Bezeichnung Kinderwunsch-Tee ist unzulässig

Nicht ohne wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit

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Tees zur Verbesserung der Fruchtbarkeit gibt es zahlreich. Jedoch gibt es keine wissenschaftlichen Belege für deren Wirksamkeit. Und ohne diesen darf man den Begriff „Kinderwunsch-Tee“ nicht verwenden.

Sie enthalten gerne mal Storchenschnabel oder Frauenmantel. Kinderwunsch-Tees sollen die Fruchtbarkeit der Frau erhöhen und die Chancen steigern. Da liegt es nahe, Kräuter zu verwenden, bei denen schon namentlich ein Bezug zum Thema besteht. Persönlich ist der „Nestreinigungstee“ schon lange mein Favorit. Auch weil er oft Stiefmütterchen enthält.

Ist die Wirksamkeit der Kinderwunsch-Tees belegt?

Die Inhaltsstoffe legen eine Wirksamkeit auf dem Gebiet der Frauenleiden im weitesten Sinne bereits nahe. Jedoch fehlen für all diese Kräuter der wissenschaftliche Beleg ihrer Wirksamkeit im Hinblick auf den unerfüllten Kinderwunsch. Studien, die die Wirksamkeit untersuchen, gibt es nicht und Beweise fehlen völlig. Dennoch werden sie verkauft mit dem Hinweis auf „erfahrungsheilkundliche“ Erkenntnisse.

Gericht verbietet den Namen „Kinderwunsch-Tee“

Die Firma Madena hatte einen solchen Kinderwunsch-Tee in ihrem Sortiment und bewarb ihn entsprechend, berichtet Apotheke Adhoc: „Der Tee sei in der Lage, den Zyklus zu harmonisieren und so den Eisprung zu fördern. Weiter hieß es: „Lemongras wirkt entspannend auf den Körper und baut Stress ab, so dass man sich ganz auf die Schwangerschaft einlassen kann. Zitronenverbene und Basilikum werden eine luststeigernde Wirkung nachgesagt.

Vor dem Oberlandesgericht Köln wurde die Firma von einem Wettbewerbsverband verklagt, weil die behaupteten Wirkungen nicht durch Forschungsergebnisse belegbar sind.

Der Bezug auf alte Hebammenrezepte und volksmedizinische Erkenntnisse reichten dem Gericht nicht aus, um den Namen Kinderwunsch-Tee zu verwenden. Die Bezeichnung wurde vom OLG daher untersagt. Eine Revision wurde nicht zugelassen  (Az. 6 U 181/18).

Wer dennoch trotz fehlendem wissenschaftlichem Nachweis der Wirksamkeit solche Tees trinken möchte, wird unter geändertem Namen sicher dazu Gelegenheit bekommen. Und dem sind die Produkte der beklagten Firma dann durchaus zu empfehlen, denn sie sind biologisch angebaut und haben zumindest keine negativen Auswirkungen.

Bildnachweis: „Tea“ von h0lydevil


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Marc Lang schreibt

    danke! ( über https://google.de gefunden )