James Watson für Liberalisierung der Gentechnik


Der Biologe James Watson hat mit seinem Partner Francis Crick im Jahre 1953 die Struktur der DNA entdeckt, Basis für die heutige Gentechnik.

In einem Interview mit der Welt äußert er sich zu verschiedenen Aspekten der Gentechnik. Mein Dank an Reaba für den Link:

Zur Zukunft der Gentechnik

– In zehn Jahren werden fast alle Nutzpflanzen genetisch modifiziert sein.
– In der medizinischen Forschung, wo Bei der Behandlung von Krebs machen wir Fortschritte mit DNA-Biopsien. […] Damit erhalten wir bessere Behandlungen mit Medikamenten, die wirklich die Tumorzellen angreifen, die eine bestimmte Mutation in ihren Genen aufweisen. Ich habe die Hoffnung, daß in etwa 25 Jahren Krebs nicht mehr als ernsthafte Erkrankung betrachtet wird.
– Auf der anderen Seite glaube ich, daß wir bald auch Gene finden werden, die für eine Reihe ernsthafter psychischer Erkrankungen verantwortlich sind, wie beispielsweise Schizophrenie und Autismus.

Dummheit ist eine Krankheit

Lernschwierigkeiten sind nicht immer nur ein Produkt der Umweltbedingungen. Manche Menschen werden mit Behinderungen geboren. […]
Das könnte der Grund für die Dummheit mancher Menschen sein: Sie sind vielleicht nicht in der Lage, sich bestimmte Dinge zu merken, einfach aufgrund eines genetischen Defekts. Die Tatsache, daß wir das eine Krankheit nennen, bedeutet nicht, daß wir nichts dagegen tun können. Im Gegenteil es bedeutet, daß wir nach Wegen suchen, um diesen Leuten zu helfen. Und wir machen dabei Fortschritte.

[…]Vielleicht werden wir eines Tages eine Gentherapie haben, um dieses Problem zu lösen. Aber ich glaube, daß es sehr schwierig sein wird, ein gesundes Gen in das Gehirn von Menschen zu schleusen, die an diesem Syndrom leiden. Was Wissenschaft zur Zeit anbieten kann, ist Prävention. Wir können die Geburt von Kindern mit ernsthaften geistigen Behinderungen verhindern.

Zur Abtreibung

Watson: Einige Leute denken, daß Abtreibung unverantwortlich sei. Doch mein Standpunkt ist, daß es unverantwortlich ist, die Geburt eines Kindes zuzulassen, das eine ernste und unheilbare Krankheit hat. Dies verursacht unnötiges Leid. […] Genetik und Evolution können grausam sein, und manche Menschen haben einfach Pech bei diesem Spiel gehabt.

Zu Einschränkungen bei der Genforschung

Ich bin da sehr liberal. Wenn jemand eines Tages entdecken sollte, daß wir ein Gen hinzufügen können, um Kinder intelligenter oder schöner oder gesünder zu machen, dann sehe ich keinen Grund, das nicht zu tun. Ich glaube nicht, daß Leiden irgendeiner Person etwas Gutes tut.

Zum Klonen

Ein einziger Klon wird dagegen nicht die Welt verändern. Das ist doch keine Atombombe. Und ich interessiere mich auch nicht so sehr für Zukunftsspekulationen. Klonen sollte zukünftige Wissenschaftler beschäftigen, die jetzt um die 20 Jahre alt sind. In meinem Alter interessiert mich eine Therapie für die Alzheimerkrankheit weit mehr.

Zu Evolution und „intelligentem Design“ durch ein höheres Wesen

Mehr als ein Jahrhundert nach Darwin, gibt es eine Sackgasse zwischen Wissenschaft und Religion oder zumindest zwischen Wissenschaft und bestimmten Religionen, die sich verfolgt fühlen vom Verlauf der Biologie. Sie mögen das Konzept der Evolution nicht, obwohl es alle Biologen anwenden, weil es längst nicht mehr eine reine Theorie, sondern eine Tatsache ist. Die aktuelle Kontroverse dreht sich um die Frage, ob es weise ist, Schülern das „intelligente Design“ in gleicher Weise zu unterrichten wie die Evolutionslehre. Dies vermischt Glauben und Wissenschaft, es vermischt auch Ideen, die experimentell begründet sind mit anderen Ideen, die überhaupt keine Begründung haben. Ich denke nicht, daß dies geschehen sollte.

Das ganze Interview finden Sie hier


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