Heterologe Insemination: Sind Kinder alleinerziehender Mütter glücklicher?


Kürzlich wurde in diesem Blog bereits darüber berichtet, dass neben vielen anderen Problemen die man/frau auf dem Weg zum eigenen Kind haben kann, der fehlende Partner oder Partnerin gehören kann, was es natürlich noch komplizierter macht, sich den Kinderwunsch zu erfüllen.

Im Ausland ist die Behandlung alleinstehender Frauen erlaubt, sei es mit *ivf* oder Inseminationen. Auf jeden Fall jedoch mit Spermien eines Spenders. Die Frage, die sich ein Aussenstehender unwillkürlich stellt ist die, ob ein Kind welches aus einer solchen Behandlung entsteht, später größere Probleme haben wird als eines mit zwei Eltern. Die Frage mag politisch nicht korrekt sein, ist aber trotzdem interessant.

Noch interessanter ist die Tatsache, dass sich die „European Society of Human Reproduction and Embryology“ (ESHRE) dieser Thematik in einer Langzeitstudie widmet und zu Ergebnissen kommt, welche den einen oder anderen überraschen werden.

Zum Zeitpunkt des 2. Geburtstags der durch Samenspende gezeugten Kinder wurden 21 allein erziehende Mütter und 46 verheiratete Paare einer standardisierten, objektivierbaren Befragung zum psychologischen Wohlbefinden der Mütter, der Mutter-Kind-Beziehung und der psychologischen Entwicklung des Kindes unterzogen und die Ergebnisse verglichen.

Die allein erziehenden Mütter zeigten größere Freude an ihren Kindern, einen geringeren Stresslevel und bezeichneten ihre Kinder als weniger „klammernd“. Emotionale und Verhaltensstörungen wurden bei den Kinder allein erziehender Mütter nach heterologer Insemination seltener gefunden als bei denen verheirateter Paare.

Die Frauen, welche sich aufgrund eines ausgeprägten Kinderwunsches ohne einen Partner einer heterologen Insemination unterziehen, haben eine sehr bewußte Entscheidung gefällt. Möglicherweise schlägt sich diese selbstbewußte Entscheidung auch in dem Umgang mit dem Kind nieder. Diese Untersuchung sollte sicherlich nicht überbewertet werden. Die Schlußfolgerung, dass dieser ungewöhnliche Weg zur Elternschaft dem Kind und der Beziehung der Mütter zu ihren Kindern nicht abträglich sein muss, scheint jedoch zulässig.

C. Murray and S. Golombok
Solo mothers and their donor insemination infants: follow-up at age 2 years
Family and Child Psychology Research Centre, City University, London
Human Reproduction 2005 20(6):1655-1660


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Ayam (n.e.) schreibt

    Wo soll der Sinn dieser Studie liegen??
    Was ist mit allein erziehenden Muettern / Vaetern mit Kindern, die auf natuerlichem Weg gezeugt wurden, die ihren Partner durch Trennung / Scheidung / Tot verloren haben und keine neue Partnerschaft eingehen?
    Was ist mit den Frauen die durch HI ein Kind haben und hinterher eine Partnerschaft eingehen?
    Da gibt´s doch unendlich viele Varianten. Und wenn man die Befragung dann nicht zum 2. Geburtstag macht, sondern zum 5. / 10. / 16., was kommt dann raus??

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Der Unterschied zu den von Ihnen genannten Situationen liegt darin, dass in diesen Fällen die Elternschaft von vorneherein singulär geplant wurde und mit medizinischer Hilfe erfolgen musste.

    Es zeugt von Verantwortungsbewusstsein, dass die behandelnden Ärzte sich Gedanken über die Zukunft dieser Kinder machen. Und wenn möglich helfen, bestehende Vorurteile abzubauen.

    Und wie im Text erwähnt: Es handelt sich um eine Langzeitstudie. Spätere Nachuntersuchungen sind geplant. Also auch zum "5. / 10. / 16." Geburtstag.

  3. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Ich finde die Studie "nett", denn es ist interessant unter dem Aspekt, dass von vorn herein alleinstehende oder nur alleinlebende (Papa lebt/arbeitet woanders) Muttis mit GROSSEM Kinderwunsch eben eine recht glückliche Herangehensweise haben.

    Hingegen bei Partnerschaften mit frühen Trennungen, One Night Stands mit Folgen, während der Schwangerschaft verstorbenen Papas etc ist ja immer ein "Stress" für die Mutti da. Ok, manche sind froh, dass der Kerl weg ist *g* aber die, die trauern, betrübt sind, Stress haben, die sind vielleicht gar nicht sooo glücklich in der Schwangerschaft und den frühen Kinder-Lebensjahren.

    Deswegen ist die Studie schon zu unterscheiden von denen zu Situationen, wo aus anderen Gründen der Papa fehlt.

    Gut finde ich auch, wenn sich ein behandelnder Doc Gedanken dazu macht. Ich habe mit meiner Fr. Doc sehr oft über solche Themen gesprochen – wie auch über andere Dinge (PID, PKD, EZS), die in D nicht erlaubt sind.

    Ein weites Feld, um Verantwortung zu zeigen oder zu übernehmen.