Passivrauchen beeinträchtigt IVF-Erfolg


Das Ärzteblatt berichtet über einen Artikel aus „Human Reproduction“, in dem auf die Auswirkungen des Passivrauchens auf den Ausgang einer IVF-Therapie eingegangen wird. Studien zur Auswirkung des aktiven Rauchens kommen zu dem Ergebnis, dass die Eizellqualität eingeschränkt ist. Offenbar gilt dies auch für das Passivrauchen und der Effekt scheint ebenso stark zu sein, als würde die Patientin selbst rauchen.

Dass auch Passivrauchen einen negativen Effekt hat, war bisher nicht aufgefallen. Umso überraschender sind die Ergebnisse einer Befragung von 225 Frauen, bei denen eine In-vitro-Fertilisation (*ivf*) oder intrazytoplasmatischen Spermien-Injektion (*icsi*) durchgeführt wurde. Bei der Fertilisierung der Eizellen gab es noch keine Unterschiede zwischen Aktiv-, Passiv- und Nichtraucherinnen. Auch die Untersuchung der Embryonen vor der Übertragung ergab keine Auffälligkeiten.

Doch die Implantationsrate war bei den Passivraucherinnen mit 12,6 Prozent nicht besser als bei den Aktivraucherinnen (zwölf Prozent). Bei den Nichtraucherinnen gelang die Einnistung dagegen bei jedem vierten Embryo (25 Prozent). Hinzu kommen Unterschiede bei der Schwangerschaftsrate. Sie betrug bei Aktivraucherinnen 19,4 Prozent, bei den Passivraucherinnen 20,0 Prozent, bei den Nichtraucherinnen dagegen 48,3 Prozent, jeweils pro erfolgreichem Embryotransfer.

Dabei waren die Teilnehmerinnen der Studie keineswegs starke Raucherinnen. Die aktiven Raucherinnen gaben im Durchschnitt elf Zigaretten pro Tag an. Ähnlich hoch war die Zahl der Zigaretten bei den männlichen Partnern im gleichen Haushalt.

Warum Passivrauchen die Fruchtbarkeit in gleicher Weise herabsetzt wie aktives Rauchen, ist unklar. Ergebnisse aus retrospektiven Studien sind stets mit Zurückhaltung zu bewerten. Da die Tabakexposition nur durch Befragung ermittelt wurde, ist durchaus denkbar, dass einige aktiv rauchende Frauen in dem Fragebogen falsche Abgaben gemacht haben.

Eindeutig klären ließe sich der Zusammenhang nur in einer prospektiven Studie, in der der Raucherstatus nach Möglichkeit durch Messen der Cotininwerte im Harn quantifiziert werden sollte. Es spricht aber aus Sicht der Autoren nichts dagegen, den Frauen und ihren Partnern, von denen viele “alles” tun würden, um endlich ein Kind zu bekommen, den nahe liegenden Ratschlag zu geben, das Rauchen aufzugeben. Nach der Geburt des Wunschkindes wäre dies ohnehin angezeigt, denn die schädlichen Auswirkungen von Passivrauchen auf Neugeborene und Kleinkinder sind durch Studien ausreichend belegt.


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