Dauerfeuer auf Schröders Pläne


Das Deutsche Ärzteblatt berichtet, dass die Kritik an Schröders Vorschlag zur verbesserten Kostenübernahme bei der künstlicher Befruchtung wächst.

Vor allem Dorothee Bär hält das Dauerfeuer auf Schröders Pläne zur Kostenübenahme bei künstlichen Befruchtung aufrecht. Die Länder zicken ebenfalls, weil es an ihre Finanzen geht. Es war auch nicht anders zu erwarten, dass die Beteiligung der Bundesländer auf Ablehnung stoßen würde, wenn sie finanziell in die Pflicht genommen werden. Und die Opposition ergeht sich in der recht perfidden Argumentation, dass sie die geplanten Maßnahmen natürlich nicht grundsätzlich ablehnt, aber man schon darauf pochen müsse, dass die Familienministerin erst einmal in ihren eigenen Reihen genügend Unterstützer für ihre Pläne sammelt. Und überhaupt: Die Pläne zur Kostenübernahme bei der künstlichen Befruchtung sollen nur von anderen politischen Bausstellen ablenken. Damit ist der schwarze Peter wieder bei der CDU. Und der personifizierte Schwarze Peter ist die familienpolitische Sprecherin der CSU, Dorothee Bär.

Bei ihr zeigt sich, wie man sehr vehement Lobby- und Klientelpolitik betreiben kann. Die Auftraggeber sind sicherlich in den klerikalen Kreisen zu finden, da insbesondere die katholische Kirche die künstliche Befruchtung ablehnt.

Es ist auch spannend, in welchen Medien die Verlautbarungen von Schwester Bär veröffentlicht werden (das Deutsche Ärzteblatt zitiert ja nur). Da auch die Kirche die Medien intensiv nutzen findet man inzwischen wesentlich häufiger Aussagen, die sich gegen die Kostenübernahme aussprechen als diesbezüglich wohlwollende Beiträge.

Man kann nur hoffen, dass die Pläne nicht irgendeinem Haushaltsgeschacher zum Opfer fallen und dort als Tauschmasse enden. Ich befürchte jedoch, dass genau dies passieren wird.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    mich freut an ihrem artikel, dass sie den ganzen politischen verdruss auf den punkt bringen. dieser auffassung bin ich seit jahren und leider teile ich auch ihre befürchtungen, was das resultat für mehr unterstützung KBbedürftiger paare angeht: dat wird nix … leider!
    aber kann man in zeiten "alternativloser" konzeptioneller weltsicht anderes erwarten?! und ja, es gibt den einfluss der professionell "mildtätig und bamherzigen" auf unsere politischen strukturen immer noch und die werden auch nicht nachlassen, weil die geschäftsgrundlage des katholischen vereins menschliches leid, verzweifelung und ausweglosigkeit sind – soll auch bei dem ein oder anderen kiwu-paar vorkommen.
    was wir als wähler ändern konnen, ist lediglich die verquickung von staat und religion dahin zu schicken, wo sie hingehört: zum teufel damit!

    LG reaba

  2. Elmar Breitbach
    Kerstin Voß schreibt

    das war doch zu erwarten, die so dagegen sind sollten selbst mal in die Lage kommen, KB in anspruch nehmen zu MÜSSEN… nur ein verdiener in der familie und volle Kostenübername, dann wären sie sicher nicht so stur und würden sich bockbeinig anstellen…es ist unfassbar das "normalen " paaren die eben nicht 5000euro im monat verdienen,auch noch so eine Last aufgebürdet wird…es sucht sich doch nieman aus , nicht schwanger werden zu können. Als wäre die Kinderlosigkeit mancher Paare nicht schon schwer genug, dann kommt die finanzielle belastung noch oben drauf..für abtreibung wird gezahlt, wir ein potenzielles Leben nicht…es ist und bleibt unglaublich…

  3. Elmar Breitbach
    Anna schreibt

    Zum Thema "christlicher Glaube und künstliche Befruchtung" kann ich nur sagen: Es ist ein riesiger Unterschied was wirklich in der Bibel steht, und die Auslegung dieser durch eines zöbalitär lebenden, weltfremden, fast 90-jährigen Mannes.
    Es ist doch einfach absurd diese sehr einseitige Auslegung über ein ganzes Volk zu "stülpen" und als Maßstab in der Politik zu machen. Das hat doch mit einem modernen Staat überhaupt nichts mehr zu tun. Was ich sehr vermisse, ist die objektive Darstellung, z. B. in Bezug auf wirkliche Chancen. (Es wird einfach die künstl. Befruchtung von der kath. Kirche schlechtgeredet)

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Dies u.a. hat die Abgeordnete Bär mir geschrieben:

    "Ich nehme die Nöte ungewollt kinderloser Paare sehr ernst, da ich weiß, dass der Leidensdruck, der aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches entsteht, sehr groß sein kann. Paare, die sich sehnsüchtig ein Kind wünschen und aus medizinischen Gründen keine eigenen Kinder bekommen können, haben die solidarische Unterstützung der Gesellschaft verdient. Daher halte ich es auch für angemessen, dass nach der bestehenden Rechtslage Anteile der Kosten für die assistierte Reproduktion durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen werden.

    Anlass für Bedenken gegen eine weitergehende Finanzierung aus Steuermitteln geben internationale Studien, die von Befürworten der Kinderwunschbehandlung gerne ignoriert werden. Diese Studien Ernst zu nehmen, bedeutet keineswegs, dass ich Paare dazu zwingen möchte, nach „katholischen Grundsätzen“ zu leben. Jedes Paar soll sich frei entscheiden können, ob es den Weg der künstlichen Befruchtung gehen möchte oder nicht. Ich setze mich aber weiterhin dafür ein, dass Politik ihnen ermöglicht, diese Entscheidung gut informiert zu treffen."

    Es ist erstaunlich, in was für Worte Dorothee Bär ihre Aktion gegen die Unterstützung von assistierten Befruchtungen zu verpacken versteht.

    Da bin ich ja nun mal gespannt, auf was für Studien sie sich bezieht und ob sie mir überhaupt Studien nennen kann. Wenn es ernst zu nehmende Studien gäbe, die die Äußerungen von Frau Bär in der katholischen Presse rechtfertigen würden, dann hätten wir hier in diesem Blog längst davon gelesen. …

  5. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    In der Tat würde mich auch interessieren, was sie da für Studien anführen möchte. Bis dahin nehme ich ihre Aussagen so ernst wie die in irgendwelchen Zeitungen, die ihre "wissenschaftlichen Berichte" gerne mit den Worten beginnen:"Eine amerikanische Studie hat herausgefunden…."

  6. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Im Gegensatz zu Frau Bär schreiben die Zeitungen ja zumindest, um welche Fragestellung es in diesen Studien geht.

    Aber aufgrund der früheren Äußerungen von Frau Bär wird sie vermutlich mal wieder darauf abzielen, dass angeblich die große Mehrzahl der Patienten kinderlos bleibt.

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Vermutlich. Aber dann sollte sie mal das hier lesen.