Humoristisches von der Tagespost


Nun geht der katholischen Kirche doch der Stift. Kürzlich noch hat sie in der Enzyklica „Dignitas Personae“ begründet, warum sie die künstliche Befruchtung ablehnt und in Polen läuft es auch ganz ordentlich und in ihrem Sinne und nun sind es ausgerechnet Politiker der CDU, die den Paaren den Zugang zur künstlichen Befruchtung erleichtern wollen. Natürlich ist es schwierig, sich dagegen zu stellen. Man versucht es mit so etwas Ähnlichem wie Humor:

Asterix und Obelix sind weit herumgekommen. Zumindest nach Maßstäben, bei denen weder Autos noch Flugzeuge eine Rolle spielen. Briten und Belgier suchten die so sympathischen wie schlagkräftigen Gallier ebenso heim wie Spanier und Schweizer. Nur nach Sachsen kamen die beiden Raufbolde bislang nie. Und doch ahnt man sofort, was der sein Herz auf der Zunge tragende Obelix uns wohl über das Völkchen mitzuteilen hätte, wenn er in diesen Tagen dort zu tun hätte: „Die spinnen, die Sach….“ Und – „beim Teutates!“ –, er hätte recht.

„Der Freistaat Sachsen ist damit das erste und einzige Bundesland, das Behandlungen zur assistierten
Reproduktion finanziell unterstützt“

„Der Freistaat Sachsen ist damit das erste und einzige Bundesland, das Behandlungen zur assistierten Reproduktion finanziell unterstützt“, lässt sich die sächsische Staatsministerin für Soziales, Christine Clauß (CDU), auf einem von ihrer Behörde vertriebenen Werbe-Flyer zitieren, den gleich auch die Kontaktdaten von fünf Einrichtungen zieren, die in Dresden und Leipzig ihre Brötchen mit sogenannten Kinderwunschbehandlungen verdienen.

Ich werde nie verstehen, warum die assistierte Reproduktion von der Tagespost durchgängig als „sogenannte“ Kinderwunschbehandlung tituliert wird. Und sind es wirklich Werbeflyer oder vielmehr Info-Flyer?

Schön ist, dass im weiteren Verlauf des Artikels dann sogar der SPD die Stange gehalten wird und die störrische Gesundheitsministerin gelobt werden muss.

Im weiteren Verlauf des Artikels verlässt Stefan Rehder der Humor vollends und ergeht sich der üblichen Litanei („Erfolglos, Ethisch nicht akzeptabel, wir sind dagegen“). Geschenkt.

Aber in einem muss man dem Autor des Artikels recht geben:

Dabei dürfte der Hauptgrund für diese außergewöhnliche, als familienpolitische Leistung getarnte regionale Wirtschaftsförderung der immense Umsatz-Einbruch sein, den die Babymacher seit dem Jahr 2004 in Deutschland zu verzeichnen haben.

OK. Babymacher, auch geschenkt, sie könnens halt nicht anders. Aber: Voraussetzung ist, dass „die Maßnahmen der assistierten Befruchtung in einer im Freistaat Sachsen befindlichen Einrichtung durchgeführt werden“ und die verheirateten Paare „seit mindestens einem Jahr“ ihren „Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen“ haben.

Das klingt in der Tat nicht nach einer Entscheidung zugunsten der betroffenen Paare, sondern nach einer Maßnahme zur Stützung der lokalen Wirtschaft, denn sonst müssten ja auch Behandlungen außerhalb Sachsens unterstützt werden.

Umso wichtiger wäre eine bundeseinheitliche Regelung, vor der die katholische Kirche hoffentlich zu Rect Angst haben muss


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    remis schreibt

    Da ist der sogenannte Artikel dieses sogenannten Journalisten dieser sogenannten Zeitung: http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100046098&Itemid=1 auf deren sogenannten Homepage.
    Ein sogenannter Journalist, der sich mal wieder weigert mit einer Thematik umfassend auseinanderzusetzen und bedauerlicherweise Fakten durch sogenannte billige Polemik ersetzt. Wie primitiv und eines guten Journalisten nicht würdig!

  2. Elmar Breitbach
    Anna schreibt

    Manchmal schäme ich mich doch tatsächlich überhaupt noch der Kirche anzugehören. Wie kann man nur so hinter dem Mond leben….Einfach unglaublich*kopfschüttel*…

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Was regt sich die katholische Kirche über die paar Steuergelder auf, die da ausgegeben werden? Beide christlichen Hauptkirchen zusammen erhalten Jahr für Jahr 20 Mrd! Euro staatliche Zuwendungen. Und das noch dafür, dass sie so genannte Ethiker bezahlen, damit sie dafür sorgen, dass die Selbstbestimmungsrechte von Menschen in diesem Land (unabhängig von der Kirchenzugehörigkeit!) ganz im Sinne ihrer Kirche beschnitten werden.

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich möchte den Politikern in Sachsen nicht unterstellen, dass diese Förderung eine Maßnahme zur Förderung der Wirtschaft ist.

    Die Grenzen, die da gesetzt wurden, halte ich für angemessen. Die Regelung soll eben nur für Menschen in Sachsen sein und nicht von Menschen außerhalb dieser Region genutzt werden können. Sonst könnte sich jeder mal kurz einen Wohnsitz in Sachsen besorgen undnach der Behandlung wieder ausreisen. Dann wären die Mittel schnell verbraucht und für die eigene Bevölkerung bleibt nicht mehr viel übrig.

    Auch ist es ja so, dass die Ärzte und Apotheker in Sachsen einen Teil ihrer Steuergelder an das Bundesland zahlen und ein Teil des Geldes somit wieder an die sächsischen Landeskassen zurück fließt. Würde man auch Behandlungen in anderen Bundesländern bezuschussen, würde man damit direkt ein Geschenk an diese anderen Bundesländer überreichen. Die sollen sich aber gefälligst selbst um mehr Familienfreundlichkeit bemühen.

  5. Elmar Breitbach
    storitz schreibt

    tja, zum glück wars nur der sachsen-könig, der einst zum katholozismus konvertierte. das sich reproduzierende fußvolk wußte wohl schon rechtzeitig, dass und warum es lieber protestantisch bleibt. zumindest ist uns der humor noch nicht abhanden gekommen…

  6. Elmar Breitbach
    Miezi schreibt

    Also ich sehe diese Maßnahme auch eher als ein Konjunkturpaket für Sachsens Kliniken.

    Wir wohnen schon jahrelang in Sachsen und zahlen hier unsere Steuern, aber jetzt wo wir auch mal Betroffene wären und einen Zuschuss gut gebrauchen könnten, bekommen wir nichts, weil wir halt nicht in eine der Kliniken hier in Sachsen sind.

    Wir waren das mal und hatten unsere Gründe zum wechseln und das haben wir entschieden, als das Gesetz noch nicht beschlossen war. Nun kann man doch nicht im Ernst von uns erwarten, dass wir zurück kommen, woanders alles stehen und liegen lassen (obwohl wir uns wohl fühlen und dort mit den Voruntersuchungen schon begonnen haben), nur damit wir den Zuschuss bekommen.

    Für solche Paare (welche ja sicher nicht die Masse darstellen) hätte sich auch keiner einen abgebrochen, wenn man eine Übergangsregelung gefunden hätte.

    Aber das sind dann ein Teil von Sachsens Kinderwunschpaaren wohl offensichtlich nicht wert!

    Traurig, weil schließlich leben und arbeiten wir hier.

    …und die KiWu-Praxen kommen aus dem Grinsen gar nicht wieder raus.

    Egal…WIR bleiben wo wir sind, weil Geld allein halt nicht alles ist!

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    " die spinnen, die popen!"…bei minerva…zum kaputtlachen 🙁

    und ranga yogeshwar gibt dafür so ein blödes bildchen her… wie witzig..

    die sachsen machen einen guten anfang und die bundesländer, die es sich leisten können, werden folgen…und das ist auch gut so.

    vielleicht bescheeren uns die bundestagswahlen ja endlich mal eine neue gesundheitsministern…eine gemischte finanzierung aus gesundheits- und familienetat wäre am sinnvollsten.