Neues von der Familienministerin

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So neu ist es eigentlich nicht, aber eine Bestätigung, dass sie ihre guten Ideen zum Thema Kostenübernahme bei Kinderwunschbehandlungen nicht aus den Augen verloren hat, konnte man am Montag der letzten Woche in einem Interview mit der Sendung „Report“ aus Mainz erkennen:

„Ich möchte zunächst einmal, dass die Paare mehr Versuche frei haben, also ein vierter Versuch auch möglich ist, mit einer deutlichen Reduzierung der Selbstbeteiligung, so wie das Sächsische Modell es heute schon vorlebt. Aber damit das bundesweit möglich ist, bin ich der Meinung, der Bund sollte da auch einsteigen. Ich werde mich als Familienministerin in den Verhandlungen im Haushalt dafür einsetzten, dass diese Mittel auch freigesetzt werden.“

Ursula von der Leyen erklärt gegenüber „Report Mainz“, sie wolle, dass sich Bund und Länder den steuerfinanzierten Zuschuss teilen. Das hieße, für die zweite und dritte Behandlung bekämen die Paare jeweils maximal 450 Euro vom Land und 450 vom Bund. Bei der vierten Behandlung jeweils 900 vom Land und 900 vom Bund.

Durch diese Bezuschussung kämen Paare, die vier Behandlungen mit einer künstlichen Befruchtung durchführen lassen müssen, auf einen Eigenanteil von „nur“ ca. 4800 Euro statt durchschnittlich 8000 Euro in der aktuell gültigen Regelung, wo die vierte Behandlung ja komplett selbst bezahlt werden muss.

Und Wirtschaftsexperten, die in dieser Sendung zu Wort kamen, rechneten vor: jedes Kind, das heute geboren wird, kostet den Staat letzten Endes viel weniger, als es ihm an Steuern und Sozialabgaben bringt. Der Überschuss sind 75 000 Euro pro Kind. Wenn Sie das dann multiplizieren mit den aktuell jährlich weniger geborenen 10 000 Kindern, dann kommen Sie auf einen riesigen Betrag und da sind 100 Millionen, die man heute spart, eine Fehlentscheidung.“ wird Prof. Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum zitiert.

Wenn in der Justiz und der Politik nicht nachvollzogen werden kann, dass ein unerfüllter Kinderwunsch eine Krankheit ist, dann ist Geld vermutlich das beste Argument für die Belange der ungewollt kinderlosen Paare.


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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Ja, ja… Und ich bin die Kaiserin von China… So ein Zufall, dass die Wahl vor der Tür steht… *kopfschüttel*
    Ich hab schon vor ca. 2 Jahren zu meinem Mann gesagt, dass unser aller Ursula im Wahljahr an der Reproschraube drehen "möchte"…
    Dieses Geseier… Und der geneigte Bildleser wird durch Ursula kurzzeitig Mitleid mit dem Kiwulern haben, um ihm danach wieder einen auf den Deckel zu geben, a la "genetischer Schrott"…

  2. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Wahlkampf hin oder her, sie könnte sich auch einfachere Themen aussuchen, um auf sich aufmerksam zu machen, gerade innerhalb ihrer Partei. Insofern Hut ab für Ursula.

  3. Sehr gute Sendung

    […] hatte hier ja schon über die Report-Sendung aus Mainz berichtet. Man kann die gesamte Sendung auch auf Youtube […]

  4. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    @tintenklecks: Klar könnte sie sich einfachere Themen suchen, aber die sind nicht so medienwirksam…

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Man muss ja jeden kleinen Finger annehmen, der einem gereicht wird. – Ich halte 4.800 Euro Selbstbeteiligung immer noch viel zu hoch.

    Und was wird da schon wieder gepokert, um die Kosten an die Länder abzuwälzen? Im ersten und zweiten Versucht sparen die Kassen zusammen 900 Euro (gegenüber jetzt). Beim dritten Versuch zahlen sie genauso viel, wie bisher und beim vierten Versuch zahlen sie dann die 900 Euro, die sie im ersten und zweiten gespart haben. Aber nur bei den Paaren, die bis dahin erfolglos geblieben sind. Ursula läßt sich damit noch als große Retterin feiern. Was für ein Deal! Den schwarzen Peter haben die Länder gezogen, die kräftig zuzahlen müssen (aber das ist ja nicht von der Leyens Problem) und trotz ihrer Zuzahlung in den ersten 3 Versuchen den Paaren gegenüber der jetzigen Regelung noch keinen zusätzlichen Cent gezahlt haben.

  6. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Danke für das Auseinanderklamüsern, liebe Rebella. *bussi*

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..irgendwo hab ich neulich einen cartoon zu UvL und geburtenraten gelesen: "tzzz, wenn man sich nicht um alles selbst kümmert…" 😀

    also politiker wollen gewählt oder wiedergewählt werden … auch UvL… und wie rebella schon sagte: in dem fall bleibt die finanzielle last auch noch nicht mal in ihrem budget hängen.

  8. Elmar Breitbach
    Kerstin schreibt

    Ich finde das ja gut das die kassen zum teil echt die kosten für eine Künstliche Befruchtung übernehemen.Die Kassen sollten das bis zu 3mal komplett bezahlen , auch bei Frauen die sich mal vor Jahren sterilisieren lassen haben.
    Es wäre ja schön wenn jeder noch mal ein Kind bekommen kann.
    Darüber sollten die sich mal gedanken machen.Die Familienmenisterin sollte sich da mal was einfallen lassen.Da sich das ja nur fast Reiche Leute noch leisten können.Und andere Mitmenschen können sich das nicht leisten .Müssten für eine künstliche Befruchtung schulden machen oder wie gesagt Kredite aufnehem.Und andersrum beschweren sich alle die an der Macht sitzen das es in Deutschland zuwenig Kinder gibt.Also macht entlich mal was.