Politikerinnen und Kinderwunsch


Aus einem Interview des „Tagesspiegel mit Andrea Nahles von der SPD:

Sie werden mit einiger Wahrscheinlichkeit in der vorderen Reihe der SPD landen. Damit werden Sie für viele Frauen ein Vorbild. Was wollen Sie als Frau in der Politik vorleben?

Ich würde gerne auf der Basis dessen, was andere Frauen vor mir erreicht haben, zwei Dinge zeigen: Dass es selbstverständlich ist, als Frau politische Führung zu beanspruchen. Und dass es selbstverständlich wird, als führende Politikerin Mutter zu sein. Noch werden Mütter in der Politik behandelt, als hätten sie ein schweres Defizit. Das bedrückt mich.

Sie haben kürzlich in einem Interview von Ihrem Kinderwunsch gesprochen. Wie waren die Reaktionen?

Sogar politische Freunde haben mir geraten, darüber nicht öffentlich zu sprechen, weil mir das als Politikerin schaden würde. Es hieß: „Vergiss es Andrea, du musst dich entscheiden.“ Das hat mich ziemlich sprachlos gemacht. Ich will, dass sich Frauen zwischen Karriere und Kindern nicht mehr entscheiden müssen – auch nicht in der Politik.

Die niedersächsische Ministerin von der Leyen ist siebenfache Mutter. Gibt sie kein gutes Vorbild ab?

Natürlich geraten die meisten Frauen in Schwierigkeiten, wenn sie Mutter und berufstätig sein wollen. Das muss man offen ansprechen, das müssen wir jungen Frauen in der Politik auch zeigen. Diese Auseinandersetzung muss auf den Tisch. Es ist doch verlogen, als Großbürgerin mit viel Personal die Supermutti zu geben und so zu tun, als gäbe es kein Problem. Ich möchte gern ein Kind haben und weiß, es wird nicht einfach.


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    …und was ist mit dem Druck auf die Frauen, die gar keine Karriere im Beruf machen wollen und sich eines (besser: mehrere Kinder) wünschen und wo es aus krankheitsbedingten Gründen nicht klappt?

    Die finden nicht statt, auch nicht bei Frau Nahles. In deren Denke ist das sicherlich auch irgendwie suspekt…Frauen die schon gewählt haben, obwohl man ihnen diese Wahl eigentlich nicht mehr lassen möchte *;-o*……sowas!

    Für ihre persönliche Lebensplanung alles Gute….obwohl ich ihre Haltung zur Empfängnis recht blauäugig finde…es trifft halt wirklich eines von 6 Paaren, wo es nur mit med. Hilfe klappen kann – leider. Wär sicher interessant, die Reaktion dieser Politikerin zu sehen, wenn sie – was ich ihr nicht wünschen würde – mit der Problemen der Gesetzeslage und Finanzierung bei KB konfrontiert wäre….ob sie dann dem Rat der Kollegen folgt und darüber schweigen würde?

    Solange es in den Parteien opportun ist, Kindersegen zu alimentieren, ungewollte Schwangerschaftsbeseitigungen finanziell und ideologisch zu unterstützen, aber im Gegenzug unerfüllten KiWu zur Privatsachen zur erklären….solange wird das Thema bevölkerungspolitisch aber auch sozialpolitisch nicht befriedigend für alle Beteiligten zu lösen sein; egal, wie sich parallel dazu die Rolle der Frau entwickelt….das haben Frauen in Regierungsverantwortung aber leider noch nicht geschnallt – oder weigern sich diese Fakten zu sehen.

    LG Reaba