Kostenfrage: Es bewegt sich etwas


Nun sind die Medien auch darauf aufmerksam geworden, dass die Kosten der künstlichen Befruchtung dazu führt, das weniger Kinder zur Welt kommen und sich vorwiegend Wohlhabende die Behandlung leisten können. Der WDR und der Spiegel berichteten zeitgleich am Montag über die Kostenproblematik und auch die ärztlichen Standesvertreter reden nicht mehr wirr und rein politisch daher, sondern äußern sich vernünftig und zielgerichtet zum Thema. Sehr erfreulich das alles.

Noch erfreulicher ist jedoch, dass auch die Union das Problem als solches erkannt hat und die geäußerten Absichtserklärungen nicht im Sande verlaufen. Thüringen hatte sich ja der Bundesratsinitiative Saarlands angeschlossen, wie hier bereits im Februar berichtet werden konnte. Diese Initiative läuft offenbar weiter, wie der thüringische Bundesratsminister Zeh am Montag im ARD-Morgenmagazin mitteilte. Zeh verwies darauf, dass in der Bundesrepublik Millionen Euro etwa für Abtreibungen ausgegeben würden. Dann seien auch Kostenübernahmen für künstliche Befruchtungen gerechtfertigt.

Nach Angaben des Ministers haben die Beratungen zu diesem Thema im Bundesrat erst begonnen. Zeh zeigte sich aber zuversichtlich, dass noch andere Bundesländer die Initiative des Saarlandes unterstützen werden.

Das klingt nach einem langen Entscheidungsprozess, aber letztlich ist es wichtig, dass es weitergeht, die Geschwindigkeit ist da sekundär. Wobei: Je schneller, desto besser.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Ich habe mich schon gefragt, ob es sich um meine selektive Wahrnehmung handelt, dass sich in der Medienlandschaft zu diesem Thema etwas verändert hat. Freue mich!

  2. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Oh, Wunder!
    Ich hoffe es wird doch sein.
    Für mich ist es zu spät vielleicht, aber für die junge Paare freue ich mich auch.

  3. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    es wäre wirklich sehr wünschenswert, wenn sich die situation dem zustand vor ger gesundheitsreform zumindest möglichst stark annähen würde.
    irgendwie kommt man sich vor, als hätte man an einem feldversuch teilgenommen…die glauben erst, dass die auswirkungen für die bevölkerungsentwicklung drastisch sind, wenn wirklich tausende kinder deswegen nicht geboren worden sind.
    spricht für mich nicht gerade für politischem weitblick oder gar entwickelterem verstand.
    es sind politiker, die sowas entscheiden…sollte man nie vergessen 😉
    von daher bleibt auf meiner flasche sekt erstmal der korken – bis es wirklich tragbare, vernünftige lösungen gibt für menschen die eltern werden wollen und es aus medizinischen gründen nicht ohne ärztl. hilfe werden können…feiern also erst wenn sich lösungen abzeichnen im sinne von möglichst vielen, von herzen gewollten, möglichst gesunden kindern für alle menschen, die eltern sein möchten.

  4. Elmar Breitbach
    rockyraccoon schreibt

    Liebe reaba,
    vorweg – auch meine Frau und ich sind betroffen und das seit 8 Jahren. Allerdings zieht das demografische Argument nur sehr bedingt. In 2003 (als noch voll gezahlt wurde) hatten die Geburten aus künstlichen Befruchtungen einen Gesamtanteil von ca. 2,4% an der Geburtenrate. Das sollte in der Diskussion also bestenfalls ein Nebenargument sein, in jeder einigermaßen informierten Runde wird es uns auseinandergepflückt.

    Gruss
    RR

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hallo rocky,

    ich verstehe schon was du meinst 😉
    allerdings kann es doch nicht egal sein, wenn der effekt der jetztigen kostenerstattung der ist, dass langfristig (nicht mein vergleich, sondern der von RA langsdorff) eine stadt wie köln nie existiert hätte.
    ich habe gerade politische entscheider so kennengelernt, dass "einzelschicksale" kaum beeindrucken, wegfall potentieller wähler (betroffne, verhinderte eltern und deren nicht-kinder :-() aber durchaus…
    für mindestens genauso stichhaltig halte ich das argument, der "uterinen selbstbestimmung" (frau soll den uterinen zustand frei wählen können: schwanger – nicht schwanger)…aber da laufen von der einen seite alle die mit dem ettiket "feministin" amok und von der anderen seite alle "lebensschützer". auch da bedürfen grundsätzliche strukturen einer neuen regelung – sehe ich nur nicht in der derzeitigen parlamentarischen besetzung für machbar an…da ist die bundesratsinitiative ein schlauer umweg…aber wie bei allen umwegen…kann länger dauern ehe man ankommt.

  6. Elmar Breitbach
    J.Kullmann schreibt

    Auch wir werden weiterhin kinderlos sein, da wir uns einfach die anstehende Behandlung mit ICSI nicht leisten können. Auch werden wir vertröstet, ich sei ja erst 23. Schon klar, mein Mann ist ja auch bloß "schon" 44 und bei geplanten 2 Kindern wird es da schon eng. Denn laut Arzt ist bei 50 wieder Schluss mit der teilweisen Erstattung.

  7. Elmar Breitbach
    djanerose schreibt

    Dann sollte das mal schneller gehen sind doch sonst in sachen so schnell dann können die das da auch machen.