Harte Kerle haben schlechte Spermien


Männer haben eine Psyche (doch, doch) und diese kann die Fruchtbarkeit beeinflussen, so die Grundaussage der Studien der Professorin Dr. Kerrin Christiansen aus Hamburg.

Ausgeprägt maskuline Männer zeugen offenbar signifikant weniger Kinder, zumindest sind ihre Spermien schlechter: Zahl, Morphologie und Motilität der Spermatozoen liegen meist unterhalb der durchschnittlichen WHO-Normen, so Christiansen.

Maskulin geprägte Männer tendieren zur Ellenbogen-Mentalität, „kritisieren ohne Unbehagen“, wollen „sachlich sein“, „Führungseigenschaften“ zeigen, „nicht leicht beeinflussbar sein“ und im Wettkampf gewinnen. Dieses Rollenverständnis führt zu erhöhtem Streß.

Grundsätzlich ist diese Art von Verhalten bei Primaten und Naturvölkern ein Zeichen für Dominanz und gute Fortpflanzungseigenschaften. Die Dominanz in der Gruppe und die körperliche Fittness führt in diesen naturbelassenen Gesellschaften zu einer erhöhten Kinderzahl und Attraktivität beim weiblichen Geschlecht. Letzteres scheint noch immer der Fall zu sein, jedoch ist die Erfüllung des Kinderwunsches schwieriger, wenn sich die Frau an diesen althergebrachten Signalen orientiert.

Die Hamburger Arbeitsgrupe untersuchte, ob die Identifikation der
Männer mit dem klassischen männlichen Rollenbild in unserer Gesellschaft ebenfalls den Reproduktionserfolg eines Mannes positiv beeinflusst. Das scheint nicht der Fall zu sein: Bei über 90% der Männer mit einer ausgeprägt maskulinen Geschlechtsrollenidentifikation und entsprechendem Verhalten zeigten sich ein pathologischer Spermabefund und Kinderlosigkeit trotz des Kinderwunsches.

„Psychosoziale Belastungen können über verschiedene Kommunikationswege die Spermienproduktion beeinflussen. Die stressbedingte Aktivierung der hypophysären-adrenalen Achse kann zur Unterdrückung der Hypophysen-Gonaden-Achse und damit der Spermabildung führen …“

Ob es wirklich so simpel ist?

K. Christiansen: „Sind evolutionär angepasste Fortpflanzungsstrategien heute noch erfolgreich?“
in: Erich H. Witte (Hrsg.) „Evolutionäre Sozialpsychologie und automatische Prozesse“
Pabst: 2006, ISBN 3-89967-293-3, 20,- Euro


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    lächerlich! allein die frage stellung der studie ist lächerlich – als würden menschen (..ja auch männer :-)) ein leben lang koherent ein und dem selben rollenverhalten unterliegen…ohne abstraktionsfähigkeit und analyse des eigen verhaltens auch nur in betracht zu ziehen…und sowas wird am ende auch noch mit öffentlichen geldern studienhalber unterstützt.
    es drängt sich geradezu lästig der eindruck auf, dass da mal wieder ein weltbild zementiert werden soll…
    ich glaub ja, die spermaqualität beim mann leidet mehr, wenn man(n) zuviele solcher studien liest und sich zu herzen (testis?) nimmt 😉

  2. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ich könnte mir vorstellen, daß der gegenläufige Regualtionsmechanismus, der die Streßhormone herunterregeln soll (beruht auf corticoiden,von denen man auch weiß, daß sie neurotoxisch sind – aber die Streßhormone sind das halt auch…), halt noch andere Nebenwirkungen haben.
    nur so ne vermutung.
    ich steh eh nicht auf Heldentypen, ich mißtraue denen zutiefst…