Altersgrenze für Männer bleibt bestehen

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Bei Männern im Alter von über 50 Jahren, die sich ein Kind wünschen, müssen Krankenversicherungen die Kosten für eine künstliche Befruchtung nicht tragen. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel bestätigte gestern die gesetzliche Altersgrenze, bis zu der die Kosten übernommen werden. „Der Senat hält diese Regelung für verfassungsgemäß“, sagte BSG-Präsident Matthias von Wulffen. Die 50-Jahre-Grenze sei „sachlich gerechtfertigt.“ (Az.: B 1 KR 10/06 R)

Geklagt hatte ein Ehepaar aus Osnabrück, das auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen kann und bei seiner Krankenversicherung eine künstliche Befruchtung beantragte. Unter Verweis auf das Alter des Mannes – er ist mittlerweile 60 Jahre alt, seine Gattin 38 – lehnte die Kasse die Kostenübernahme ab. Dagegen zogen die Eheleute vor Gericht. Für die Altersgrenze gebe es keine medizinische Begründung. Auch bestehe kein Zusammenhang zwischen dem Alter des Vaters und dem Wohl des Kindes. Daher verstoße es gegen das Grundgesetz, wenn über 50-jährige Männer anders behandelt werden als ihre jüngeren Geschlechtsgenossen.

Dem wollte sich das Sozialgericht nicht anschließen. Medizinische Maßnahmen zum Herbeiführen einer Schwangerschaft gehörten nicht zum „Kernbereich der gesetzlichen Krankenversicherung“ Der Gesetzgeber dürfe deshalb Ausschlusskriterien festsetzen – zumal sie nicht willkürlich seien: Wer mit 50 Jahren Vater werde, habe nach der durchschnittlichen Lebenserwartung gerade noch so viele Jahre vor sich, dass er den 27. Geburtstag seines Kindes miterleben könne. „Bis zum normalen Ausbildungsabschluss ist der Vater dann also noch am Leben.“

Derzeit müssen Versicherte mindestens 25 Jahre alt und verheiratet sein, wenn sie von der Krankenkasse eine künstliche Befruchtung bezahlt bekommen wollen. Das Höchstalter liegt bei 40 Jahren für Frauen und 50 Jahren für Männer. Die Kosten übernehmen die Versicherungen der beiden Eheleute zu jeweils 50 Prozent.

Die fettgedruckte Aussage lässt einen für die Zukunft nichts Gutes hoffen.

Via Deutsches Ärzteblatt


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    Holland- Urlaub…privat initiativ werden…

  2. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Wenn Sozialrichter bei dieser Aussage einfach den Krankheitszusammenhang weglassen, klingt das scheinbar plausibel..

    ..es geht ja nur drum, daß irgendwelche Leute halt ´ne Schwangerschaft herbeiführen wollen..schon klar 😉

    von Krankheitsbedingter Paar/Ehe-Sterilität und Familiengründung liest man nichts ..

    Konsequent wäre dann angesichts d. soziopolitischen Entwicklungen unsren Art.6 GG umzuformulieren:
    Den Begriff Ehe streichen, sowie Familie in den Plural "Familien" ( ob Seehofer-Horst , Söder-Markus etc..)umändern
    was der heutigen bio-sozialen Diversität-Realität in wertkonservativsten Kreisen nun Rechnung trägt.
    Vorschlag:
    "Familien stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung"

    die Ehe steht eher nur alibimäßig wegen der Kirchen im GG ( " heiliges Sakrament")
    dort gilt die assistierte Befruchtung per definitionem als "würdelos"
    Ebenso den Natur-BiomoralistInnen ; der säkulare Begriff dafür: " Fortpflanzungstechnologie"
    Typischerweise eine Dienstleistung für Nutzer-Kunden u. deren sozial (patriarchisch) konstruierten allein erfüllenden Lebensweg mittels Lifestyle-(Designer)Baby.
    Beides repräsentieren das weltanschauliche Verbot , Sex und Fortpflanzung zu trennen; “ gute Gründe" werden in Abrede gestellt , wofür exakt solche Urteile auch stehen.

    Besondere Rechte für die standesamtliche Ehe sollte man dann auch erst ab der Geburt eines Kindes erteilen, entsprechend der Familie ohne Trauschein, real passiert das ja eh´ nach und nach, woraus dann folgt:
    Unfruchtbarkeit führt faktisch zu rechtlich-sozialem Singlestatus.
    Zudem wird Kinderlosen seitens gewisser Kreise gern und stetig das "Wilfried-Schreiber"-Paradigma zugewiesen : „ selbstgerecht .. parasitär Zehrende“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfrid_Schreiber#Die_Kindheits-_und_Jugendrente

  3. Elmar Breitbach
    MIKARI schreibt

    OH gut, wollte diesen Beitrag auch schon reinstellen. Steht ja bei uns groß in der Zeitung.
    Das Urteil ist nicht schön 🙁

    Lg MIKARI

  4. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    .." nicht Kernbereich" steht wahrscheinlich für " versicherungsfremde Leistung "
    denn die KB gilt ja bekanntlich nicht als Heilbehandlung oder (oder im Sinne einer "medizin. Zeugungsprothese" ) im Gegensatz zu anderen nicht ursächlich heilbaren, schicksalhaften Erkrankungen.

    Fertilitätsstörungen werden teils schon dem Kernbereich der KV, den Krankheitsbehandlungen zugeordnet, auch wenn das gleiche Behandlungsziel vorliegt, nämlich Zeugung und SS.(Diagnostik/OP/Medikation)
    Mal behandlungsbedürftige Krankheit, mal zu akzeptierendes "natürliches" Schicksal.
    Angesichts der Realität, der inzw. hohen Zahl der durch KB unnatürlich gezeugten Kinder,
    ist auch diese Art der Fortpflanzung faktisch anzuerkennen, spätestens seit d. Eschgesetz gilt sie als juristisch legtitime Methode der Familiengründung.

    Solang die KB als "unnatürlich", im Sinne von unmoralisch gilt,das Geld eh knapp ist, gibt´s keine großen Skrupel .. beim Aussortieren.
    Hier böte sich entsprechend auch die Gelegenheit vor die Zeugungserlaubnis etwaiges Bestehen eines "Elternführerscheins" zu realisieren.. endlich politische "Lufthoheit über den Kinder-Betten"

  5. Elmar Breitbach
    seestern schreibt

    Als Juristin muss ich mich schon wundern. So ganz überzeugen kann mich die Argumentation des BSG nicht. Was heißt denn hier "Kernbereich"? Eine eingeschränkte Zeugungsunfähigkeit beim Mann ist nunmal medizinisch gesehen nicht nicht mit dem Alter in Verbindung zu bringen. Auch die Aussage meiner KiWu! Bin nämlich selbst betroffen, da mein Partner über 50…
    Aber gut, eigentlich viel schlimmer finde ich, dass man mündigen Bürgern (erst ab 25 J.) den Kinderwunsch nicht ermöglicht und eine siebenjährige Zwangswartezeit festlegt. Hallo? Geselschaftspolitisch unverantwortlich, denn wenn man erst aus finanziellen Gründen mit 25 loslegen kann, könnte das ein 2. bzw. 3. Kind vielleicht biologisch aus dem Rennen schießen, wenn die Frau und der Mann einen gewissen Altersunterschied zwischen den Kindern wünschen. Bei einer Geburtenrate von 1,4 aber unverständlich. Und bitte nur weil man mal nicht locker 4000-5000 € für eine IVF/ICSI Behandlung hat, heißt das doch nicht, dass man nicht in der Lage ist anständig für sein Kind zu sorgen. Armes Deutschland: einiges im Argen!!
    Und juristisch nicht nachvollziehbar. Wäre ehrlicher gewesen, die fiskalischen Gründe auch bei deren Namen zu nennen.

  6. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Ja, das mit dem "Kernbereich" und "Lifestylemedizin" als Bgründungen dafür, die Kosten nicht zu übernehmen, ist nicht nachvollziehbar und sicherlich ausschließlich finanziell zu begründen, so wie beim GMG auch. Das wird in dieser Form aber niemand zugeben.

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..ist doch eine zuverlässige konstante unserer "kinderfreundlichen" haltung in D…kontinuierlich und durchgängig durch alle gesellschaftlichen bereiche und instanzen – deshalb wundert mich so ein urteil auch nicht, auch wenn ich es natürlich sehr bedauerlich finde, weil mein mann und ich auch betroffen sind, wenn wir gerne ein gewisterchen für unsere kleine haben wollten.
    prinzipiell wollen wir das auch, aber hey, wenn schon selbst zahlen, warum dann nicht gleich auch steuern in neu seeland … 😉 ?
    lg reaba