Künstliche Befruchtung: Je teurer, desto gefährlicher

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Die Politiker täten gut daran zu erkennen, dass die vollständige Kostenübernahme für die künstliche Befruchtung letztlich billiger ist. Einige scheinen – wenngleich aus anderen und vergleichsweise sympathischeren Gründen – auch der Meinung zu sein, dass die aktuelle teilweise Übernahme der Kosten durch die Patienten der Korrektur bedarf.

Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass die vollständige Kostenübernahme der künstlichen Befruchtung durch die Patienten große Risiken birgt. Durch die hohen Kosten sind die Patienten eher geneigt, Risiken zugunsten höherer Chancen einzugehen und lassen sich demzufolge mehr Embryonen transferieren. Dies erhöht zwar minimal die Chancen auf eine Schwangerschaft, führt jedoch auch zu einem signifikant höheren Anteil an Mehrlingsschwangerschaften.

Dass dies bedeutsame wirtschaftliche Folgen haben kann, kann man daran erkennen, dass die Folgekosten von Mehrlingsschwangerschaften und der daraus resultierenden Frühgeburtlichkeit in den USA für das Jahr 2005 landesweit auf 26,2 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Es wurden alle in den USA durchgeführten und statistisch erfassten IVF-Zyklen des Jahres 2006 analysiert. Für die Bundesländer, die eine Kostenübernahme für eine künstliche Befruchtung gewähren, lag die durchschnittliche Zahl der transferierten Embryonen bei 2,2 während sie in den Staaten ohne eine Kostenübernahme mit 2,6 deutlich höher lag.

Entsprechend war auch die Zahl der Mehrlinge in diesen Staaten signifikant höher; dies galt insbesondere für die Altersgruppe unter 35 Jahren.

„Durch die Verminderung der finanziellen Belastungen kann die Zahl der Mehrlingsgeburten reduziert werden“, so der Studienleiter J. Ryan Martin von der Yale Universität. „Beide, Patienten und Versicherungen, würden von einer verbesserten Kostenübernahme für die künstliche Befruchtung profitieren.“

Auch für Europa und Deutschland wäre der vollfinanzierte Single Embryo-Transfer kostenneutral.

Martin JR, Bromer JG, Sakkas D, Patrizio P
Insurance coverage and in vitro fertilization outcomes: a U.S. perspective.
Fertil Steril. 2011 Mar 1;95(3):964-9. Epub 2010 Aug 5


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ein wichtiges Thema, das man gar nicht oft genug beleuchten kann.

  2. Elmar Breitbach
    Regina31 schreibt

    Ja die Überlegung kenne ich. Ich dachte auch einmal zahlen und zwei Kinder kriegen. War dann umgekehrt. Zwei ICSI´s bezahlt und ein Kind bekommen.
    Und das ist gut so.