Was ist eigentlich aus dem Sachsenmodell geworden?


Angesichts niedriger Geburtenraten und hoher finanzieller Belastungen für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

Sachsenmodell für alle?
Sachsenmodell für alle?
führt das Land Sachsen im März 2009 eine staatliche Unterstützung für Paare ein, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen müssen. Was hat dieses Sachsenmodell gebracht?

Offenbar hat diese Unterstützung einiges bewegen können, so berichtet die Sächsische Zeitung

Die Kinderwunsch-Behandlungen stiegen in Sachsen sofort sprunghaft um mehr als 30 Prozent an. 552 Mal bemühten sich Ärzte in Sachsen, staatlich gefördertem Nachwuchs ins Leben zu helfen. Neben den 119 bereits geborenen Babys sind weitere 41 Frauen derzeit noch schwanger.

Das ist nicht die Welt, jedoch zeigt es, dass der Bedarf an solchen Behandlungen größer ist als es die finanziellen Möglichkeiten der betroffenen Paare es hergeben und auf Deutschland hochgerechnet, wäre hier sicherlich noch ein hohes Potenzial. Die sächsischeSozialministerin Christine Clauß möchte daher ihr Model auch bundesweit umsetzen. Dazu werde sie bei der Gleichstellungsbeauftragten-Konferenz in der kommende Woche einen Antrag stellen, damit das Sachsenmodell bundesweit für Frauen unabhängig vom sozialen Status möglich wird.

Es ist zu hoffen, dass dieser Vorschlag positiv aufgenommen wird, wobei dies natürlich nicht ausreicht, denn schöne Pläne gab es bereits häufiger, zuletzt fielen sie bei den Koalitionsverhandlungen im letzten Jahr unter den Tisch


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Kommentar

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9 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Tonihase schreibt

    Hallo Doc,
    hier ein Artikel dazu, der gerade gestern hier in der Sächsischen Zeitung war, genau zum Thema. Bei uns im Land soll es weiter diese Unterstützung geben und man will sich nächste Woche bei einer Konferenz der Gleichstellungsbeauftagten dafür stark machen, dass es auch bundesweit Anwendung findet. LG Tonihase
    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2477220

  2. Elmar Breitbach
    Tonihase schreibt

    Ah sorry, das mit der Konferenz haben sie schon erwähnt …

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    ja, die habe ich aus der BILD-Zeitung 🙂 Ich wollte das eigentlich nicht erwähnen…

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Da Sachsen ein Bundesland mit außergewöhnlich wenigen Behandlungen ist, wäre gewiss berechnet auf Deutchland noch so einiges drin. Vor Einführung des Sachsenmodells betrug der Anteil der IVF/ICSI in Sachsen an Deutschland nicht mal 1%. Das heißt, die Zahl der Kinder, die zusätzlich drin sind, entspricht danach dem 100-fachen Resultat des Sachsenmodells.

    Ein bisschen müssen wir wieder davon ablassen, weil in Sachsen eben auch der Rückgang nach der Gesundheitsreform 2004 so überdurchschnittlich hoch war. Bundesländer mit nicht so hohem Rückgang dürften nun auch nicht ganz so hohe Steigerungsraten erzielen. Auch muss man bedenken, dass in Sachsen lebende Paare sich nun wohl seltener haben in einem anderen Bundesland behandeln lassen. Dort hätten sie den Zuschlag ja nicht bekommen.

    Trotz alledem – das Sachsenmodell führt zu mehr Kindern, sowie zu einer deutlich verbesserten Situation bei Kinderwunschpaaren. Daher sollten wir es Flächen deckend einführen.

  5. Elmar Breitbach
    sks1 schreibt

    Was? Nur 41 der geförderten Personen sind derzeit schwanger??? Dann bin ich eine davon…
    Ich hätte aufgrund des Andrangs bei den Infoabenden in den Kinderwunschzentren in Leipzig gedacht, dass es viel mehr sein müssten!
    Also entweder werden viele gleich beim ersten (ungeförderten) Versuch schwanger und tauchen daher nicht in dieser Statistik auf oder sie müssen mehr als 4 Versuche in Anspruch nehmen.
    Ich hoffe für alle, dass ersteres der Fall ist!

  6. Elmar Breitbach
    Hasipuffer schreibt

    552 geförderte Behandlungen finde ich auch recht wenig, wenn man bedenkt, dass das nur durchschnittlich 100 Behandlungen pro Klinik sind. Aber damit sind eben wirklich nur die 2-4. Behandlungen registriert.

    Habe mit meinem Arzt heute drüber gesprochen…offensichtlicher ist da der Anstieg der Behandlungszahlen…in unserer Klinik sind’s 30%!!!

    Und wenn’s dann schon bei der ersten Behandlung klappt…umso besser!!!

    Eine bundeseinheitliche Lösung ist allerdings einem Flickenteppisch landestypischer Lösungen vorzuziehen…sonst kommt zum unleidlichen KiWu-Tourismus ins europ. Ausland vielleicht noch ein Klinikhopping deutschland weit dazu!

  7. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @sks1: Herzlichen Glückwunsch, dass du eine davon bist. Ich nehme mal an, die 41 schwangeren Frauen, um die es da ging, sind alles welche, die in 2009 behandelt wurden? Weil, so Zahlen gibt man ja meist pro Jahr an.

    Du solltest von den 552 geförderten Versuchen ausgehen und nicht von den geborenen Babys oder den Schwangerschaften. Bekanntlich resultiert ja nicht jeder Versuch in einer Schwangerschaft. Insofern war der Andrang doch schon um einiges höher.

  8. Elmar Breitbach
    Hasipuffer schreibt

    in dem Artikel steht: „Bisher wurden 112 Babies geboren, 41 Schwangerschaften bestehen noch“…sprich: Auch Erfolg des Modells aber eben noch in Mamas Bauch!

  9. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Ich verstehe es auch wie Hasipuffer. Eigentlich kann man es nur so verstehen 😉