Truppenärztliche Versorgung: Keine IVF


Seite Ende 2004 werden die Kosten für eine künstliche Befruchtung für Angehörige der Bundeswehr nicht mehr übernommen.

Dagegen klagte nun ein Offizier vor dem Bayrischen Verwaltungsgericht. Der Dienstherr lehnt die Kostenübernahme von rund 10.000 Euro ab. Dabei bekommen Bundesbeamte die künstliche Befruchtung bezahlt. In den allgemeinen Verwaltungsvorschriften der Bundeswehr steht jedoch: „Alle Maßnahmen, die der Familienplanungen dienen, sind ausgeschlossen.“ Unter den Punkten wie Viagra, Kondome und „andere stimulierende Sex-Mittel auf Rezept“, ist in einem Nebensatz auch die künstliche Befruchtung auf dem Index. „Das ist eine absolute Instinktlosigkeit“, sagte der Vorsitzende Richter Karl-Friedrich Stadelmayr.

Mit der Klage zielte das Paar auf die „Fürsorgepflicht“ des Verteidigungsministeriums und den Gleichheitsgrundsatz ab. Dennoch musste Richter Stadelmayr die Klage abweisen. Er gab aber den rechtlichen Tipp, dass der Offizier über die Beihilfe doch noch die künstliche Befruchtung erstattet bekommt. Die Bundeswehr zahlt nämlich über die sogenannte Beihilfe die Krankenkosten für Familienangehörige der Soldaten. Aber dafür ist eine andere Kammer zuständig, vor der dieser Prozess nun fortgeführt wird. Es wäre sicherlich schön, wenn auch an dieser Stelle Bewegung in die Kostenübernahmediskussion käme.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

6 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Wie hat er das denn geschafft, 10 Tausend Euro für eine IVF – oder waren es mehrere Versuche? Wir haben für eine ICSI in Stettin incl. Medikamente 2000 Euro bezahlt – und sie war beim ersten Versuch erfolgreich…

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..denke da bist du mit einer TESE locker dabei mit dem betrag 🙁

  3. Elmar Breitbach
    Lectorix schreibt

    So lange hat’s jetzt endlich gedauert, bis einer mal geklagt hat? Bin ich froh, dass zu Martins Dienstzeit dieser Kelch an uns vorüber gegangen ist und wir noch unter die alte Regelung fielen. Aber momentan sind die BerufssoldatInnen einfach nur gearscht…

  4. Elmar Breitbach
    blume schreibt

    Das wäre ja noch schöner, wenn das auch noch vom Steuerzahler bezahlt worden wäre. Allein die unverständliche Ungleichbehandlung, dass Bundesbeamte die künstliche Befruchtung bezahlt bekommen, reicht schon aus.
    "Alle Menschen sind gleich – nur manche sind gleicher" oder? Wo bleibt der Gleichbehandlungsgrundsatz? und für 10000 E hätte ich 3 IVF’s machen können…

  5. Elmar Breitbach
    elli schreibt

    auch wen blume es anders rum meinte: wo bleibt den der Gleichbehandlungsgrundsatz?
    Wahrscheinlich sind Soldatinnen somit die Gruppe Frauen, die am meisten bei dem Thema benachteiligt werden. Den für eine Soldatin wir GAR NICHTS erstattet und sie kann sich auch nicht an die Beihilfe wenden, den Sie ist durch die freie Heilfürsorge davon ausgeschlossen…
    Ob manche Frauen die zur Bundeswehr gehen würde, sich gegen diesen Job entscheiden würden? Ich denke schon…