Erstes Wahlverbrechen: Bleibt alles, wie es ist.


Nein, das ist kein Rechtschreibfehler in der Überschrift. Ok, es ist sicherlich nicht das einzige Wahlversprechen, das gebrochen wurde. Aber dieses ist mit Sicherheit jenes, welches die Leser und den Autor dieser Seite am meisten interessiert: Noch kürzlich habe ich erfreut über die Pläne berichtet, das sogenannte Sachsen-Modell als bundesweite Regelung für die Kostenübernahme der künstlichen Befruchtung einzuführen.

Doch nun sind die schwarz-gelben Pläne plötzlich Makulatur. Die Koalitionsrunde habe „diesen Punkt nicht auflösen können, sodass das Thema im Koalitionsvertrag nicht auftaucht“, verlautet aus dem Umfeld von Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), die die Arbeitsgruppe während der Koalitionsverhandlungen geleitet hatte. Im Klartext bedeutet das für Tausende betroffene Paare, dass sie weiterhin die hohen Kosten für eine künstliche Befruchtung selbst aufbringen müssen.

Das berichtet die Berliner Morgenpost. Man sieht daran, dass der Weg vom Entwurf eines Koalitionsvertrags zur endgültigen Fassung lang ist und nur die Lobbyisten in der Lage sind, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Die sächsische Sozialministerin Christine Clauß, die die Kostenregelung in Sachsen zugunsten der betroffenen Patienten änderte, ist überrascht, denn sie hatte die bundesweite Übernahme ihres Modell erwartet.

„Ich hätte mir jetzt ein klares Signal von Frau von der Leyen gewünscht“, sagt Professor Jan-Steffen Krüssel von der Uniklinik Düsseldorf. „Die Statistik belegt deutlich, dass sich die Gesundheitsreform negativ auf die Geburten auswirkt.“ Stattdessen, kritisiert Krüssel, würden Millionen in das Elterngeld gepumpt. „Wenn Frau von der Leyen sagt, dass 2008 dank des Elterngeldes 10 000 Kinder mehr als im Vorjahr geboren wurden, mag das stimmen. Die sind aber teuer erkauft worden. Künstliche Befruchtung zu unterstützen ist die kostengünstigere Variante“, so Krüssel.

Kostengünstiger ja. Aber es ist offenbar politisch nicht vermittelbar.

Dazu als Nachtrag noch den Kommentar von Rebella, den ich mal hier hoch holen möchte:
Für das Vereinigte Königreich hat eine Studie von Rand Europe (2006) ermittelt, dass “eine 25-prozentige Erhöhung des Kindergeldes die durchschnittliche Kinderzahl je Frau um 0,07 erhöhen [würde]; die Gesamtkosten beliefen sich dafür auf 50.000 bis 100.000 britische Pfund für jedes zusätzliche Kind – während für jedes Kind, das dank reproduktionsmedizinischer Unterstützung zur Welt kommt, nur 15.000 – 25.000 Pfund aufgewendet werden müssen.” (zitiert nach Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2007: Ungewollt kinderlos: Was kann die moderne Medizin gegen den Kindermangel tun?, S. 43)


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Kommentar

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36 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Also gleich wieder der alte Trott. Erst große Versprechen und dann wieder die Rückzieher. Das heißt jetzt, reihenweise Proteste an Maria Böhmer schicken. Laut ihrer Web-Seite ist sie Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Das läßt mal wieder tief blicken. Hier kann man ihr eine Nachricht schicken: http://www.maria-boehmer.de/start.oscms/0,26,162.html

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Für das Vereinigte Königreich hat eine Studie von Rand Europe (2006) ermittelt, dass "eine 25-prozentige Erhöhung des Kindergeldes die durchschnittliche Kinderzahl je Frau um 0,07 erhöhen [würde]; die Gesamtkosten beliefen sich dafür auf 50.000 bis 100.000 britische Pfund für jedes zusätzliche Kind – während für jedes Kind, das dank reproduktionsmedizinischer Unterstützung zur Welt kommt, nur 15.000 – 25.000 Pfund aufgewendet werden müssen." (zitiert nach Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2007: Ungewollt kinderlos: Was kann die moderne Medizin gegen den Kindermangel tun?, S. 43)

  3. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    tja, soviel zu wahlversprechen. so mancher schwarzgelb-wähler wird sich noch umschauen. für die anderen wähler natürlich umso schlimmer.

    viel spass dann mit schwarzgelb in den kommenden 4 jahren. und sagt bitte nicht, dass wir nicht gewarnt hätten…..

  4. Elmar Breitbach
    Floydine schreibt

    Zum heulen.

  5. Elmar Breitbach
    madita12 schreibt

    Das war ja zu erwarten und ich denke das wird nicht die einzige bittere Pille sein, die wir schlucken müssen.
    Vielen Dank CDU/CSU und FDP, ich weiß schon, warum ich euch nicht gewählt habe.

  6. Elmar Breitbach
    Miezi schreibt

    Ja, was soll man dazu jetzt sagen?
    Wir hatten vieles in der Hand und wer das jetzige gewählt hat, darf sich nun nicht aufregen.
    …und wer gar nicht gewählt hat noch weniger.

    Für alle anderen, zu denen auch ich gehöre, ist es eine traurige Bilanz und vielleicht machen WIR es in 4 Jahren mal mit mehr Wählern der "richtigen" Partein besser.

    Ich werde die spezielle Sache der Kostenübernahme dann nicht mehr benötigen, zum einen, weil ich dann zu alt bin und zum anderen, weil wir uns unseren Wunsch in 3 teuren Anläufen nun noch erfüllen konnten.
    Aber ich vergesse diese Zeit nicht und werde auch immer an alle denken, die das noch vor sich haben.

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    meines wissens hat es bisher noch keine regierung nach amtsantritt geschafft so schnell und umfangreich so vielen eigenen wählern ans bein zu pinkeln (nicht nur was diesen speziellen teil der gesundheitspolitik angeht).
    auch eine art erfolg…es wird nicht besser werden, fürchte ich.

  8. Elmar Breitbach
    manulein schreibt

    Hallo

    sehr enttäuschend !
    Aber meint ihr andere Parteien wären besser ??? Würden uns unterstützen ? Sie haben schon vor der Wahl gesagt das sie uns nicht unterstützen wollen.
    Die sind doch alle gleich, die einen machen das gut und dafür was andere schlecht.
    Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.
    Wen soll man denn Vertrauen wenn sie ihr Wahlversprechen nach der Wahl brechen ?
    Ich weiss es nicht.

  9. Elmar Breitbach
    königskind schreibt

    kann greta nur zustimmen. mit schwarzgelb hat sich deutschland sicher keinen gefallen getan…

  10. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    wenn ich schon VORHER sage, ich bezahle nix, dann LÜGE ich wenigstens nicht.

    das macht für mich schon einen unterschied in der glaubwürdigkeit.

    ich bin nicht enttäuscht worden – sondern bestätigt.

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wo sind denn die Kommentare geblieben???

  12. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ja, Greta, genau das wollte ich auch sagen. Die Lüge ist das, was die verantwortlichen Abgeordneten und die Familienministerin noch ganz besonders unsympathisch macht.

  13. Elmar Breitbach
    Tigerin schreibt

    Leute zieht Euch warm an, es wird noch mehr Ärger geben: Ulla Schmidt heißt jetzt Philip Röseler und schickt sich an, unser Gesundheitssystem zu demontieren. Die Kopfpauschale ist beschlossene Sache, und ich wage mal voraus zu sagen, dass wir in ein paar Jahren immer häufiger heftige Zuzahlungen für halbwegs passable Behandlungen, pardon, Leistungen zu berappen haben. Dann werden sich die Wenigsten über teure Kinderwunschbehandlungen aufregen, und das wissen die schwarzgelben Gangster jetzt schon.

  14. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    och…vielleicht kriegen wir ja alle "schweine"grippe und entlasten das arme gesundheitssystem so *ironieoff*

    was den kiwu-finanzierungsbereich angeht: wer sich erst unserer klientel anbiedert um dann die lange nase mit religiösen bedenken der mehrheitsfraktion zu drehen, der stellt sich selbst ein zeugnis über die ernsthaftigkeit dieses politischen anliegens aus.

    was das gesundheitssystem in gänze angeht: ich habe mir die biographie von phillip röseler genau angesehen. er wurde adoptiert und nach scheitern der beziehung der adoptiveltern von seinem vater allein großgezogen.erschwerte umstände so aufzuwachsen sind das schon. der mann ist sehr intelligent und strebsam und hat verinnerlicht, dass man sich alles (wenn man nur will) selbst erarbeiten kann.
    mag ja auch stimmen, wenn man die anlagen zu einem ausgeprägten intellekt sein eigen nennen darf und auch noch die nötige strebsamkeit mitbringt.
    das ist nicht jedem menschen in gleichem maße gegeben, selbst wenn die rahmenbedingungen für einen gelungenen strat ins leben eines jeden einzelnen gegeben wären.
    er möchte es, was die eigenverantwortlichkeit und -leistung, den gesundheitssektor betreffend, allen menschen selbst in die hand geben. das geht meiner meinung nach gewaltig ins auge und wird unterm strich für anbieter der leistungen profit generieren und einige leistungsnehmer (mangels kohle) das leben kosten.
    "gesundheits"vorsorge kann man so organisieren, liberal stringent gedacht ist es sogar … ob es dann aber noch gerecht, am gleichheitsgrundsatz (des hippokratischen eides orientiert!) und erschwinglich auch für arme ist……sehr zweifelhaft als endergebnis.

    eine sehr persönliche bemerkung: ich sitze der zeit öfter im wartezimmer eines orthopäden. ich bin gesetzlich freiwillig versichert. ich sitze da im schnitt 2 stunden, kohorten von privatversicherten menschen ziehen an mir vorbei, nicht weil sie einen früheren termin hatten oder ihre erkrankung mehr schmerzen verursacht, sondern weil sie anders versichert sind.
    das erinnert mich ehrlich gesagt nicht an ausübung der heilkunst, sondern an prostitution. solvente kunden bekommen ein kleines zückerchen, damit sie auch ja wiederkommen.
    90% der menschen in D sind gesetzliche versichert (10% davon freiwillig) – die sollten die regeln und leistungsvergütungen mitbestimmen (und ja, es gibt die möglichkeit der sozialwahl bei der KK, aber mal ehrlich: das ist kein transparentes system mehr!). nicht die 10% reichen oder von der persönlichen daseinsvorsorge befreiten (=beamte).
    "staat" ist dort stark, wo er die gier von lobbygruppen ausbremmst.
    daher bin ich auf herrn rösler sehr gespannt, denn ich habe wirklich 0 erwartungen, was eine starke ausübung dieser krontrollfunktion angeht.
    leider!

  15. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    reaba,leider kann ich nur einmal voten… 100 Punkte für dich!

  16. Elmar Breitbach
    Heiner schreibt

    reaba –
    Wie ist das in dem Wartezimmer des Orthopäden, wenn Du da sitzt? Steht den Kohorten an Privatversicherten ein P auf der Stirn oder sprichst Du jedesmal mit der Sprechstundenhilfe, ob jetzt ein PKVler oder ein GKVler vorgelassen wird?

    Ich bin selbst privat versichert, ich kann nicht bestätigen, alleine deshalb kürzer zu warten. Meine Frau ist eine "gesetzliche" und bei unserem Hausarzt zumindest merken wir keine Unterschiede, auch nicht in der Qualität der Beratung.

    Zugegeben gibt es Annehmlichkeiten als PKVler, aber dieses "länger-im-Wartezimmer-sitzen" ist nach eigener Erfahrung nicht so.

    Liebe Grüße
    Heiner

  17. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Tach, Heiner.

    leider IST das so bei den meisten deutschen Orthopäden.

    zwei Beispiele: der erste O. hat mittwochs und samstags nur Privatpatienten. früher durfte ich als Kassenpatient auch samstags kommen – geht nicht mehr.

    Ein Privatpatient darf aber auch JEDEN anderen Tag zu JEDER Zeit dort erscheinen und kommt a) in ein gediegenes eigenes Wartezimmer und IMMER als nächster dran.

    warum ich das weiß? Meine Mutter ist als Privatpatient dort…

    2. Orthopäde:

    mittwochs nur Privatpatienten, kommen auch sofort dran. woran man sie erkennt? a) sie sagen es an der Anmeldung (die man mitbekommt aus räumlicher Nähe) und b) auf erzürnte Nachfragen erklärt es die Sprechstundenhilfe.

    Leider kann sich ein Orthopäde nur über Private finanzieren, für "Kassenrenken" bekommt er 2 Euro oder so, hat aber die Arbeit (auch körperliche…) und macht ein Minus.

    Das System ist so.

    Heiner, wenn DU anders behandelt wirst, würde ich als Privater mal Klartext reden dort. Das darfst Du ja. Dir nimmt es keiner übel. Du bist ja Privater. Von Dir bekommen sie ja den x-fachen Abrechnungssatz *still*

    Und DAS wird sicher Dank Durchstarter-Phillip (hübsch isser ja… aber viel zu jung 😉 ) nicht besser werden.

    Danke allen (privat versicherten?) schwarzgelb-Wählern…

  18. Elmar Breitbach
    cruzeiro schreibt

    Wie ich immer sage: wir werden nicht von der Regierung regiert, sondern von der Hinterbank.

    In diesem Fall hat halt Frau v.d.L. gepennt (oder ihre rechte Hand) und Frau Böhmer, die ja ihren Karrierezenit längst überschritten hat, hat schwupps-die-wupps den Sack zu gemacht und für die Frauen das böse Thema KüBeFru "erledigt".

    Aber was soll’s, man weiss sich ja zu helfen, wie immer halt …

  19. Elmar Breitbach
    Tigerin schreibt

    @ Heiner: Herzlich willkommen in der Realität. Um Reabas Beobachtungen zu bestätigen, brauchst Du Dich nicht ins Wartezimmer ihres Orthopäden zu begeben. Bei den Frauenärzten (ok, die brauchst Du selten) in meiner Umgebung warten Kassenpatienten regulär drei bis vier Monate auf einen Termin; Privatpatientinnen kommen innerhalb weniger Tage oder sogar von einem Tag auf den anderen dran. So geht es quer durch alle Sparten: Viele Fachärte (zum Glück nicht alle!) zeigen auffallend ihre Vorliebe für Privatpatienten.

    @Reaba: Gerade Rössler sollte wie kein anderer wissen, dass die Mär,das alles durch eigene Leistung erreichbar wird, eine riesengroße Lüge ist. Wo wäre er geblieben wenn ihn die Nonnen im Monsumdreck hätten liegen lassen? Auf einem Ministerposten am anderen Ende der Welt? Wäre er Arzt geworden wenn ihn eine Hartz4 Mutti alleine groß gezogen hätte? Ja, das ist die böse Wahrheit dieser Welt, vor der er sich in lichten Momenten hoffentlich ekelt.

    Leute, die nicht zu ihrer Herkunft stehen, sind mir sehr suspekt. Wer es schafft, sich so gründlich selbst zu belügen, von dem können nur pathologische Optimisten und Dummköpfe Aufrichtigkeit erwarten.

    @Greta: Ungefähr die Hälfte der Menschheit hat schwarze Haare und dunkle Knopfaugen. Warum müssen wir ausgerechnet den erwischen?

  20. […] unten beschriebenen Planspiele keinen Einzug in den endgültigen Koalitionsvertrag gehalten, wie hier zu lesen ist. Es bleibt also erst einmal alles bei den seit 2004 geltenden Regelungen, die wir hier für Sie […]

  21. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Tigerin 🙂 [@Greta: Ungefähr die Hälfte der Menschheit hat schwarze Haare und dunkle Knopfaugen. Warum müssen wir ausgerechnet den erwischen?]

    Keine Ahnung. Ausgerechnet DER macht aber gerade DAS Ressort… er hätte ja auch Verteidigungsminister oder so werden können… dumm gelaufen….

  22. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Heiner: Man muss nicht unbedingt bei einem Orthopäden in Behandlung sein, um die Ungleichbehandlung von privat und gesetzlich Versicherten zu spüren. Mein Mann hat verschiedene Krankheiten, besucht im Quartal so um die 5 verschiedene Ärzte und er macht diese Erfahrung bei jedem Arzt. Mein Mann hat auch aus Frust schon häufiger den Arzt gewechselt, weil es nämlich nervt, wenn man häufig zum Arzt muss und wirklich fast jedes Mal mehrere Stunden warten muss. Wenn mein Mann ein MRT braucht, ruft er jedes Mal eine Praxis an, die ihn noch nicht kennt und sagt, er ist privat versichert. Dann kann er manchmal noch am selben Tag, mindestens aber innerhalb von 3 Tagen vorbei kommen. Sonst wartet er zwischen 6 Wochen und 3 Monaten auf einen Termin. Wir haben wirklich beim ersten Mal mindestens 10 Praxen abgerufen und der schnellstmögliche Termin war 6 Wochen. Einmal hatte mein Mann bei seinem Lungenfacharzt ein Gerät zur Überprüfung der Atemaussetzer zu einem bestimmten Termin (auch ein paar Wochen Wartezeit)versprochen bekommen. Mein Mann hatte eine Anfahrt von 20 km, um dieses Gerät abzuholen. Als er dort ankam, wurde das Gerät vor seinen Augen an einen Privatpatienten vergeben. – Und da sagst du, Privatpatienten werden nicht bevorzugt. …

  23. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Zum Thema: Neuer Gesundheitsminister

    Dazu habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht, ob ich mich über den freuen soll oder nicht. Immerhin ist er Vater von Zwillingen. Man weiß ja nicht, warum. (evt. +) Wiederum ist er adoptiert und wünscht sich vielleicht, dass noch mehr Kinder aus armen Ländern nach Deutschland importiert werden sollen. (-) Ihm zumindest ist es dabei ja nicht schlecht gegangen. Identitätsprombleme wegen einer unbekannten Herkunft hat er nach den Zeitungsberichten nicht. (+)

    Der Mann wurde mit seinen 37 Jahren vor eine Karre gespannt, die schon tief im Dreck steht. Die Aufgabe insgesamt ist wirklich nicht leicht. Als FDP Mann wird er eher im Interesse der besser betuchten Bürger unseres Landes agieren. Das ist das größte Problem.

  24. Elmar Breitbach
    ally schreibt

    Was habt ihr alle für komische Ärzte? Bin in der GKV und in keiner Praxis (von Gyn über Sportarzt, Hausarzt, Zahnarzt und und und…) kann ich so etwas beobachten. Weder melden sich Patienten schon direkt als "Private" an, noch gibt’s getrennte Wartezimmer oder gar Patienten, die später kommen, aber früher behandelt werden, es sei denn es ist ein aktuter Notfall. Es stimmt, dass Ärzte leider mit GKV-Patienten eher Minus machen, aber das zwingt sie durchaus nicht zu so einem diskriminierenden Verhalten 😉 Normal ist das sicher nicht.

  25. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Rebella: Was ist an dem Artikel auf kinderwunsch.com missverständlich?

  26. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    hm, ich finde es schlimm genug, wenn man sich mit 37 lenzen vor DIESEN karren spannen lässt, nur um karriere zu machen *still* oder so.

    das ist doch der GAU für den weiteren berufsweg….

    wie gesagt, hübsch ist er ja, aber das sind auch fast alle Japaner oder Koreaner 😉 und dazu belästigen sie uns nicht noch mit forschen ideen zu abgefahrenen zügen….

  27. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    @ally: mein internist, mein Zahnarzt, die beste kiwu-gyn der republik, meine transfusionsmedizinerin, etc etc machen diese unterschiede nicht.

    aber bei orthopäden ist dsa weit verbreitet.

    ich habe schon mehrfach deswegen die praxis gewechselt.

    ich kann auch nicht so viel BUNTE und STERN an einem Tag lesen 😉

  28. Elmar Breitbach
    Heiner schreibt

    @tigerin, greta, rebella
    Das es Annehmlichkeiten gibt, habe ich ja gar nicht bezweifelt, im Gegenteil…

    Es gibt sehr wohl separate Wartezimmer und wohl auch der dezente Hinweis am Telefon, man sei Privatpatient mag helfen. Ich habe ersteres nur selber noch nicht erlebt und letzteres noch nicht erfahren.

    Generell ist das aber ein Systemfehler und keiner der Ärzte. Obwohl ich privat versichert bin, bin ich der Idee einer Bürgerversicherung sehr zugeneigt. Aber das ist ja politisch in wirklich weiter Ferne…

    Alles Liebe – und danke, dass ihr mich nicht gleich aufgefressen habt :-))
    Heiner

  29. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hier frisst doch keiner einen heiner 😉

    ich halte die bürgerversicherung auch für die beste aller möglichen bisher angedachten lösungen, aber damit sagst du ja zu recht, kommt man im moment nicht wirklich weit 🙁

    und ja, es ist ein systemfehler!
    aber wer systemfehler so derbe (und ich scheine bei diesem orthopäden ja keine einzelerfahrung gemacht zu haben) ausnutzt, der verhält sich in meinen augen unlauter. es geht immerhin nicht um eine abgefallene fliese, sondern um die gesundheit von menschen.

    ich habe nichts gegen privatpatienten. einige sind es naturgegeben oder haben gar keine chance etwas anders zu sein.
    grundsätzlich stehe ich jedoch auf dem standpunkt, dass menschenleben gleichwertig sind und auch medizinisch so zu behandeln.

    lg, reaba

  30. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Und habt ihr alle schon eure Protestbriefe und -mails abgeschickt? Ich habe das inzwischen getan. Wer an Frau v.d.L. schreiben und sich für das leere Versprechen bedanken will, hier geht es lang: ursula.vonderleyen@bundestag.de

  31. Elmar Breitbach
    xyz schreibt

    Ich habe überlegt, ob ich hier jetzt kommentiere – deswegen lieber xyz.
    Kann nämlich sein, dass ich leicht ‚geoutet‘ werde.
    Leider gibt es nicht nur privat Versicherte mit höherem Faktor, sondern auch einige (immer weniger werdende), die sogar einen niedrigeren Faktor als GKV abrechnen müssen. (darf es hier leider nicht schreiben, welche PKV) Wir können leider nicht einfach die Versicherung wechseln. – Wollte es schon oft 🙁
    Bevorzugt wurde ich immer nur, wenn ich wirklich Schmerzen hatte. Sitze manchmal auch schon etliche Zeit im gemeinsamen Wartezimmer.
    Wenn ich zu neuen Ärzten komme, muss ich immer dringend darauf hinweisen, dass nach einem anderen (niedrigen) Faktor abgerechnet wird, sonst gibt es wieder Ärger mit meiner PKV.

    Und ja: ich finde es (dann aber von den Ärzten!) unverschämt Patienten
    unterschiedlich zu behandeln und private zu bevorzugen. Gerade in Not- und dringenden Fällen zum Erhalt oder der Verbesserung der Gesundheit.
    Vielleicht sollte man diesen Ärzten dann mal das unter die Nase halten, bzw. im Wartezimmer aushängen: http://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Deklaration_des_Welt%C3%A4rztebundes – das ist nämlich der modernere ‚Hippokratische Eid‘
    Leider steht da nichts darüber was passiert, wenn dieser Eid nicht eingehalten wird :-(((((

    Übrigens: Ich war wählen und ich bin mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden. Meine Stimme haben die nicht bekommen 🙁
    Ich kann nur nächstes Mal wieder wählen gehen und hoffen, dass es nicht noch mehr Nichtwähler (Schlämmerpartei) gibt, und auch, dass die Wähler sich ‚ihre‘ Partei vorher mal genauer angucken.

  32. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass ich die Ärzte, die Privatpatienten mit ihrem höheren Abrechnungsfaktor bevorzugen, nicht verstehen kann. Weil, wer sich diese Patienten nicht warm hält, verliert sie bald und hat dann (fast) nur noch GKV Patienten. Und damit soll es sich nicht besonders gut leben lassen. Die Ärzte brauchen auch höher zahlende Privatpatienten, damit sie überleben können. Somit ist eine Bevorzugung von Privatpatienten manchmal auch eine Form des Überlebenskampfes.

    Insofern wären einheitliche Abrechnungssätze einer Bürgerversicherung, die über dem jetzigen GKV Satz, aber unter dem derzeitigen durchschnittlichen GOÄ Satz liegen, der beste Weg.

  33. Elmar Breitbach
    Steffi schreibt

    Ich will mal weg von der Privat-Gesetzlich Diskussion… die Wartezeiten sind ja nun weniger das Problem als die Tatsache, dass ein soziales System notwendigerweise zusammenbrechen muss, wenn man es den Reichsten erlaubt, sich zu entziehen. Ich moechte den folgenden unnuetzen Gedanken in den Raum stellen: koennen die Politiker rechnen oder sind sie zu bloed, die britische Studie zu verstehen, die allzu klar ist? Zu bloed nicht, aber es geht im Endeffekt nicht darum, dem Land zu helfen, sondern wieder gewaehlt zu werden. Es gibt wenige Kinderose Paare, zumindest weniger als Kinderreiche, die von Zuschuessen profitieren. Das sind einfach mehr Waehler. Deshalb ist fuer die Regierung die Kohle da besser angelegt. Zum verzweifeln…

  34. […] This post was mentioned on Twitter by Elmar Breitbach, Lena König. Lena König said: @kristinakoehler: Künstliche Befruchtung: Werden Sie das #Sachsenmodell bundesweit einführen? Info: http://bit.ly/8EWSSy […]

  35. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Und schon wieder haben wir einen neuen Gesundheitsminister, Daniel Bahr.

    Auf seiner Seite findet man dies:

    "Meine mich antreibende liberale Motivation war und ist die Freiheit des Bürgers und dessen Bewahrung vor staatlicher Bevormundung. Von der Politik in einem freiheitlichen Rechtsstaat erwarte ich, dass sie den Bürger nicht (mehr als nötig) in seinen Freiheitsrechten einschränkt und ihm seine Freiheitsrechte garantiert."

    "Unabdingbar sind für mich allerdings gleichzeitig Toleranz gegenüber anderen Überzeugungen und die ständige Überprüfung der eigenen Meinung so wie der der Anderen."

    Ob uns das helfen wird, die Rechte ungewollt Kinderloser in Deutschland zu verbessern?

  36. […] der Regelung nachzudenken. Aber bereits kurz nach der letzten Bundestagswahl gingen ihre Pläne bereits in den Koalitionsverhandlungen verloren. Speziell in der CSU scheinen hier große Vorbehalte gegenüber der künstlichen […]