wurde jetzt oben korrigiert, oder ich habe tatsächlich nicht gesehen dass es auch "(dreieige)" stand.
    Sorry.
    Ansonsten bleibe ich bei meiner Meinung. Oder behaupten Sie in vorhinein zu wissen wie viele Embryos sich einnisten und wie viele Kinder die Frau bekommt?

    @tintenklecks und Doc – es mag im Theorieteil und Statistiken alles sein. Ja, Risiko von Mehrlinge gibt es bei KB, aber so sehr auch nicht.
    Wenn ich Überhaupt den Prozent von SS und geborene Kinder sehe (15-20%) bei KB, finde ich dass so viele Frauen es nicht mal zu einem Kind schaffen.

  10. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..mich würde vor allem interessieren ob das DIE östereichische klinik war, die sich so gerne an den eigenen erfolgsquoten bezecht? 😉
    ..dann fände ich das urteil, genauso wie der doc, nämlich auch ziemlich merkwürdig..
    klar ist ein kind kein "schadensfall" und persönlich würde ich das auch nie einklagen, aber auch ein mündlicher vertrag ist rechtsgültig bindend.
    ..noch nicht erörtert und nur der vollständigkeit halber wurde hier die möglichkeit eines "recycelten" transferbestecks..daher würde ich als betroffene zumindest einen elternschaftstest anstreben (wenn zeitgerechtes schnackseln auszuschließen ist).

  11. Elmar Breitbach
    sandra 100 schreibt

    Soweit ich weiss (aus dem Umfeld des Arztes), wurden 2 Embryonen transferriert. Und einer hat sich dann nochmals geteilt. Der Artikel in der SN ist in dem Fall nicht richtig.
    Und, es war nicht "Die" österreichische Klinik.

  12. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ reaba: Ein recyceltes Transferbesteck… Das sind Einwegartikel, das halte ich für eine extrem unwahrscheinliche Erklärung und ich weiß jetzt nichts über Sandra100s Informationsquelle, bin aber sehr geneigt, dieser zu glauben.

  13. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wenn man den Arzt verurteilen wollte, muss man ihm natürlich nachweisen können, dass er auch 3 Embryonen transferiert hat. Da sich ja wirklich noch ein drittes Ei auf den Weg gemacht haben könnte, ist es nicht zweifelsfrei nachweisbar. Daher kann man ihn dann auch nicht bestrafen.

    Auf der anderen Seite wäre ich natürlich auch verärgert gewesen, wenn man sich über meine Wünsche hinweg gesetzt hätte. Denn mit dem Resultat lebe ich dann ja auch. Auch, wenn ich natürlich alle 3 Kinder geliebt hätte.

  14. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..den dazu passenden artikel habe ich leider nicht, aber ich glaube in london ist es wegen der mehrfachbenutzung eines inseminationsbestecks mal zu zwillingen mit unterschiedlichen ethnischer herkunft gekommen….das fiel mir nur ein als möglichkeit auch in diesem fall 😉