Kosten. Was ist mit den anderen Bundesländern? Nichts, wenn Sie nicht mitmachen!

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Wer nicht in Niedersachsen wohnt, der wird die Freude der dort lebenden Kinderwunschpatienten über finanzielle Erleichterungen nur bedingt teilen können und sich die Frage stellen, warum dies im eigenen Bundesland noch nicht umgesetzt wurde.

Der Grund ist ganz einfach und wird im oben verlinkten Artikel genauer erläutert. Daher hier nur kurz: Der Bund zahlt nur, wenn die Länder sich an den entstehenden Kosten paritätisch beteiligen. Und einige Länder scheuen diese Ausgaben.

Niedersachsen übt Druck aus

Der Entschluss der Norddeutschen, ihre Bewohner mit unerfülltem Kinderwunsch bei der Behandlung finanziell zu unterstützen, führt zu Erklärungsnot. Denn ganz offensichtlich kann sich auch ein weniger betuchtes Land wie Niedersachsen die Umsetzung des Gesetzes leisten. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das reicht.

Betroffene sollten ebenfalls Druck ausüben

Nun kann man sich als Bewohner eines anderen Bundeslandes über diese Ungerechtigkeit beklagen und die sicherlich zu recht. Es nutzt jedoch wenig bis gar nichts, wenn man dies in Foren oder auf facebook tut. Man muss sich dann schon aufraffen und selbst aktiv werden. Und zwar jeder Einzelne.

Sie sind also betroffen und sitzen gerade vor dem PC. Das sollte man nutzen!

Wer ist Ansprechpartner?

Da es eine Ländersache ist, sind natürlich die Landespolitiker Ansprechpartner. Zwar kann man den Ministerpräsidenten anschreiben, aber das bringt vermutlich wenig. Der Landtagsabgeordnete Ihres Wahlkreises wird eher reagieren, denn das ist sein Job.

Sie kennen Ihren Landtagsabgeordneten nicht? Dann geht es Ihnen wie den meisten. Dann müssen Sie ihn halt googeln. Zu aufwendig? Siehe die Anmerkung ganz unten*. Am Beispiel von NRW ist das schnell erklärt. „Liste Landtagsabgeordnete NRW“ in den Suchschlitz eingeben und gleich die erste Fundstelle zeigt solche Listen alphabetisch und nach Wahlkreisen geordnet.

Dort findet man dann auch die Email-Adresse. Aber auch die Postanschrift. Das dürfte bei anderen Bundesländern ähnlich sein.

[Nachtrag: Die Aktion Kinderwunsch stellt auch Ansprechpartner zur Verfügung. Siehe erster Kommentar unten]

Und was schreibe ich jetzt?

Was Sie wollen. Nur keinen irgendwo abgekupferten Formbrief, den alle schreiben. Schreiben Sie, wie lange Sie schon versuchen, Kinder zu bekommen, was Ihnen auf diesem Wege bereits alles widerfahren ist und natürlich auch, was dies finanziell für Sie bedeutet. Versuchen Sie Ihre Situation in Ihren Worten zu beschreiben. Weisen Sie darauf hin, dass Sie in seinem/ihrem Wahlkreis wohnen.

Ein echter Brief ist da sicherlich besser als eine Mail. Die Mail ist jedoch besser als gar nichts. Rechscfhreibfehler spielen keine Rolle. Das kann ruhig holprig sein. Wenn man es nicht gewohnt ist, sich schriftlich auszudrücken, dann ist das kein Grund, diesen Brief nicht zu schreiben. Es geht ausschließlich um den Inhalt. Um IHRE Geschichte. Da gibt es kein Richtig oder Falsch.

Wenn man Geschmack daran gefunden hat, kann man natürlich auch noch ans Sozialministerium schreiben oder auch an den/die Ministerpräsident/i/en. UNd man kann diesen Aufruf auch wunderbar verlinken und in andere Foren einstellen und das Ganze verbreiten, bis auch wirklich jeder Abgeordnete Post bekommen hat.

*So. Sie haben den Brief noch nicht geschrieben? Dann sind Sie selbst schuld. Und haben offenbar mindestens 800 € zuviel.


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Kommentar

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23 Kommentare
  1. Hasipuffer schreibt

    Danke für den Aufruf!
    Und noch eine Möglichkeit, den richtigen Ansprechpartner zu finden: kurze Mail an info@aktionkinderwunsch.de mit Angabe des Wohnortes schreiben und schon flattern die Kontaktdaten ins Mailpostfach!

  2. Lavendel125 schreibt

    Find ich gut!

    Und bitte alle gerne bei Aktion Kinderwunsch melden!
    Im Übrigen suchen wir auch weiterhin Mitglieder 😉

    Lg, Lavendel

  3. Kira4711 schreibt

    Danke Doc für diese klaren, leicht verständlichen 😉 Worte. Und interessant, dass es bislang nur 2(!!!) Kommentare gibt… na ja, werden wohl gerade alle ihre Briefe verfassen.

  4. Luzie* schreibt

    Und hier noch ne Möglichkeit, seine Abgeordneten raus zu finden und direkt anzusprechen: http://www.abgeordnetenwatch.de/landtage-210-0.html (zumindest für einige Bundesländer)

  5. Elmar Breitbach schreibt

    Ich hatte mir auch mehr Kommentare erwartet. Und sei es, weil ich mal wieder zu deutlich formuliert habe 😉
    Dient aber doch alles nur einem guten Zweck. Ich hoffe, dass es einige gleich in die Tat umsetzen…

  6. Lavendel125 schreibt

    Ich hoffe es auch. Ich muss gestehen, dass ich bisher selber auch keinen Brief geschrieben habe.
    Aber wie es immer ist: Die Leute lassen sich gerne bebetteln 😉
    Mein Brief geht diese Woche noch raus!

    Lg, Lavendel

  7. manulein schreibt

    ist leider typisch deutsch…alle meckern aber keiner macht was. Ist ja scheinbar einfacher seinen Frust aufzuschreiben anstatt aktiv dagegen angehn das man ungerecht behandelt wird. Unfruchtbarkeit ist eine Erkrankung und dies soll auch endlich anerkannt werden, die Kosten der Behandlung muss übernommen werden wie bei anderen Erkrankungen auch. Es tut sehr gut wenn man sich nicht alles gefallen lässt sondern sich einsetzt das sich was ändert. Wir sind sooooooo viele betroffene Paare, manchmal frage ich mich allerdings ob es in wirklichkeit nicht nur einzelne wenige Paare betrifft.Ich kann nur immer wieder sagen : nur gemeinsam sind wir stark !

  8. Elmar Breitbach schreibt

    @ Manulein: dreimal Daumen hoch für diesen Kommentar!

  9. bujazza schreibt

    Ich habe vor ca. einem Jahr mehrere Mails an verschiedene Abgeordnete verfasst. Von den Politikern aus dem eigenen Wahlkreis kam nie eine Reaktion. Jedoch ein Mitarbeiter von Christina Schröder schickte eine Info-Mail zum damals noch geplanten Gesetzesentwurf.
    Nachdem wir unsere bezuschussten 3 ICSIs bereits erfolglos hinter uns haben, werden wir wohl eh im Nachhinein nichts mehr bekommen. 🙁

  10. Elmar Breitbach schreibt

    @ bujuzza: Genau das ist der Grund, weshalb mehr Leute mitmachen sollten. Und der Anlass für diesen Aufruf. In der Demokratie macht es eben leider auch die Masse. Und Mails gehen eben oft unter. Deswegen rate ich ja auch zu Briefen.

    Außerdem kann man nun darauf hinweisen, dass es in anderen Bundesländern ja auch zu gehen scheint. Warum also nicht auch in (hier bitte Ihr Bundesland einsetzen)?

    Das mit dem vierten Versuch ist im übrigen nicht richtig. Im Gesetzesentwurf steht, dass auch für den vierten Versuch etwas beigesteuert wird. Bis zu 1.800 Euro bei einer ICSI. Diese Zuwendung würde Ihnen dann auch noch zustehen, wenn Ihr Bundesland mitmacht.

  11. Rebella schreibt

    Ich habe diese Anregung im Klein-Putz Forum verlinkt. Hoffe nun auch auf regere Beteiligung.

    Eigentlich sollten alle Kinderwunschpraxen in den betroffenen Ländern ihren Patientinnen dieses Vorgehen nahe legen. …

    Läßt sich auf der Ebene was vernetzen?

  12. lavendel125 schreibt

    Hallo Rebella,
    die Frage ist eher, warum sich anscheinend so wenige beteiligen. Hat Niedersachsen sich mehr beteiligt, und deshalb den Zuschuss nun durch?
    Ich musste hier auch schon feststellen, dass ohne die Leute zu bebetteln garnichts geht. Jeder scheint zu denken, dass er alleine nichts bewirken kann. Aber die MASSE macht den Unterschied!!!
    Wir sind so viele Betroffene, und könnten so vieles erreichen. Nur ist es leider so, dass zu viel gejammert wird und zu wenig unternommen. Das ist mal endlich wieder eine Möglichkeit, aktiv zu werden. Jeder Betroffene sollte das nutzen.
    Mir wird es auch nichts mehr bringen. Aber vielleicht bringt es anderen noch was. Das wäre auch schon ein Erfolg!

    Lg, Lavendel

  13. gruenegurke schreibt

    Wuenschte das Saarland waere wieder dabei.. Die scheinen sich ganz ausgeklinkt zu haben, als sie im Bundesrat abgeschmiert wurden. 🙁

    Aber Brief schreiben tue ich gern oder verwende meinen ‚Brief an die Familie‘ etwas umgeschrieben, das Papier nehm ich mir. Auch wenn ich keine Antwort bekommen werde.

    4. Versuch oder gar ein 5. waeren so schoen. *heul*

    Und wie war das, wenn man das Geld, welches _Familien_Ministerin Schroeder den Kinderlosen uer Verfuegung stellt durch die Paare teilt?? Nochmal ca 600 Euro fuer uns, sofern wir jemals dieses Geld sehen werden…

    @Hasi: Ich such mir gleich bei Aktion Kinderwunsch alles raus. 🙂
    *stolzes Mitglied bin*

  14. Elmar Breitbach schreibt

    Aktuell bleiben von den 10 Mio. noch genügend übrig, wenn weiterhin nur Niedersachsen sich beteiligt. Vermutlich wird aber auch das Budget erhöht werden für 2014, wenn der Bedarf sich entwickeln sollte. So zumindest die Aussage des Familienministeriums. Die 10 Millionen sind nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange.

    Vernetzung der Praxen: Die Ärzte können nur ihre Patienten informieren, aber das ja erst, wenn diese schon Patienten sind. Wir benachrichtigen aktuell noch die Ärzte, die uns die Patienten zuweisen über die neue Situation.

  15. Drachenmama schreibt

    Vielen Dank fuer die wieder mal sehr wertvolle Information. Habe heute direkt ein Foto von unserem kleinen Wunder mit Brief verschickt, á la „mein Name ist xxx und ich habe 14.000 Euro gekostet“.
    Ich denke, Facebook (so sehr ich es hasse) waere noch eine sinnvolle Vernetzungsoption – reichlich Leser und schnelle Verknuepfung.

  16. Passion schreibt

    Sehr detailliert und vorbildlich geschrieben. Man könnte fast sagen „idiotensicher“ 🙂

    Wäre doch toll auf diesem Wege etwas bewirken zu können.

    Ich wünsche auf jeden Fall viel Glück und Erfolg dabei.

    Und denkt jetzt nicht das wir in Niedersachsen auf Rosen gebettet sind …..

  17. Sweety2812 schreibt

    Hallo und vielen Dank für den Bericht.

    Wir wohnen in München und werden (hoffentlich)auch bald mit einer ICSI beginnen (bei meinem Mann muss zunächst aber noch eine TESE vorgenommen werden).

    Ich befasse mich derzeit deshalb auch genauer mit dem Thema und werde mir am Wochenende die Zeit nehmen um mit meinem Mann zusammen einen Brief an unsere Abgeordneten zu formulieren.

    Danke auch für den Tipp mit abgeordnetenwatch.de – damit hab ich jetzt ganz fix die zwei gefunden die für meinen Stimmkreis zuständig sind.

  18. atonne schreibt

    Ob schreiben was nützt? Ich zweifle ehrlich daran. Bisher habe ich auf Briefe immer nur Standardantworten erhalten. Entweder ist der Wille da auf Seiten der Politik oder eben nicht… Bin mal gespannt, ob es vielleicht in diesem Fall etws nützt.
    Da wir inzwischen ja eh rausfallen aus der Förderung (aus mehr als einem Grund), macht es auch keinen Sinn, unsere Geschichte einem Politiker zu schreiben, da werde ich weiterhin darauf bauen, dass in unserem speziellen Fall das Finanzamt über Steuerrückzahlungen die Hälfte der Kosten trägt, wenn auch nicht freiwillig. Dafür kann ich mir dann aber auch die Klinik frei wählen und bin auch sonst nicht an irgendwelceh Regeln (Anzahl der Versuche, Alter etc) gebunden.

  19. Baerchen83 schreibt

    Vielen Dank für die super Infos!
    Ich habe nach längerem Überlegen nun einen Brief für das Saarland verfasst, der jetzt rausgeschickt wird. Schade, dass sich im Saarland bisher nichts tut. Ich hoffe, dass wir nicht die einzigen sind, die sich melden und auf der Ablage landen.
    Bin gespannt, ob auf den Brief eine Reaktion kommt.

  20. Sonya schreibt

    Wir leben in Niedersachsen, die ICSI wird aber in Bremen gemacht, da dieser Kinderwunschklinik am nächsten ist. Wir machen ja nicht nur ICSI, wir müssen noch zwischendurch arbeiten und die ganzen KiWu-Termine, wenn KiWu 100 km entfernt liegt, sind einfach weder finanziell noch zeitlich zu schaffen und mit Berufsleben nicht zu vereinbaren.

    Wird sowas berücksichtigt, oder „hat man“ im eigenen Bundesland KiWu zu suchen?

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  22. […] Andere Bundesländer agieren ebenfalls zurückhaltend und weisen Ansprüche von Kinderwunschpaaren weiterhin zurück. Das Geld vom Bund liegt herum, aber man kommt nicht heran, wenn das Land nicht mitmacht. Daher erneut mein Hinweis darauf, dass schicksalergebenes Schulterzucken mit Verweis auf “ die da oben, die ja eh‘ nicht auf uns hören“ und auf die Tatsache, alleine nichts bewirken zu können auch nicht besonders hilfreich ist. Wenn Sie etwas machen wollen: Dann hier entlang. […]

  23. […] die Pilsingers dort das Sagen haben. Ich hatte bereits vor einiger Zeit hier darauf hingewiesen, dass man Politiker auch beeinflussen kann. Ich kann nur dazu raten, es zu tun. Eine Mail an den für Sie zuständigen Bundestagsabgeordneten […]