Schweiz: IVF bald Kassenleistung?


In der Schweiz gibt es eine Initiative des Vereins „Kinderwunsch„, die Kosten für die künstliche Befruchtung von den Krankenkassen bezahlen zu lassen, wie der Beobachter berichtete. Dem Artikel zufolge hat die Vorlage gute Chancen. Eine Entscheidung hierzu wird von der zuständigen Eidgenössische Leistungskommission im Herbst zu erwarten sein. Danach müsste dann noch der Bundesrat zustimmen.

Moniert wird in dem Artikel, dass dieser Antrag nicht unwesentlich von der Pharmaindustrie vorangetrieben wurde:

Hinter dem Verein Kinderwunsch stehen laut Engler auch die führenden Reproduktionsmediziner der Schweiz. Offenbar schicken diese lieber einen Verein vor. Dieser wirkt aber nur auf den ersten Blick neutral. Die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins wird vom Hormonhersteller Serono (Eigentümer: Alinghi-Star Ernesto Bertarelli) bezahlt, wie Engler einräumt. Hormone werden bei künstlicher Befruchtung zur Stimulation eingesetzt. Und PR-Mann Engler selber kommt von der Pharmaindustrie: Er war von 1995 bis 2001 Geschäftsleiter der Pharma Information, einer gemeinsamen Public-Relations-Stelle von Roche und Novartis. Ausserdem ist er Medienbeauftragter von Internutrition, einer Werbeplattform von Nestlé und Syngenta für Bio- und Gentechnologie.

Wenn man sich den ablehnenden Grundtenor des Artikels im „Beobachter“ anschaut, dann stellt sich die Frage, ob die recht unmittelbare Unterstützung von Seiten Seronos besonders geschickt war. Über den Gesundheitsminister wird geschrieben:

Couchepin kann jetzt beweisen, was ihm wichtiger ist. Alle warten gespannt, ob der Bundesrat dem pharmazeutisch-industriellen Komplex die Stirn bieten wird.

Sollte sich diese Sichtweise durchsetzen, dann kann der Schuss nach hinten losgehen.


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