Großbritanien: Stärkere Kontrollen bei der IVF gewünscht


In Großbritannien mehren sich in jüngster Zeit die Forderungen nach einer strengeren Überwachung von Invitro Fertilisationen (*ivf*). Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach einer Studie über die Langzeitfolgen von IVF. Allerdings stößt dies auf die Bedenken vieler Ärzte und vor allem der Datenschützer.

Diverse britische IVF-Experten weisen darauf hin, daß die Reproduktionsmedizin im vergangenen Jahrzehnt zwar einerseits große therapeutische Fortschritte erzielt habe. Allerdings fehlten bislang verläßliche Studien über die gesundheitlichen Langzeitfolgen für die Kinder.

Auslöser für die neue Diskussion sind die Äußerungen einiger IvF-Experten in Amerika. Dort hieß es, daß einige IvF-Babys statistisch gesehen häufiger bestimmte seltene Genkrankheiten sowie körperliche und psychische Auffälligkeiten aufwiesen. Allerdings bezogen sich diese Äußerungen auf kleine, nicht repräsentative Studien.

Bislang blockiert die britische IvF-Aufsichtsbehörde (Human Fertilisation and Embryology Authority, HFEA) alle Versuche, die Langzeitfolgen von IvF zu untersuchen und zu dokumentieren. Die Behörde weist auf den Datenschutz und auf die Tatsache hin, daß die Vertraulichkeit persönlicher Daten von betroffenen Patienten unabdingbar sei.

Aus diesem Grund lehnt die HFEA Forderungen aus der Ärzteschaft und der Öffentlichkeit ab, eine Datenbank mit den persönlichen Daten von Spendern und Empfängern anzulegen. Allerdings deutete das Londoner Gesundheitsministerium kürzlich an, „unter Umständen einen Ethikrat“ einsetzen zu wollen, der sich intensiver um das Thema kümmern soll. Solche Datenbanken existieren in einigen europäischen Ländern. Am längsten werden die Daten in Deutschland gesammelt und zentral ausgewertet. Hierfür ist das Deutsche IVF-Register zuständig.

[Via: Deutsches Ärzteblatt]


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