Offener Brief an die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland


Der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren (BRZ) hat in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin Stellung zu der niedrigen Geburtenrate in Deutschland genommen. Der Brief wurde bereits an die Kanzlerin versandt und in der Welt und der WamS bereits am 26. und 27. April 2006 in der Tagespresse (WAMS und WELT) veröffentlicht.

In dem Brief wird darauf hingewiesen, dass der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren bereits im Jahr 2004 Anlass zur Sorge hatte und voraussagte, dass die Gesundheitsreform einen deutlichen Rückgang der Geburtenrate zur Folge haben würde

Diese Befürchtungen seien nun eingetroffen. Damals wurde eine Veringerung der Zahl nach „künstlicher Befruchtung“ geborenen Kinder um 50% oder 10.000 vorausgesagt. Diese Vorhersage ist nun in vollem Umfang eingetreten. Da die jährliche Reduktion der Geburtenrate ohnehin bereits schon länger um ca. 10.000 pro jahr sinkt, addiert sich das Minus nun auf 20.000 Kinder für das letzte Jahr.

Abschliessend fordert der Vorsitzende Micheal Thaele die Bundeskanzlerin auf, die Gesundheitsreform dahingehend zu ändern, dass die finanzielle Belastung für alle Kinderwunsch-Paare in einem zumutbaren Rahmen bleibt.

Der Brief ist als PDF-Datei hier einsehbar. Es wäre schön, wenn die Leser dieser News diesen Brief zum Anlass nähmen und (sich darauf berufend) ebenfalls einen Brief an die Kanzlerin schrieben. Kurz und knapp reicht, man muss das Rad ja nicht neu erfinden.


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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    eeyore schreibt

    Hallo Doc, ich werde mich gleich heute abend dran machen einen eigenen Brief zu verfassen. Erst gestern war wieder ein Bericht das sich ja anscheinen alle die keine Kinder haben bewusst dagegen entscheiden wegen Job und sonstigen Zukunftsängsten, kein Wort (bis jetzt im keinem Bericht) das es vielleicht auch Menschen geben könnte bei denen es einfach nicht klappt! Ich hoffe es werden sich viele anschließen und es kommt endlich zu einem Umdenken in der Politik!!!

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das Minus von 2004 auf 2005 beträgt übrigens 30.000 Kinder. Eine Meldung vom 14.3.06:
    "Die Geburtenzahl hat im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit 1945 erreicht. Zugleich ist sie so stark gesunken wie seit 15 Jahren nicht mehr. Wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet, kamen 2005 weniger als 676.000 Kinder zur Welt. 2004 seien es noch 706.000 Babys gewesen. Selbst im Nachkriegsjahr 1946 hätten die Statistiker noch 922.000 Geburten gezählt. Der Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft bezeichnete die Entwicklung als "dramatisch". "

  3. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    …wo ich gerade sehe, daß Rebella sich in dem Thread umtut ;-):

    wer zählt eigentlich genau zu den "ungewollt Kinderlosen"….und wie werden die eigentlich gezählt und erfasst?

    habe letztens überlegt, daß dazu im Prinzip ja auch die "Normalempfangenden" mit aber immer wieder traurigen Fehlgeburten dazu gehören müßten, oder?
    Wegen der relativen Normalität des Zeugungsvorgangs, werden solche Frauen/Paare, aber wohl selten Eingang in die Praxisstatistiken (somit ins DIR) der Reproduktionsmediziner finden….weil wohl sehr häufig (bis zur 3. FG schließt sich bei GKVlern keine Diff.-Diagnostik der Ursachenforschung an!) von niedergelassenen Gynäkologen betreut, die sich wohl nicht an statistischen Datensammlungen zu ungewollter Kinderlosigkeit beteiligen…..oder doch?

    Dann wär die Zahl der betroffenen Frauen/Paare ja noch viel höher :-(.

    LG Reaba

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Reaba, die 10.000 Kinder weniger beziehen sich auch nicht nur auf IVF / ICSI, sondern auf alle Arten medizinischer Unterstützung. Und da wurden einst 40.000 Kinder ausgerechnet. Müßten jetzt also nur noch 30.000 sein.

    Wer dazu zählt, da gibt es ganz unterschiedliche Statistiken. Das führt dann ja auch zu sehr unterschiedlichen Aussagen über die Anzahl ungewollt Kinderloser. Siehe dazu mal Prof. Brähler. Der gibt ja sehr niedrige Zahlen heraus. Zu dem Thema könnte ich echt mal ´nen Aufsatz schreiben. Ist recht interessant.

    Allgemein heißt es, 1 Jahr ungeschützter GV ohne Schwangerschaft ist Voraussetzung. Dann gibt es noch die primär sterilen und die sekundär sterilen Paare, …. und und und.

  5. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    wäre wirklich aufschlußreich, wenn es einen Aufsatz gäbe, der über das ganz unterschiedliche Entstehen dieser Statistiken Aufschluß gäbe (an den "guten" Prof. B. kann ich mich noch deutlich erinnern ;-)). Soweit ich weiß hat der Bundestag mal eine eigene "Erhebung" veranlaßt, die auf Brählerdaten beruht…..allein das wär ja schon der völlig falsche Ansatz :-(.

    Was mich optimistisch stimmt: BuKa Merkel ist Naturwissnschaftlerin….eigentlich sollte sie sich der Relevanz von Zahlen nicht verschließen können – zumal wenn es gelänge darauf hinzuweisen, daß mit der statistischen Relevanz der Kunden reproduktionsmedizinischer Zentren, der Problemkreis vielleicht gerade mal ansatzweise erfasst ist.

  6. Elmar Breitbach
    peppermint24 schreibt

    "Der Brief wurde bereits an die Kanzlerin versandt und in der Welt und der WamS bereits am 26. und 27. April 2006 in der Tagespresse (WAMS und WELT) veröffentlicht."

    Soso – bin ich in einem Zeitloch oder ist die WAMS und die Welt so aktuell, dass dort schon die Zeitung vom nächsten Monat gedruckt wird ?

  7. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    🙂

    Auf meine Mail hin haben sie das wenigstens auf der Homepage geändert. Das Internet hat den Nachteil, dass man seine Fehler schnell publizieren kann, das kenne ich auch von mir selbst

  8. Elmar Breitbach
    Franzi schreibt

    Das Problem bei ungewollt kinderlosen Paaren ist nicht nur, WER zählt dazu, sondern WER erzählt sowas überhaupt öffentlich.
    Es ist ja wohl immernoch ein Makel keine Kinder bekommen zu können, bzw. nur schwer bekommen zu können und somit eigentlich auch ein Tabu-Thema.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß ich lieber sage, ‚es klappt halt einfach nicht‘, bzw. ‚ich will keine Kinder‘, als ‚Wir können keine Kinder bekommen, da mein Mann zeugungsunfähig ist und ich noch nicht mal Spendersperma über eine FG hinaus behalten kann und mich die Kosten hierzu auffressen….

  9. Elmar Breitbach
    Mimi schreibt

    Ich finde es gut, daß man ans Kanzleramt schreiben soll und das Thema so vielleicht mal mehr Beachtung findet… Aber wohin soll ich den meinen Brief schicken? Einfach an: Frau Angela Merkel, Bundeskanzleramt, Berlin?

  10. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    das sollte ankommen, denke ich 🙂

  11. Elmar Breitbach
    AG schreibt

    Es ist wirklich erstaunlich, wie oberflächlich die Deutschen Tageszeitungen mit diesem Thema umgehen! Von Politikern, kann man anscheinend auch mal wieder nichts erwarten, denn ansonsten würde man nicht so pauschal darüber urteilen und Pläne verfassen, die kinderlose Paare schlechter stellen! Diese Punkte belasten uns kinderlosen Paare noch zusätzlich!
    Unser Anteil von 50% an den Kosten (der für uns nach der vierten IVF, nicht mehr finanzierbar ist), der wird auf Euro und Cent genau berechnet, doch bei
    Steuervor- und Nachteilen sind wir dann alle gemeinsam nur die "Kinderlosen", die einfach nicht wollen! Und bei der Steuerrklärung ist es schwierig einen Teil für die Behandlung abzusetzen, da es Zumutbarkeistgrenzen gibt, die aber nur das Einkommen sehen! Leider zählen die Ausgaben mal wieder nicht! Frau Merkel, wir fordern Sie auf, helfen Sie und Kinder zu bekommen, statt uns Steine in den Weg zu legen! Viel Schlimmer ist ja noch ein zusätzlicher Punkt, der auch immer ausser acht gelassen wird! Die vielen Kinder, die noch geboren werden, kommen mehrheitlich aus sozialschwachen Familien! Das ist keine Bewertung, sondern lediglich eine Feststellung! Wenn jetzt auch durch PISA-Studie belegt, Kinder aus sozialschwachen Familien auch meist nicht die Leistung bringen können, dann bedeutet das ja, dass wir zum einen immer weniger Kinder in Deutschland haben und die Kinder, die geboren werden keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben! Folge, noch höhere Arbeitslosigkeit und das Renten- Kranken- und Pflegesystem bricht endgültig zusammen, da es keine Einzahler mehr gibt! Milliardenkredite und Bürgschaften werden tagtäglich in Deutschland vergeben (von vielen gibt es das Geld gar nicht mehr zurück, Schuldenerlass, doch bei uns kinderlosen Paaren ist für die Zukunftssicherung kein Geld vorhanden! AG

  12. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ach naja, es gibt ja die Tendenz zur Mitte, will heißen, die Kinder der Superintelligenten werden biss dümmer sein, die der Sozialschwachen werden klüger werden…
    ist natürlich nur ein statistischer Effekt.

    Sir Francis Galton hat seinerzeit noch die gesellschaftliche Reputation als rein vererbt angesehen.

    Das alles ist auch nich ganz durchdacht, denn mit mehr Kindern haben wir auch mehr Arbeitslose.
    in der letzten oder vorletzten Naturwissenschaftlichen Rundschau war ein guter Artikel dazu drin.
    Dessen Fazit: wir haben nicht zu wenig Nachwuchs (weltweit) sondern zu viele Menschen.

    Die persönlichen Probleme von Kinderlosigkeit sind davon natürlich unberührt.

    Die Steuerpolitik ist mitnichten gerecht, und auch nicht für den Einzelnen gemacht, sondern eine Geldakkumulationsmaschine.
    ich warte noch drauf, daß es ne Denksteuer gibt, und ne Atemsteuer.
    Denksteuer ist aber die bessre Methode, so kann man das Volk besser steuern.

    Die PIsa-Studie belegt übrigens nur, daß wir ein recht mieses SChulsystem haben.
    Die meisten Menschen sind bei der GEburt durchschnittlcih intelligent. Warum sie es mit 20 nicht mehr sind, ist dann ne interessante Frage.

    mich betrifft es letztlich auch – über 40 brauch ich nicht mal zur Untersuchung gehen, außerdem unverheiratet.
    Allerdings hab ich ja schon zwei Prachtsöhne und somit eigentlich mein Soll erfüllt….

    aber ….

  13. Elmar Breitbach
    Katja schreibt

    Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, was mit ungewollt kinderlosen Paaren geschieht. Der Staat muniert, dass keine Kinder mehr zur Welt gebracht werden und versucht jetzt mit dem sogenannten "Elterngeld" vor allem junge Paare zu animieren, früher Kinder in die Welt zu setzen. Diesen finanziellen Beitrag sollte die Regierung zumindestens anteilig den ungewollt Kinderlosen vorher gewähren, damit die finanzielle Belastung für die Paare nicht zur Schuldenfalle wird (da die Krankenkassen nach wie vor nur 50% übernehmen und auch nur für drei Versuche!!!) Es sollte nicht vergessen werden, dass sich kein Paar dieses Schicksal selbst ausgesucht hat.
    Die Folgekosten für den Psychologen könnten somit um ein vielfaches minimiert werden(!)

  14. Elmar Breitbach
    alexandra schreibt

    So ist dass, wer den Schaden hat……..
    als ob man noch nicht genug bestraft wäre bekommt man wie so oft durch öffentliche Stellen noch mehr steine in den Weg gelegt. Es ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.
    VIelleicht machen die es ja sogar mit absicht, die beschweren sich doch jedes Jahr dass nurnoch sozial- Schwache Paare Kinder bekommen. Ist das hohe Entgeld vielleicht daran bemessen dass zukünflig nur noch wohlhabende Menschen dafür priviligiert sind um ein Baby zu bekommen.
    Wir sind weiß Gott nicht arm, aber es kann einfach nicht sein wie das alles abläuft.

    Ich bitte wirklich darum die finanzielle Belastung zu überdenken. Denn kinderlose paare haben es ohnehin schon schwer genug, die Psyche, die Rennerei zu den Ärzten und der ewige Druck wann es endlich funktioniert sind schon belastend genug. Ohne dass man von offizieller Seite noch einen oben drauf gedrückt bekommt.

  15. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Ich frage mich die ganze Zeit wo diese Statistike überhaupt herkommen. Wer und wo registriert die ungewollt Kinderlosen und wie hält man sie von den gewollten separat?
    Es werden anscheinend nur die Paare berechnet die in Kiwupraxen in Behandlung sind. Und die viele andere die sich nicht leisten, oder die Behandlung abgebrochen haben? Die bleiben immer noch ungewollt.
    Die Statistiken sind also nicht ganz korrekt.