Kostenfrage: Saarland wird von Thüringen unterstützt

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Wir hatten hier ja kürzlich darüber berichtet, dass das Saarland einen Antrag an den Bundesrat formuliert hat, um die Kosten für eine künstliche Befruchtung von den Krankenkassen wieder vollständig übernehmen zu lassen.

Auf der Homepage des Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit des Landes Thüringen findet man folgende Mitteilung:

[…] Der Thüringer Gesundheitsminister Dr. Klaus Zeh: „Paare, die ungewollt kinderlos sind, tragen an einem schweren Schicksal. Wir sollten diese Eltern, bei der Verwirklichung ihres Kinderwunsches unterstützen. Familienpolitik ist nicht nur eine Frage von Erziehungsgeld, Kinderbetreuung und verbesserter Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

[…] Vor dem Hintergrund dieses drastischen Einbruches an Behandlungszahlen und der demographischen Entwicklung in unserem Land ist eine Verbesserung der Bedingungen für die Inanspruchnahme der künstlichen Befruchtungen zugunsten der Paare mit einem Kinderwunsch geboten.

„Die damalige rot-grüne Bundesregierung wollte ursprünglich die Kosten (ca. 4.000 € pro Behandlung) vollständig auf die Versicherten übertragen. Hier konnte dank der Mehrheit der unionsgeführten Länder im Bundesrat das Schlimmste verhindert werden, so dass wenigsten die hälftigen Kosten der Behandlung weiterhin übernommen werden. Jedoch beutet dies eine finanziell oftmals kaum verkraftbare Anstrengung der betroffenen Paare – von den seelischen Belastungen ganz abgesehen. Deshalb müssen wir im Interesse der betroffenen Paare korrigierend tätig werden“, so Thüringens Gesundheitsminister Dr. Zeh abschließend.

Die parteipolitisch gefärbte Darstellung der damaligen Entscheidungen sei verziehen, wenn es jetzt in die richtige Richtung geht. Mal abgesehen von Horst Seehofer war damals kein namhafter Politiker auf Seiten der Patienten, als es darum ging, die Selbstbeteiligung einzuführen, trotz nunmehr anderslautender Aussagen.

Auch wenn sie nun behaupten, dass damals alles gegen ihren Willen durchgesetzt wurde, wichtig und erfreulich ist, dass die unionsgeführten Länder nun offenbar (teilweise) zugunsten betroffener Paare aktiv werden.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wenn´s darum geht, kreisen sie sih ja alle gern das Lob ein, dass gerade SIE den Schaden in 2004 abgemildert hätten. Dabei waren WIR Betroffenen es, die damals ja ziemlich gewirbelt haben.

    Aber egal, wir brauchen ja dieses Lob gar nicht. Wir wollen ja nur, dass die Kosten übernommen werden. Und dann dürfen sich die Politiker alle ganz doll vor Stolz über ihre Initiative auf den Bauch klopfen!

  2. […] mehrerer Länder zur Novellierung der Kostenübernahme beider künstlichen Befruchtung, der sich auch Thüringen sehr früh anschloss. Eine Reaktion der Bundesregierung blieb zunächst lange aus und war dann schließlich […]