Gesundheitsminister Bahr will Erleichterungen bei künstlicher Befruchtung

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Daniel Bahr möchte Paaren mit Kinderwunsch und ihren behandelnden Ärzten den Weg zu Kind erleichtern. „In Deutschland haben wir sehr enge Grenzen für das Einsetzen befruchteter Eizellen“, sagte der FDP-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Ich bin dafür, die gesetzlichen Regelungen für künstliche Befruchtung zu ändern. Ich möchte die Erfüllung des Kinderwunsches erleichtern, wenn der medizinische Fortschritt das möglich macht“, sagte Bahr. Es sei für Frauen eine enorme gesundheitliche und für Paare eine psychische Belastung, mit mehreren Versuchen zur künstlichen Befruchtung zu scheitern.“

Gesetzesänderung wichtiger als Kostenübernahme?

Er halte die Änderung der gesetzlichen Regelungen für bedeutsamer als die Verbesserung der Kostenübernahme, da es helfe, die künstliche Befruchtung überhaupt funktionieren zu lassen. Sicherlich sind Regelungen in anderen Ländern Europas liberaler und es würde durchaus einiges vereinfachen, wenn manche Restriktionen wegfielen, die uns in Deutschland noch behindern. Wobei zu sagen ist, dass die Unterschiede geringer sind als oft angenommen und die Erfolgsraten sich daher kaum unterscheiden.

Gesetzesänderungen machen die IVF sicherer

Vierlinge
Eineiige Vierlinge | Foto: Bernd Sterzl / pixelio.de
Es geht also weniger um die Erfolgsraten, sondern um die Sicherheit der Behandlung. Vor einiger Zeit habe ich hier bereits dargelegt, dass die Rückgabe von nur einem Embryo (Single-Embryo-Transfer) die sicherste Methode der künstlichen Befruchtung darstellt, hilft dies doch zuverlässig, Mehrlingsschwangerschaften und ihre gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kinder zu vermeiden.

Letztlich ist zur Vermeidung von Mehrlingen beides notwendig: Eine Verbesserung der Kostenübernahme und eine Änderung der Gesetzeslage. Es soll betroffene Paare aber nicht stören, wenn eine Partei der Meinung ist, die Kostensituation gehöre verbessert und die andere der Auffassung, das Embryonenschutzgesetz gehöre auf den Prüfstand. Beides zusammen wäre sicherlich ideal. Es ist in Anbetracht der nahenden Bundestagswahl sicherlich nicht verkehrt, auch einmal darauf zu schauen, was die Parteien zu „unserem“ Thema zu sagen haben.


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Kommentar

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9 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Hasipuffer schreibt

    Genau deswegen wird Aktion Kinderwunsch zur Bundestagswahl wieder Wahlprüfsteine anfordern!
    Wir dürfen gespannt sein. Es ist jedenfalls mal wieder ein Minischritt in die richtige Richtung und ich schließe mich an, ideal wäre es, wenn an allen Stellschrauben weiter gedreht wird. In der Kostendebatte hat sich ja einiges getan, schön, dass jetzt auch andere „Baustellen“ in den Fokus rücken!

  2. Elmar Breitbach
    Greta S schreibt

    jo, die versprechen jetzt was, die „18 %“ (18 ist die neue 5 😉 )fest im blick – und nach der wahl interessieren sie sich wieder nicht mehr für ihr „dummes geschwätz“ aus der vor-wahl-zeit….

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich befürchte dasselbe, wie Greta. Jetzt versprechen und hinterher nicht mehr dran erinnern. …

    Das hätte ihm ja auch etwas eher einfallen können.

    Davon abgesehen nehmen wir ihn natürlich beim Wort. Und wer weiß, wo hier noch Wunder geschehen?

    War es eigentlich vor der letzten oder vor der vorletzten Bundestagswahl, als Frau von der Leyen uns Verbesserungen versprach? Das war es ja tatsächlich so, dass sich erstmal keiner mehr daran erinnerte. Inzwischen gibt es einige Verbesserungen (wenn ich auch finde, sie reichen noch nicht).

  4. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    Wahlblahblah….

  5. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Letztlich sind die Verbesserungsvorschläge von Fr. von der Leyen dann später von Fr. Schröder umgesetzt worden. Deswegen halte ich so etwas nicht für Wahlblahblah. Es zeigt zumindest, dass man in der entsprechenden Partei so etwas äußern kann, ohne Gefahr zu laufen, den Kopf dabei zu verlieren.

    Mich freut es ganz grundsätzlich, wenn jemand die Situation der ungewollt Kinderlosen für verbesserungswürdig hält. Ob die Umsetzung dann konkret oder gar zeitnah erfolgt, steht auf einem anderen Blatt. Aber die grundsätzliche Bereitschaft, Probleme zu erkennen ist immer der erste Schritt.

    Die Bereitschaft der Politik, das Problem unerfüllter Kinderwunsch zu erkennen, ist zu loben.

  6. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    erkannt haben sie es, aber an der Umsetzung scheitert es – wie immer!

    Die Rueckstufung von 4 Versuche zu 100% ging innerhalb von 6 Monaten.

    Der Kampf um evt 4 Versuche und mehr Unterstuetzung geht nun seit 2004!

    Und dann beschweren sie sich, dass D weniger Kinder hat. Oder alle ins Ausland fluechten. Die KK hauen auch nicht mal auf den Tisch sondern horten lieber ihre Gelder und machen Mrd an Plus!

    Sorry, fuer mich ist das nur ein Wahlblah um Waehler zu bekommen, vor allem wenn es Jahre dauert, ehe etwas Gutes/Positives umgesetzt wird. 🙁

  7. Elmar Breitbach
    Greta S schreibt

    es gibt VIELE probleme, die die politik erkennt… allein – es ändert sich nix!

    sprechen wir von hunger, armut, AIDS, oder auch nur von den vielen fehltagen der arbeitnehmer aufgrund von grippe und rücken. tut sich was? ne, nix.

    weder bei den dringenden dingen, noch bei den weniger vordringlichen.

    jeder, der ein eigenes kind hat und das als normalreproduzierer, hat keinerlei leidensdruck, etwas für die „anderen“ zu tun. es sei denn, er/sie ist reproduktionsmediziner.

    aber letztere TUN wengistens was. andere reden nur drüber. blah blah beispielsweise. oder laber laber…

  8. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Verstehe nur gerade nicht, warum man Bahr nun zum Vorwurf macht, das Problem beim Namen zu nennen. Darf er das nicht, weil er in der FDP ist? Und wenn ich diese parteipolitische Diskussion mal aufgreifen darf (die ich übrigens völlig blödsinig finde, aber sei’s drum): Wenn dieser Karl Lauterbach Gesundheitsminister wird, wandere ich aus oder gehe gleich in Rente.

  9. Elmar Breitbach
    reaba_3.0 schreibt

    ja, man sollte nie vergessen, auf wessen (ideologischem) Mist die Kürzungen von 2004 gewachsen sind – rot-grün. Das kann unter reproduktionsmedizinischen Gesichtspunkten ja nun wirklich keine Alternative sein (und unter gänzlich anderen Gesichtspunkten in meinen Augen erst recht nicht…)!

    Daher sehe ich Bahrs Äusserungen als das, was sie sind: positiv, weil sie mehr Unterstützung für Kiwupaare fordern. Man sehe sich die Wahlprogramme anderer Parteien diesbezüglich an …

    @doc: wenn Lauterbach Gesundheitsminister wird, dann ist der Rest dieser Gurkentruppe in Regierungsverantwortung *ohnmacht* – mehr als ein Grund auszuwandern, denn von Rente wird da nix mehr übrig bleiben.