Geburtenzahlen stürzen ab


Ziemlich genau vor einem Jahr bekam die damalige Familienministerin von der Leyen die Geburtszahlen aus dem Jahr 2008 vorgelegt und stellte fest, dass sie eine Milliarde Euro umsonst ausgegeben hatte, denn Geburtenrate stieg trotz dieser massiven Investition in Form des Elterngelds nur geringfüging an.

Dieser Trend war nur vorübergehender Natur und die Geburtszahlen sanken im Jahre 2009 auf einen neuen Tiefststand. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden 2009 rund 651.000 Kinder in Deutschland lebend geboren. Das bisherige Rekordtief lag 2006 bei 673.000 Geburten. Der Geburtenrückgang von 2008 zu 2009 beträgt diesen Berechnungen zufolge etwa 3,6 Prozent.

Würde man die Kosten für die künstliche Befruchtung wieder komplett für 4 Behandlungen übernehmen, so würde dies den Staat oder die Sozialkassen ca. 50 Millionen Euro kosten. Ein Schnäppchen, denn für diese Summe würden vermutlich 10.000 Kinder jährlich zusätzlich geboren.

Für Frau von der Leyen waren die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes im letzten Jahr Anlass, über die Kostenübernahme nachzudenken. Leider gingen diese Pläne in den stürmischen Zeiten des Wahlkampfs verloren und endgültig verschütt bei den Koalitionsverhandlungen.

Es wäre schön, wenn Frau Schröder aus den Zahlen des Bundesamtes ähnliche Schlüsse ziehen würde wie ihre Vorgängerin.


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22 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Fischgrete schreibt

    Zu befürchten ist wohl eher, dass das Elterngeld wieder abgeschafft wird, weil es nicht funktioniert.
    Wenn ich wählen müsste, entschiede ich mich für’s Elterngeld und zahlte doch lieber die ICSI wieder selbst…

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Stimmt, so ginge es natürlich auch 😉

    Ungerecht für jene, bei denen es nicht klappt

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das Ding mit dem Elterngeld war doch auch schon sozialer Unsinn. Weil, davon haben nur Paare mit höherem Einkommen profitiert. Wer vorher arbeitslos war, bekommt doch jetzt kaum noch Elterngeld. Da war die vorherige Lösung sowieso besser.

    Sehr gut, dass dieser Artikel auf den Geburtenrückgang verweist. Ich wette, wir werden bald die 600.000 Marke nach unten durchbrechen.

  4. Elmar Breitbach
    Fersensporn schreibt

    Ich weiss nicht – hier, wo ich lebe, kann ich von einem Geburtenrückgang nicht sprechen. Eher das Gegenteil.

    3 Kinder sind schon Normalität – 4 auch keine Seltenheit.

    Und das in nicht sozialschwachen Gebieten.

    Vielleicht ist Bayern(München) einfach anders …

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ja, schön, dass es mal jemand sagt.
    leider geht es auch an der sozialen wirklichkeit vorbei, anzunehmen, dass eine wiederherstellung der finanzierungsbedingungen von vor der gesundheitsdeform das problem lösen würden…leider, leider, leider.

    um mal den bezug zum "kuh"artikel herzustellen: kein politiker scheint wirklich zu wollen (in adäquadter höhe geld dafür ausgeben zu wollen), dass subfertile "kühe" sich mit reproduktiver hilfe fortpflanzen.
    und noch ne analogie: vielleicht ist eh jeder ein rindviech, der diesem staat noch kinder schenken möchte.

    fazit: lies nie zuerst den wirtschaftsteil deiner zeitung 🙁

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Nun, die Schröder hat den Geburtenrückgang inzwischen legitimiert, indem sie sagt, die Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter wäre in den letzten 4 Jahren um eine halbe Million zurück gegangen, die Geburtenrate pro Frau wäre gleich geblieben.

    Allerdings zeigt das auch, dass sämtliche Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate bisher wirkungslos waren oder allenfalls den Rückgang bei assistierten Befruchtungen auffangen konnten.

    Das fehlende Ernstnehmen von Kinderwünschen wird jedenfalls weiterhin dazu führen, dass jedes Jahr einige tausend Kinder weniger auf die Welt kommen.

  7. Elmar Breitbach
    Dennis schreibt

    Wer sich ernsthaft damit auseinander setzen möchte, sollte sich diesen Artikel ebenfalls durchlesen.

    http://www.ksta.de/html/artikel/1241185288487.shtml

  8. Elmar Breitbach
    gast schreibt

    Erstes Ziel des Elterngeldes war es, mehr Akademikerinnen dazu zu bringen, Kinder zu bekommen. Damals sagte UvL wortwörtlich: "Bei uns vermehren sich die falschen Menschen." BKin Merkel sagte damals dazu: "Das ist ein Zustand, den sich ein Land, das sich als hochentwickelt bezeichnet, nicht leisten kann.
    Zweites Ziel des Elterngeldes war es, mehr Väter in die Elternzeit zu bekommen.
    Beides sind sozialpolitisch unbestritten richtige Ziele. Sie werden von der Politik nach wie vor heftig verfolgt, nur traut sich in Wahlkampfzeiten niemand mehr, diese Wahrheiten so deutlich auszusprechen.
    Der Erfolg des Elterngeldes muss sich also daran messen lassen, ob es seine beiden Ziele erreicht hat. Und nicht daran, ob die Geburtenzahlen grundsätzlich gestiegen sind.
    Wer dafür kämpft, dass die Kosten für mehr Kinderwunschbehandlungen übernommen werden, sollte also im Sinne der Politik am besten auch darauf hinweisen, dass es bei den daraus resultierenden 10.000 Kindern mehr, auch um die "richtigen" handelt. Also am Besten: Akademiker-Kinder.

  9. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Dennis: aus dem von dir verlinkten Beitrag:
    "Diese sogenannte Geburtenziffer war 2007 auf 1,37 Geburten pro Frau angestiegen und kletterte nach Schätzungen des Instituts auch im vergangenen Jahr weiter nach oben."

    Wenn wir uns die Statistik der Geburtenziffern anschauen, z.B. hier: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/Bevoelkerung/BroschuereGeburtenDeutschland,property=file.pdf auf Seite 17, dann sehen wir, dass die Geburtenziffer in den letzten 10 Jahren kaum mal unter 1,37 gelegen haben kann. Nur der Nachwendeknick bescherte uns weniger Kinder pro Frau.

  10. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Interessant auch die zusammengefasste Geburtenziffer der Frauenkohorten, hier z.B. (ganz unten): http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/AktuellGeburtenentwicklung,templateId=renderPrint.psml#Frauenjahrgaenge

    Ich glaube kaum, dass jede 5. der heute 40-jährigen noch ein Kind bekommen wird, damit sie an die Geburtenziffer der 1960 geborenen heran reichen. Das böse Erwachen kommt noch.

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @gast: Ich hoffe, dein Beitrag bezüglich der "richtigen Kinder" war mit Ironie geschrieben. Bevölkerungsselektion halte ich nicht für unterstützenswert. Allerdings ist es ganz richtig, darauf hinzuweisen, dass sie ein politisches Ziel ist.

  12. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    danke, Rebella

  13. Elmar Breitbach
    Gast schreibt

    @rebella: Bevölkerungspolitik hat doch nun wohl überhaupt nichts mit Bevölkerungsselektion zu tun, letzteres klingt nach "brauner Zeit", und mit so einem Totschlags-Begriff will man zum Verstummen bringen.
    Bevölkerungspolitik ist ein gängiger politischer Ausdruck, der sich mit Einwohnerzahl und der Struktur einer Gesellschaft auseinandersetzt. Bis auf den extrem linken Rand des Parteienspektrums verfolgen alle demokratischen Parteien (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne) mehr oder weniger dieselbe Bevölkerungspolitik, deren Ziele in etwa denen des neuen Elterngeldes (mehr Akademiker-Kinder, mehr Beteiligung der Väter an der Kindererziehung) entsprechen – kombiniert mit einer besseren Integrationspolitik und einer höheren Gesamtbildung usw.
    Über den Weg zu diesem Ziel ist man sich natürlich nicht einig: ob Elterngeld für angeblich Besserverdienende, teuerer Kindergartenplatzausbau oder ob man Bildung in jeden Kopf trichtern kann oder ob ein flexiblerer Arbeitsmarkt helfen würde – darüber lässt sich sicher trefflich streiten.
    Ist aber für Kinderwunsch-Lobbyisten eigentlich völlig unerheblich.
    Denn wenn ich in Krisenzeiten Geld aus einem sehr begrenzten Topf bekommen will, ist es doch wohl in meinem eigenen Interesse zu zeigen, dass mit dem Geld dann auch die politischen Ziele der Mehrheit der demokratischen Parteien verwirklicht werden. Und zB aufzuzeigen, welche Bevölkerungsgruppen Kinderwunsch-Behandlungen in Anspruch nehmen, eine Heraufsetzung der Altersgrenze zu fordern, Änderung des EmbryonenschutzG mit Erlaubnis und Regelung der EZSP usw…

  14. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @gast: Klar, Bevölkerungspolitik ist viel mehr als das. Es spricht nichts dagegen, sich mit der Struktur und Einwohnerzahl einer Gesellschaft auseinanderzusetzen und auch steuernd einzugreifen, indem man z.B.(allgemein) mehr Geburten fördern will oder einen höheren Bildungsstandard erreichen. Auch gegen eine Förderung der Beteiligung von Vätern an der Kindererziehung ist überhaupt nichts einzuwenden und meines Erachtens auch begrüßenswert.

    Eine Bevölkerungspolitik, die jedoch darauf gerichtet ist, nur in bestimmten Bevölkerungsgruppen eine höhere Geburtenzahl zu erreichen und sogar in anderen bestimmten Bevölkerungsgruppen die Geburtenzahl zu senken (Reduzierung / Wegfall des Elterngeldes bei gering Verdienenden), muss es sich gefallen lassen, mit dem Wort "Selektion" bedacht zu werden. Sie hat zum Ziel, mehr Nachwuchs bei den Reichen, den höher Verdienenden zu bewirken und weniger Nachwuchs bei den finanziell nicht so gut Gestellten. Sie widerspricht damit dem Gleichheitsgebot und damit den Menschenrechten.

    Und ja, ich benutze dieses Wort auch deshalb, weil die gleichen Leute, die diese Art der Bevölkerungspolitik betreiben, z.B. auch die PID ablehnen und dabei ganz heftig mit dem Wort "Selektion" wedeln.

    "Welche Bevölkerungsgruppen Kinderwunschbehandlungen in aspruch nehmen" – das ist doch das gleiche Ziel dieser umstrittenen "Bevölkerungspolitik". Natürlich ist es ganz gewollt, dass die Leute mit mehr Kohle auch mehr Kinderwunschbehandlungen in Anspruch nehmen. Deshalb werden selbige ja auch nur noch so gering finanziert. Damit sie insbesondere von denen in Anspruch genommen werden, die es sich eh selbst leisten können. Und Parteien, die sowas wollen, tragen ihre Bezeichnung "demokratisch" nur noch zum äußeren Schein.

  15. Elmar Breitbach
    Tigerin schreibt

    @Rebella: Die Sache mit den ‚falschen Kindern‘ war keine Ironie. Zu Zeiten der großen Koalition haben gleich mehrere Politiker in diese Kerbe gehauen. Und wenn Du Dir die Familienpolitik als Ganzes anschaust, dann wird klar, dass sie tatsächlich auf Selektion ausgerichtet ist. Diejenigen, die sich für unsere Elite halten, verabscheuen nichts so sehr wie Konkurrenz. Daher wird auf Biegen und Brechen an einem erwiesenermaßen sozial ungerechten Schulsystem festgehalten, das auf eine frühzeitige Selektion setzt. Und während sich Gutverdienende für ihre Kleinkinder notfalls eine Kinderfrau leisten, bleibt den Kindern weniger betuchter Eltern oft nur eine der frisch aus dem Boden gestampften Verwahranstalten. Dass beide Eltern arbeiten müssen um die Familie halbwegs manierlich über die Runden zu bringen, steht meist ausser Frage. Warum sieht unser Steuersystem immernoch das Ehegattensplitting vor wenn ein Familiensplitting viel gerechter wäre?

  16. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    interessanter aspekt: die verknüpfung von geburtenstatistik und bildung im weiteren sinne … hier beißt sich nämlich gerade etwas selbst in den hintern: je gebildeter die frau, desto weniger kinder bekommt sie.
    die antwort unseres politischen system ist: bietet den gebildeten frauen geld für mehr gebärfreudigkeit.
    schon halbwegs gebildet könnte man auf die idee kommen, dort eine gewisse schieflage festzustellen, bzw einen veritablen systemfehler … 😀

  17. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Tigerin: Ich meinte auch: Ironie zu den Politiker-Aussagen. Aber du hast Recht: In der Bildung geht diese Selektion weiter.

    Man braucht sich eigentlich nur zu vergegenwärtigen, dass die Entscheidungsträger selbst zu der höher gebildeten und höher betuchten Gruppe gehören. Erstens wirtschaften sie sich in ihre eigene Tasche, zweitens haben sie mehr Mitleid mit ihresgleichen, drittens sehen sie sich als die besseren Menschen und wollen eben die Vermehrung ihrer eigenen Art fördern. – Evolutionsbiologische Laster, die sich wohl kaum bekämpfen lassen.

  18. Elmar Breitbach
    Tigerin schreibt

    Dieses ‚evolutionsbiologische Laster‘ ließe sich recht effektiv an den Wahlurnen bekämpfen hätten wir nicht einige zutiefst undemokratische Strukturen!

    Klar bekommt eine Frau je weniger Kinder, je qualifizierter – ich sage nicht ‚gebildet‘ – sie ist! Mit ein bisschen Grips ist nämlich jeder Frau klar: Die Politik will dass Frauen arbeiten, aber die Wirtschaft will keine Frauen, erst recht keine mit Kindern oder ältere Frauen. Im Regelfall wird frau spätestens nach der zweiten Schwangerschaft aus ihrer Position gemobbt oder per Abfindung gelockt. Wer seinen Job behalten will oder muss, der wird halt maximal ein Kind bekommen, daran wird kein Elterngeld etwas ändern.

  19. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hoho – schaut mal: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,761431,00.html

    Frau Schröder woll sich dafr einsetzen, dass die Kosten wieder so übernommen werden, wie vor der Gesundheitsreform.

    Träum ich? Müssen wir wieder mit heißer Luft rechnen? Oder dürfen wir wieder hoffen?

  20. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Und hier noch besser: http://www.sueddeutsche.de/politik/familienministerin-schroeder-gewollt-kinderlos-das-sind-die-wenigsten-1.1094691

    "Ich finde es unerträglich, wenn Kinderwünsche am Geld scheitern", sagte die Ministerin.

  21. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Rebella: Ich arbeite gerade an einem Artikel dazu, den ich aber heute nicht fertig bekommen habe. Auch zum Thema "heiße Luft" 😉

  22. […] Stand von 2003 angestiegen. Man geht davon aus, dass durch diese Änderung der Kostenregelung 10.000 Kinder pro Jahr weniger geboren werden. In Sachsen konnte mit einer auf das Bundesland beschränkten Förderung die Zahl der […]