Kostenübernahme: Zwischenstand


In der FAZ lese ich gerade:

Nach Plänen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sollen Bund und Länder die Hälfte der Kosten übernehmen, die heute die Paare tragen. „Ich will, dass das Programm im April 2012 beginnt“, sagte sie dieser Zeitung. Im Haushalt ihres Ministeriums seien dafür zehn Millionen Euro eingestellt.

Das soll aber nicht alles gewesen sein, denn insgesamt rechnet sie mit Kosten von 40 Millionen. Woher die übrigen 30 Millionen kommen sollen, ist umstritten. Vor allem die familienpolitische Sprecherin der CSU ist gegen eine solche Regelung. Was einen nicht unbedingt wundert, ist doch das familienpolitische Instrument der CSU – die sogenannte Herdprämie – stark unter Beschuss. Bei solchen offensichtlichen Tauschhandelanbahnungen möchte man gar nicht darüber nachdenken, was da wohl für ein windelweicher Kompromiss herauskommt.

Frau Schröder hofft auf die Unterstützung der Länder. Damit kann sie eigentlich fest rechnen, haben die Länder doch bereits zweimal im Bundesrat für eine verbesserte Kostenübernahme gestimmt.


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Kommentar

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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    40 Mio. sind immer noch außerordentlich knapp kalkuliert, aber wenn diese beigesteuert werden, würden die Paare doch deutlich weniger beisteuern müssen. Wenn sie den gewünschten Effekt – mehr IVF Behandlungen und mehr Kinder – bringen, gibt es wieder mehr Paare, die sich die 40 Mille irgendwie teilen müssen. Da könnten wir schnell in eine Situation kommen, in der dann jedes Paar immerhin 25% zuzahlen muss.

    Für mehr als 3 Versuche und erst recht für die bisher auch schon Benachteiligten reicht DAS erst recht nicht aus.

  2. Elmar Breitbach
    anonymus schreibt

    Nun gut, wen ein erhöhter Zuschuss aus der Kasse des Familienministeriums eh nichts bessert, dann können die das ja auch einfach bleiben lassen. Die wären ja schön blöd, soviel Geld auszugeben und sich dann anpampen zu lassen, dass sie nicht noch mehr ausgeben.

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Ich denke, dass man drei Sachen feststellen muss:

    1. Wenn sie es umsetzt, dann hat sie geschafft, was Frau v.d. Leyen nur angekündigt hat. Das ist ihr hoch anzurechnen.

    2. Aus Sicht betroffener Patienten muss das anzustrebende Ziel immer die Rückkehr auf den Stand von vor 2004 sein. Warum? Warum nicht.

    3. Wenn man dann von Seiten der kinderlosen Paare nur Kritik hört, dass dies zu wenig sei, dann ist das ungerecht, aber verständlich. Anpampen geht anders.

    Das muss man als Politiker sportlich nehmen. Lobbyisten sind nie zufrieden. Wäre ja auch schön blöd, denn ein zufriedener Lobbyist schafft sich selbst ab 😉

  4. […] Link vom Doc […]

  5. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    Ein 4. Versuch waere schoen wie vor 2004.

    Ansonsten hoffe ich, dass mehr Paare den versuch wagen und dabei unterstuetzt werden…

  6. Elmar Breitbach
    Heike schreibt

    Schon gesehen? meldung der Katholischen Nachrichten-Agentur, warum Frau Bär (CSU) versucht, die finanzielle Übernahme zu blockieren. Da steht soviel Falsches drinnen, das kann man doch nicht so stehen lassen!!! zum Beispiel gelten die 20 prozent Erfolgsquote doch pro Versuch und nicht ingesamt, oder??

    KNA-Meldung:

    Bär: Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung bedenklich

    +++ Die Familienpolitikerin Dorothee Bär (CSU) hat Bedenken
    gegen eine höhere staatliche Beteiligung an den Kosten für eine
    künstliche Befruchtung. Als Grund nannte die Vorsitzende der AG
    Familie in der Unionsfraktion am Montag in Berlin gegenüber der
    Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) «zu viele offene Fragen bei
    dieser Methode». Bundesgesundheitsministerin Kristina Schröder (CDU) hatte in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag) erklärt, sie wolle ungewollt kinderlose Paare künftig stärker finanziell bei einer künstlichen Befruchtung unterstützen. Dabei rechnet sie mit Kosten von bis zu 40 Millionen Euro, die je zur Hälfte Bund und Länder übernehmen sollen.

    Bär verwies demgegenüber auf die «hohen Risiken» für Frau und Kind
    bei einer künstlichen Befruchtung. Zugleich sei die Erfolgsquote
    «äußerst niedrig». «Weniger als zwei von zehn behandelten Paaren
    bekommen tatsächlich ein Kind.» Eine künstliche Befruchtung sei aber
    für die Frau sowohl körperlich als auch psychisch sehr belastend.
    Zugleich gelte es für neun von zehn Frauen, mit den enttäuschten
    Hoffnungen und den physischen Folgen fertig zu werden. Dieser Aspekt
    werde weitgehend tabuisiert.

    Bär wandte sich auch gegen das Argument, wonach es einen dauerhaften
    Einbruch bei den künstlichen Befruchtungen gebe, seitdem Patienten
    50 Prozent Eigenanteil bezahlen müssten. Aufgrund der angekündigten
    Kürzungen ab 2004 sei die Zahl unmittelbar davor sehr hoch und
    danach entsprechend niedrig gewesen. Im Jahr 2009 habe die Zahl aber
    mit rund 74.000 Zyklen in etwa auf dem Niveau von 2001 gelegen, «und
    das bei weniger Frauen im gebärfähigen Alter».

    Bär sprach sich für eine bessere Beratung vor einer künstlichen
    Befruchtung aus, «um die möglichen körperlichen und psychischen
    Folgeerscheinungen abzumildern». Aber auch danach müssten die Frauen
    fachlich begleitet werden: «Es reicht nicht zu sagen, es hat leider
    nicht geklappt, auf Wiedersehen.»

    Sie habe die Befürchtung, dass Frauen zunehmend unter
    Rechtfertigungsdruck gerieten. Nach einer Erhebung der
    Ruhr-Universität Bochum werde es für Frauen angesichts des
    medizinisch Möglichen auch zunehmend schwierig, Kinderlosigkeit als
    Schicksal anzunehmen. Risiken bestünden aber auch für die Kinder.
    Nach einer Studie der Universitätsklinik Aarhus komme es bei künstlicher Befruchtung häufiger zu Frühgeburten, Fehlbildungen und
    Untergewicht, so die CSU-Politikerin.

    Bär warnte auch vor einer Mentalität, die die Erfüllung des
    Kinderwunsches immer weiter hinausschiebe. Viele Frauen seien sich nicht bewusst, «dass es für eine natürliche Befruchtung oft schon zu
    spät ist, wenn sich der Kinderwunsch meldet».

  7. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    @Heike: Unglaublich, was du da ausgegraben hast!!!!!!!!!
    Ja, die 20 % gelten, wenn überhaupt, pro Versuch und nicht insgesamt, Frau macht ja mehrere Versuche!!!

  8. Elmar Breitbach
    Viktoria1 schreibt

    Ich habe gerade herausgefunden, dass Frau Bär 1978 geboren ist und zwei Kinder hat.
    Ist ihr ja zu gönnen………….. sie musste also "kein Schicksal" annehmen.
    Sonst hätte sie wohl auch eine andere Meinung.

  9. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    RTL berichtete in der 18:45 Sendung ueber die Zuschuesse fuer den Kinderwunsch in 2012.

    Evt hilft es wirklich mehr darueber zu sprechen!?

  10. […] « Kostenübernahme: Zwischenstand […]

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ja, und natürlich ist Frau Bär römisch-katholisch. Ich hätte es eigentlich nicht mehr nachschlagen müssen nach diesen Äußerungen. …

  12. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Rebella: Das will nix heißen. Ich bin auch röm.kath. 😉

  13. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Der Unterschied ist, dass Sie, Doc, das doch nur aus Tradition sind bzw. glauben, man kann machen, was man will, wenn man sich hinterher wieder freikauft (Ablasshandel). – Frau Bär hingegen nimmt den offiziellen Glauben wohl etwas ernster.

  14. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Rebella: Wenn ich etwas über die Jahre gelernt habe, dann ist es die Unsinnigkeit religöser Diskussionen mit Agnostikern. Auch wenn sie mit Begriffen wie "Ablasshandel" piksen.

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Der Begriff Ablasshandel kam mal von Ihnen.

    Ich glaube auch nicht, dass wir das diskutieren müssen. Wir kennen unsere diesbezüglichen Enstellungen doch. 🙂

    Menschen, die den offiziellen Glauben nicht wirklich leben, werden von Atheisten gern Kuschelchristen genannt.