In-vitro-Fertilisierung….

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…. als bevölkerungspolitisches Instrument? Anfang November wurden der neue Jahresbericht des DIR (Deutsches IVF-Register) im Rahmen eines Kogresses in Hannover vorgestellt.

Demzufolge haben sich 2003 ca. 63000 Paare reproduktionsmedizinischen Behandlungen unterzogen, viele davon mehrmals.

Als Resultat von mehr als 100.000 Behandlungszyklen wurden 11558 Kinder nach einer In Vitro Fertilisation geboren. Diese Ergebnisse sind vorläufig, da noch ein Drittel der Daten aus diesem Jahre nicht ausgewertet werden konnte.

Pro Behandlungszyklus lag die sogenannte Baby-take-HomeRate für die In-vitro-Fertilisation (IVF) bei 17 Prozent und bei einer ICSI (intrazytoplasmatischen Spermieninjektion) bei 19 Prozent. Von den 9197 Geburten waren 6 975 “Einlinge”, 2071 Zwillingsgeburten, 145 Drillingsgeburten und sechsmal kam es zur Geburt von Vierlingen. Die Rate der Mehrlingsgeburten liegt demnach weiter bei etwa einem Viertel aller reproduktionsmedizinisch assistierten Schwangerschaften, die zu einer Geburt führen. In Deutschland besteht zwar auch die Tendenz zur Vermeidung von Mehrlingen indem z. B. vorwiegend weniger als die drei erlaubten Embryonen wieder zurückgegeben werden. Doch der ärztlichen Vernunft steht nach Auskunft der Reproduktionsmediziner häufig der verzweifelte Kinderwunsch vieler Frauen entgegen, die bereit seien, ihre eigene Gesundheit und auch die der Kinder aufs Spiel zu setzen. Vermutlich wird diese Problematik in diesem Jahr noch mehr in den Vordergrund rücken, da die Patienten beding durch die Gesundheitsreform bereit sind, höhere Risken einzugehen, um möglichst schnell zum Erfolg zu kommen, da mit jedem zusätzlichen Behandlungszyklus Kosten von 1500 bis 2000 Euro für das Paar entstehen.

Neben den mehr als 11.000 Kindern, die im Jahre 2003 durch eine Reagenzglasbefruchtung gezeugt wurden (=1,6% aller in Deutschland geborenen Kinder) wird geschätzt, dass noch weitaus mehr Kinder duch einfachere reproduktionsmedizinische Maßnahmen entstanden. Die Gesamtzahl der durch die Fortpflanzungsmedizin geborenen Kinder wird auf ca. 50.000 geschätzt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Zahlen für das jahr 2004 entwickeln, jedoch ist zu vermuten, dass sich der Anteil der so entstandenen Schwangerschaften deutlich reduzieren wird, was bevölkerungspolitisch ein zweifalhafter Erfolg der aktuellen Gesundheitspolitik ist.


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