Fällt die Altersgrenze?


Nicht, weil das Thema so beliebt ist, geht es mal wieder um das Alter der Frau bei der künstlichen Befruchtung. Wie die Ärztezeitung berichtet, wird das Bundessozialgericht am Dienstag (3.3.2009) darüber entscheiden, ob die aktuell gültige Altersbeschränkung für Leistungen der künstlichen Befruchtung auf Frauen unter 40 Jahren rechtens ist.

Eine Frau aus Hamburg hatte mit 41 einen Zuschuss von 50% beantragt, jedoch ohne Erfolg. Gegen diesen ablehnenden Bescheid legte sie nun Einspruch ein und klagte sich bis zum Bundessozialgericht in Kassel hoch. Sie begründete die Klage damit, dass der Gesetzgeber habe seinen „Differenzierungsspielraum“ überschritten habe, denn die Erfolgswahrscheinlichkeit der künstlichen Befruchtung sinke signifikant erst bei Frauen ab 43 Jahren.

Bereits 2007 wurde entschieden, dass die Altersgrenze bei den Männern (50 Jahre) gerechtfertigt sei, dies liege im Interesse der Kinder (BSG 24.05.2007, B 1 KR 10/06 R).

Erfolgsraten IVF und Alter
Erfolgsraten IVF und Alter

Wenn man dieses Graphik aus der aktuelle Statistik des Deutschen IVF-Registers so anschaut, dann kommen einem Zweifel, dass diese Statistik die Richter des Bundessozialgerichts davon überzeugen können, die Altersgrenze fallen zu lassen. Denn man sieht schon recht deutlich, wie die Schwangerschaftsraten absinkt und der Anteil der Fehlgeburten steigt.

Jedoch darf man dabei nicht übersehen, dass die individuellen Voraussetzungen der Frau eine wesentliche Rolle spielen (das gilt natürlich für jedes Alter). Denn wenn 2 Embryonen zurücktransferiert werden konnten und mindestens zwei weitere Eizellen vorhanden waren, also eine Auswahl bestand, dann liegt die Schwangerschaftsrate bei über 20% pro Transfer. Und das für alle Frauen mit einem Alter ab 40. In diesem Durchschnittswert sind also auch die 43-45jährigen enthalten.

Es wäre zu hoffen, dass die Richter eine ähnliche Regelung wie bei den privaten Krankenkassen befürworteten, denn hier werden die individuellen Chancen des Paares berücksichtigt und übersteigen diese 15% (Schwangerschaftsrate/Transfer), dann müssen die Kosten von der Versicherung getragen werden. Aus meiner Sicht wäre auch eine Grenze von 20% ein Erfolg, wenn dafür die starre Altersgrenze endlich fallen würde.

Man darf gespannt sein, gleichwohl würde ich meine Hoffnungen für den 3.3. nicht allzu hoch hängen.


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Kommentar

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13 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    AMH und Inhibin sind doch die Größen, die es zu bestimmen gilt, um die individuellen Erfolgsaussichten einzuschätzen.

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Rebella: Inhibin bringt nicht viel mehr als das gute alte FSH. Aber auch von AMH würde ich es nicht alleine abhängig machen. Denn auch der ist nicht unwandelbar und Schwankungen ausgesetzt und man hat da schnell jemanden der möglichen Chancen beraubt.

  3. Elmar Breitbach
    Nadja schreibt

    Habe grade beschlossen, dass wir erst ab November weiter machen, da werde ich 32, das sieht doch gut aus, oder? 🙂 Außerdem endlich verheiratet…hach wir sparen Geld und werden schwanger…schön! 😉

  4. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @nadja: erstmal herzlichen glückwunsch zur vermählung!

    @doc: ist vielleicht etwas viel verlangt, aber gibt es obige, erste statistik eigentlich auch um den faktor "alter des mannes" erweitert..?
    oder zumindest eine ähnliche statistik für männer..?

    ich möchte nicht in ihren schuhen stecken, wenn bei der analyse der fruchtbarkeit nur eine wahrscheinlichkeit von 19,7 oder gar 18,9 % zu stande kommt…schwierig; was allerdings nicht für diese derart starren altersgrenzen spricht!

  5. Elmar Breitbach
    janna schreibt

    Es wird längst Zeit, dass hier das Alter hochgesetzt wird. Schließlich ist die Versorgung von Spätgebärenden noch nie so gut gewesen wie heute

  6. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @reaba: Na klar gibt es das, zumindest in der Kombination mit dem Alter der Frau. Gerade vor Kurzem hier in den News

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @janna: Um die Schwangerschaftsrisiken geht es schon lange nicht mehr. Sondern um die Wahrscheinlichkeit, überhaupt schwanger werden zu können

  8. Elmar Breitbach
    B. schreibt

    Ich bete, dass die Altersgrenze ein Stück nach oben versetzt wird.

    Erwarte im Juni 09 mein erstes Kind (nach IVF). Bin dann schon 38 Jahre alt. Wir würden aber gerne noch ein zweites Kind (durch IVF) bekommen. Und allein schon wegen der Gefahr einer möglichen Fehlgeburt (!!!) durch so kurz aufeinander folgende Schwangerschaften, würde ich nach dem ersten Kind gern 18 Monate damit warten, erneut schwanger zu werden. Kann ich aber nicht – wenn 40 Jahre die Obergrenze bleibt. 🙁

    Und bete… …und bete… …und bete… …und…

  9. Elmar Breitbach
    Nadja schreibt

    @reaba: oh, vielen dank! 🙂

  10. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Yesss! Genau so müßte es sein: für jedes Paar/Fall mit seine Geschichte, Probleme und Diagnose.
    Es gibt Möglichkleiten für alle wenn man will.

  11. Elmar Breitbach
    reaba schreibt
  12. Elmar Breitbach
    anonymus schreibt

    Abgestimmt! Aber in den Kommentaren tun sich schon wieder die dunklen Seiten der Macht auf :-(. Bringt es noch etwas, sich ggü. solchen Menschen zu positionieren oder ist es ein Kampf gegen Windmühlen?

  13. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Abgestimmt, aber es ist noch nicht reichend.
    Und die Kommentare…