Sachsen-Anhalt reduziert die Zuschüsse


Im Juli des letzten Jahres führte Sachsen-Anhalt einen Zuschuss zu künstlichen Befruchtung ein. Es wurden dabei die Hälfte des Eigenanteils im 2. und 3. Behandlungsversuch übernommen und die Hälfte der Kosten im Rahmen der 4. Behandlung, wobei folgende Obergrenzen galten:

Gefördert werden für den jeweils zweiten und dritten Behandlungszyklus bis zu folgenden Höchstbeträgen:

IVF-Behandlung bis zu 800 Euro
ICSI-Behandlung bis zu 900 Euro.

Für den vierten Behandlungszykls gelten folgende Höchstbeträge:

– IVF-Behandlung bis zu 1.600 Euro
– ICSI-Behandlung bis zu 1.800 Euro.

Sachsen-Anhalt senkt Zuschuss
Was also einer maximalen Bezuschussung von 3.200 bei der IVF und 3.600 Euro bei der ICSI entsprach, wenn der 4. Versuch auch noch in Anspruch genommen wurde.

Dafür wurden in den letzten beiden Jahren 250.000 Euro zu Verfügung gestellt. Dieser Betrag wurde jedoch deutlich überschritten und 70.000 Euro musste das Sozialministerium des Landes nachschießen.

Daher sollen diese Höchstförderbeträge für das kommende Jahr deutlich auf 2. 000 bzw. 2.600 Euro gesenkt werden, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Sie gibt jedoch nicht an, wie diese Senkung erfolgt. Da die Differenz jedoch in beiden Fällen (IVF und ICSI) jeweils 1.200 Euro beträgt, ist meine Vermutung, dass nun die 2. und 3. IVF-Behandlungen nur noch mit 400 und die entsprechenden ICSI-Zyklen mit 500 Euro bezuschusst werden und die 4. Behandlung mit 1.200 bzw. 1.400 Euro.

Das geht nun gerade in die falsche Richtung. Ich verstehe es mal als Signal an Ministerin Schröder, ihre Pläne zur Unterstützung kinderloser Paare durch den Bund auch wirklich umzusetzen und nicht zu Lasten der Länder zu verzögern.


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ist es erstaunlich, dass die 250.000 € überschritten wurden? Der Zuschuss reichte nicht mal für die Unterstützung von 250 Behandlungszyklen. Da staune ich, dass nur noch 70.000 € nachgeschossen wurden. – Man sieht, wie wenig Behandlungen es in Sachsen-Anhalt gibt.

    Ich würde das aber auch als Signal an die Bundesregierung sehen, die bisher bestehenden Pläne auch umzusetzen.

  2. Elmar Breitbach
    laciu schreibt

    Was sind 70.000 Eur mehr im Verhältnis zu den Steuermehreinnahmen, die sich durch die später erwerbstätigen Erwachsenen, die so entstanden sind, erzielen lassen – in einem untervölkerten Gebiet? Wenn sie schon wirtschaftlich denken, dann doch bitte richtig.

  3. Elmar Breitbach
    Manulein schreibt

    Das macht mich nur noch wütend ! Das darf man sich doch nicht gefallen lassen. Es kann doch nicht sein das es wieder in die verkehrte Richtung geht, jetzt wo es ansatzweise in die richtige Richtung gehen soll.