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Was ist eine „Klinische Schwangerschaft“?

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Die Begriffe „klinische Schwangerschaft“ und „biochemische Schwangerschaft“ werden häufig in der Literatur zu Kinderwunschbehandlungen verwendet und sind nicht zuletzt auch wichtig, wenn es um Fragen der Kostenerstattung bei der künstlichen Befruchtung geht.

Neuer Anspruch auf Behandlung nach klinischer Schwangerschaft

Bereits seit 2005 besteht ein erneuter Anspruch auf die Übernahme der Kosten für eine weitere Therapie, wenn eine sogenannte klinische Schwangerschaft vorlag.

Daher kann es sehr wichtig sein, zwischen „biochemischen“ und „klinischen“ Schwangerschaften zu differenzieren. Leider ist dies – wie kürzlich auch wieder im Forum diskutiert – selbst den Sachbearbeitern der Krankenkassen nicht immer geläufig. Beide Begriffe sind keine Zustandsbeschreibung der Schwangerschaft, sondern unterscheiden sich darin, wie man die Schwangerschaft feststellt.

Biochemische Schwangerschaft

Jede Schwangerschaft ist zunächst erst einmal nur durch die Bestimmung des Schwangerschaftshormons (HCG) aus dem Urin oder Blut nachweisbar. Mit anderen Methoden kann (z. B. Ultraschall) kann man sie noch nicht erkennen. Eine biochemische Schwangerschaft ist also eine Schwangerschaft, welche nur durch einen Schwangerschaftstest feststellbar ist und noch nicht durch einen Ultraschall.

Klinische Schwangerschaft

Erst ab der 5.-6. Schwangerschaftswoche ist es möglich, die Schwangerschaft auch im Ultraschall zu erkennen. Ist dies der Fall, nennt man die Schwangerschaft eine “klinische” Schwangerschaft, was nichts damit zu tun hat, daß man nun in die Klinik müsste, sondern, daß sie nunmehr erkennbar und darstellbar ist.

Dabei ist es auch unerheblich (nicht für die betroffene Frau, sondern für die Definition), ob die Schwangerschaft intakt ist. Auch die Lage der Schwangerschaft spielt dabei keine Rolle. Handelt es sich um eine Eileiterschwangerschaft, dann kann die Diagnose per Ultraschall durchaus schwierig sein und diese ist auch nicht erforderlich. Wenn diese durch einen Bauchspiegelung nachgewiesen wurde, dann ist das auch ein „klinischer“ Nachweis, im wahrsten Sinne des Wortes und selbstverständlich auch völlig ausreichend.

Klinische Schwangerschaft und Krankenkassen

Nach drei Behandlungen mit Hilfe der künstlichen Befruchtung wird eine weitere Therapie nicht mehr bezahlt, wenn diese erfolglos verliefen.

Als „ohne Erfolg“ im Sinne des § 27 a Abx. 1 Nr. 2 SGBV ist eine Maßnahme dann anzusehen, wenn sie nicht zu einer klinischen Schwangerschaft geführt hat. Ob eine klinische Schwangerschaft vorgelegen hat oder nicht, entscheidet der behandelnde Arzt. Wobei abzusehen ist, dass dies in Zukunft nicht mehr durch ein einfaches Attest möglich sein wird, sondern einem Antrag auf weitere Behandlungen Ultraschallbilder und/oder die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung bezufügen sind, die nach Ausschabung oder Entfernen einer Eileiterschwangerschaft an dem entnommenen Gewebe durchgeführt wurde.


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Kommentar

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5 Kommentare
  1. Veri schreibt

    Hallo,

    uns wurde nicht mal der dritte Versuch genehmigt! Ich war bei der ersten IVF „biochemisch schwanger“. Dann war ich nach Kryo „biochemisch schwanger“. Die zweite IVF war erfolglos. Und jetzt wurde der Antrag abgelehnt. Ich bin so enttäuscht über diese Regelungen! Am liebsten würde ich mich bei der KK melden, wenn ich dann ss bin! Und das werde ich!!!!

  2. […] den Schwangerschaften, die mit Ultraschall nachweisbar waren (klinische Schwangerschaft fand sich durch die Gabe von Antioxidantien ebenfalls keine Verbesserung der Erfolgsrate. Lediglich […]

  3. […] den Schwangerschaften, die mit Ultraschall nachweisbar waren (klinische Schwangerschaft fand sich durch die Gabe von Antioxidantien ebenfalls keine Verbesserung der Erfolgsrate. Lediglich […]

  4. […] (G5 2,8 – HTF 2,3), Implantationsrate nach frischem Transfer (G5 20.2 – HTF 15.3%) und klinische Schwangerschaftsrate (G5 47.7 – HTF 40.1%) jeweils zugunsten des […]

  5. […] diesem Diagramm findet man die Prozentzahl von Embryotransfers, die zu einer klinischen Schwangerschaft führten. Die Prozentzahlen geben also nicht die Geburtenrate […]