Eva Herman und die Wertschätzung der Mütter

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Die Tagesschausprecherin und und Moderatorin des NDR, Eva Herman, wurde von ihrem Artbeitgeber gekündigt, wie Spiegel-online berichtet. Anlässlich der Vorstellung ihres neuen Buchs – Das Prinzip Arche Noah – hat sie sich offenbar rethorisch ziemlich verstiegen:

Einer Reporterin des „Hamburger Abendblatts“ zufolge sagte die Fernsehmoderatorin, im Dritten Reich sei „vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler“. Dann fügte sie hinzu: „Aber einiges auch sehr gut, zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter.“ Die 68er hätten dann die Wertschätzung der Mutter abgeschafft – und seien somit für den „gesellschaftlichen Salat“ verantwortlich.

Und ich dachte immer, dass es vor allem die Autobahnen seien, die in solchen Situationen erwähnt werden.


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Kommentar

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Keine Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    Huch, dazu fällt mir nichts mehr ein…
    Das letzte Buch konnte man ja noch wohlmeinend als provokativ bewerten, aber was hat Eva Herman um Himmels Willen für ein durchgedrehtes Management? (Keins?)

  2. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Tjaja, das kommt davon, wenn man geistig hinter dem Herd versauert. *g* Die Frau hat doch einen Sprung in der Schüssel. Wer nimmt die denn noch ernst?

  3. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Übrigens wurde die Dame von NDR nun gefeuert, wie man im Spiegel Online nachlesen kann.

  4. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    mir ist die ganze diskussion etwas zu simpel. auch frau hermann selbst, aber auch die argumente der kritiker.
    der situation der frauen und männer oder familien (und dass es immer weniger kinder und dazu motivierte "kinderbekommer/innen") gibt, wird keine position gerecht.
    die etwas einseitigen und drögen argumente von frau herrmann ätzen genauso wie die "hilfe: nazisympathieverdacht"-motivierte kündigung. sind beides extreme, die weder der zeit noch der derzeitigen situation (die auch ursächlich in der NS-zeit mitbegründet liegt) gerecht werden. im europäischen ausland geht man entspannter mit der historischen betrachtung um und hat landesspezifisch ganz andere (überwiegend bessere) familienförderungsmodelle gefunden…und tatsächlich mehr kinder…und liberalere, ich nenns mal, keimzell-gesetzte – kommt sicher auch nicht von ungefähr.
    mich nervt der betroffenheits-reflex, den man zeigen sollte um pc zu sein. den hab ich nicht authentisch, weil ich da noch nicht gelebt hab. mich macht menschliches leid eigentlich immer betroffen, geistige unfreiheit mindestens genauso.
    und wer sich das jetzt fragen sollte: ich hege 0 sympathien für NS-ideologie.

  5. Elmar Breitbach
    Bona Dea schreibt

    Frau Herman sollte vielleicht mal "Mein verwundetes Herz" von Martin Doerry lesen; vielleicht bemerkt sie dann, daß die Nazizeit nicht für alle Mütter schön war.

    Kopfschüttelnde Grüße

  6. Elmar Breitbach
    Sterni_01 schreibt

    Primitiv. Einfach nur primitiv kann ich dazu nur sagen. Aber die Gute hat mit ihren dumm-naiven Büchern wahrscheinlich genau das erreicht was sie wollte: ins Gespräch kommen. So gesehen kann man ihr gratulieren. Nicht gratulieren, sondern einfach nur den Kopf schütteln, kann man ihr dagegen was ihre Kommentare zum dritten Reich angeht. Absolut niveaulos. Liebe Eva, du hast dir mit diesem Teil II selbst den Rest an Glaubwürdigkeit und Ernsthafigkeit genommen.

  7. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    @reaba:
    Ich bin nicht betroffen, ich bin amüsiert!
    Das "Schlimme" an der Meldung ist ja auch nicht, dass Frau Herman evtl. rechtsgesinnt ist,
    sondern dass sie öffentlich eine solch dämliche Aussage macht.

  8. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @ donza:

    ich finde genauso schlimm, dass sie reflektorisch gefeuert wird (der chef vom NRD war da wohl weniger amüsiert)…wenn man ihr eine "rechte message" unterstellen will, dann schafft das doch nur noch mehr mediale aufmerksamkeit für ihre zwecke (falls sie überhaupt welche hat, ausser kohle zu machen)
    amüsant ist für mich die relative gesellschaftliche unentspanntheit im umgang mit dem thema. ich glaub, das haben wir eigentlich nicht mehr nötig in dem umfang.

  9. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    Meine Meinung: Leute werden nur deshalb so schnell gefeuert, weil man sie vorher schon loswerden wollte und nur noch einen Grund gesucht hat, das Ganze auch durchzusetzen.

    Ansonsten finde ich all das Gequatsche von Frauen, Herd und Kindern totalen Unsinn. Meine Freundin aus Frankreich hat zwei kleine Kinder und arbeitet trotzdem voll. Ihre Schwestern haben auch jede mindestens zwei Kinder und arbeiten. Also daran kann es wirklich nicht liegen, sondern wohl eher an der sehr viel kinderfreundlichen Politik.

  10. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    @Reaba: Ich glaube nicht, daß man ihr eine seitens des NDR eine rechte Gesinnung unterstellen will. Ich persönlich glaube auch nicht, daß sie eine solche pflegt. Die Frau ist meines Erachtens einfach merkbefreit.

    Ich glaube vielmehr, daß der NDR es sich nicht leisten kann, Beiträge von Menschen zu akzeptieren und gar zu bezahlen, bei denen auch nur irgendein tumber Zeitgenosse auf die Idee kommen könnte, sie seien vielleicht rechtsfreundlich. Das ist schlicht imageschädigend.

  11. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @ ute:

    merkbefreit ist ein sehr schönes wort 🙂

    ..wenns nur ums image geht – alles klar; das läuft ja dann wohl unter "institutspolitik"…aber sind so anstalten wie der NDR nicht öffentlich-rechtlich, also unterliegen der demokratischen kontrolle mit allem pipapo( nach parteibuch besetzte aufsichtsräte etc.)?

    dann bin ich ja eher der meinung, dass man sowas demokratisch aushalten und durch argumente widerlegen sollte, statt gleich zu feuern…sieht irgendwie so nach zensur aus…genau einer der aspekte die am NS-regime so sch***** waren.

  12. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Feuern ist ja genaugenommen auch schon zu viel gesagt. Soweit ich das verstanden habe, war Frau H. freiberuflich beim NDR engagiert. Der tut sich nun vermutlich leichter, auf ihre Dienste einfach zu verzichten. Zumal inzwischen schon Absagen für ihre Talkshow gekommen sind bzw. einige eingeladene Gäste direkt abgelehnt haben, sich mit der Dame zu unterhalten. Da hat der NDR wohl kaum die Zeit, groß und breit zu diskutieren. Ich kann das durchaus verstehen. Zumal ja nicht wirklich mit der großen Erleuchtung von Frau H. zu rechnen ist.

  13. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..was für ein beruf in dem die zustimmung oder ablehnung von, ich nenn sie mal bestenfalls "B-klasse-VIPs" über eine karriere entscheidet ;-)… nun ja, selbst gewählt in diesem fall, kein bedauern!

    frag mich halt einfach ganz generell, ob bestimmte reflexartig gewordene verhaltensweisen so immer noch sinnvoll und angemessen sind…mehr nicht.
    genauso wie man sich fragen kann ob man wirklich das gesellschaftsbild der 68er generation 1:1 leben möchte..?
    oder ob es erbliche, gesellschaftliche schuld in dem sinne gibt oder geben sollte..?
    oder wie weit der unterschwellig existierende moralkodex (was ist pc und was nicht) selbst unsere gesetzgebung beeinflusst hat/ beeinflussen sollte..?

    kurz: ich glaube nicht dass frau herrmann unsinnige frage stellt; sie gibt nur saublöde und weltfremde antworten.

    das versagen einer guten familienpolitik alleinig den 68ern in die schuhe zu schieben ist unsinnig; mindestens ebenso dämlich ist die familienpolitik der ära adenauer.

    ich glaube wirklich gute familienpolitik ist ideologiefrei; sie läßt den menschen die freiheit das lebensmodell zu wählen was sie bevorzugen um glücklich (und vermehrungsfreudig) zu sein und kommt mit wirklich minimalen regelungen und verboten aus. es geht um freiheit bei der sache – der steht jede ideologie entgegen, ausnahmslos. auch die, die "nur gut" gemeint ist 😉

  14. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Reaba, das hast du sehr gut formuliert.

    Ich habe keine Ahnung von der damaligen Familienpolitik, aber ich ärgere mich heute z.B. auch über das reflexartige Abwehren von Religionskritik. Sowie ein Politiker da ein Wort zu viel sagt, fliegt er. Auf die Weise werden wir es nie schaffen, die Inhumanität in bestimmten Bereichen zu überwinden.

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich habe noch mal etwas recherchiert. In diesem Fall war der Rausschmiß meines Erachtens schon angebracht.

    Ich hätte nur gern zu bedenken gegeben, dass man mit gleicher Konsequenz jemanden feuern müßte, der z.B. die vorbildliche Würdigung der Frau im Christentum lobpreist. (Nur mal, um ein Beispiel heraus zu picken.) Das jedoch ist nicht der Fall. Im Gegenteil werden solche Leute noch medienwirksam mit Beifall bedacht. Hier ist die Schieflage!

  16. Elmar Breitbach
    Regina31 schreibt

    Das Schlimme an der Sache ist, dass Frau Herman gelernte Journalistin ist und jahrelang Nachrichtensprecherin bei den
    öffentlich rechtlichen Sendern war.

    Sie ist halt kein Starlet, dem man sowas evtl. verzeihen
    könnnte.

    Ich denke, mit so einer, von ihr bewußt eingesetzten Provokation, will sie einfach nur ihr Buch ins Gespräch (wenn auch sehr kontrovers) bringen und damit gut verkaufen. Für Geld wurde schon sehr viel Unsinn verzapft.

  17. Elmar Breitbach
    müllerchen schreibt

    @rebella: nun wollen wir doch mal die kirche im dorf lassen. mir ist kein fall bekannt, in dem ein politiker seinen hut nehmen mußte, weil er den klerus kritisierte. und deine aussage, jemanden zu entlassen, weil er die rolle der frau im christentum lobpreiset-als gleichberechtigte maßnahme zu der hermannschen lobpreisung der mütter im nazireich ist wohl mehr als grotesk!
    kopfschüttelnde grüße von einer verwunderten annette, die feststellen muß, daß mitunter die kritiker der verklärten hermann auch nicht klarer sind…

  18. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @müllerchen: Doch, es gab so einen Fall. Ich habe den Namen vergessen. Müßte recherchieren. Fakt ist, dass sich auch kein Politiker traut, was zu sagen.

    Ich finde meinen Vergleich nicht grotesk. Du mußt nur mal an die zahlreichen Hexenverbrennungen denken. Das ist aber auch nur die Spitze des Eisbergs. Die Ideologie: Erst Gott, dann der Mann und dann die Frau (aus der Rippe des Mannes)hat in der gesamten Geschichte des Christentums zur Unterdrückung der Frau geführt. DAS jedoch wird sehr gern verdrängt. Auch dort, wo´s nötig wäre. Z.B. bei der Bewältigung unserer Geschichte.

  19. Elmar Breitbach
    smilingAJ schreibt

    Ich finde, die Welle, die die Aussage von Frau Hermann geschlagen hat faszinierend.

    Eine simple, dumme Aussage und die ganze Welt steht "Kopf" oder kloppt sich auf den Kopf 😉

    Viel interessante fände ich es, wenn man bevor man die Aussage der Frau Hermann zerpflückt die Beweggründe der guten Frau klären könnte.

    Was ich sagen will: die Gute "predigt", dass Frau hinter den Herd soll, Kinder kriegen soll und kusch machen soll.
    Ich stell mir da simpel einfach die Frage, ob die Frau überhaupt eine Ahnung davon hat, was sie geschrieben hat – immerhin würde sie ja dann als aller erstes dorthin gehören, wo sie die Frauen hinpropagieren will.
    Macht sie mit ihren (zugegeben dummen) Büchern nicht genau das Gegenteil?! 😉

    So gesehen hat für mich die komplette Diskussion um irgendwelche PR wirksamen oder unwirksamen Aussagen keinen Bestand, weil ihr komplettes Auftreten von Anfang an unglaubwürdig war – sie sagt ja selbst: Karriere und Familie lässt sich nicht vereinbaren.

    so eine Aussage ist natürlich total glaubwürdig *g* wenn sie von einer gut verdienenden Karrierefrau gemacht wird, die Kinder hat und alles andere macht, als hinter dem Herd zu stehen und zu kochen und zu putzen!

    So viel dazu von mir!

    LG
    Anja

  20. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    Herrmanns Aussage ist nicht nur dumm, sie ist auch falsch. Wertschätzung gegenüber Müttern (mit Zuchtprämie) gab es nicht für alle. Frau mußte schondie richtige Hautfarbe, herkunft und gesinnung nachweisen.
    Jüdische Mutter (und ihre "Brut" – damaliger sprachduktus, ganz sicher niht meiner!) starben unter unsäglichen Zuständen.
    Mütter, die zwar "rassisch und hausfraulich" ausreichend waren, aber bekannte rote Weibsbilder,oder fast genauso schlimm, Frauen von bekannten roten Männern waren, durften sehen, wie sie ihre rote Brut durchfütterten.
    am Rande erwischte es auch solche Gruppen wie Behinderte, psychisch Kranke (dier nachweislich erste Vergasung passierte nach meinem Wissen im kleinen sächsischen Städtchen Pirna – an einer mehrfachen {deutschen} Mutter mit postpartaler Depression …

    Für dumm halte ich die Karrierefrau Herrman nicht. eher für gerissen, und daher in gewissem Maße gefährlich. Sie ist ein Sprachrohr. Das sowas von Bevölkerungsgruppen unwidersprochen hingenommen wird, ist kein gutes Zeichen (jaja, wir hier sind die Anderen….)

  21. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    man darf auch nicht vergessen, daß ihre Behauptungen auch in anderer Hinsicht nciht stimmen. sexuelle Kindesmißhandlung gab es, um einen kriminellen Bereich zu nennen, NICHT seltener als heute, in liberalerer Zeit.
    Familie ist schon immer für einen Teil der Menschen – der schwächsten nämlich – nicht der Ort des Friedens gewesen, den sie suggeriert.
    Und wenn man nicht vergißt, daß bis 1969 eine ledige Mutter bzw geschiedene kein sorgerecht für ihre Kinder ausüben konnte (war nicht vorgesehen, gab es einfach nicht), und viele dieser Kinder der "Fürsorge-"erziehung anheim fielen, kann man erkennen, wer die Zeche der "guten alten Familie" zahlte…
    nachzulesen einer dieser Fälle in der autobiographie des Schauspielers Gottfried John (ERziehung eines Unerzogenen oder so ähnlich)

    Bekannt ist mir auch ein spruch aus der Adenauerzeit (sinngemäß), von Adenauer himself: Was, eltern unterstützen? Kinder kriegen die Leute auch so…

    tja, nun scheint es nicht mehr so automatisch zu klappen. logisch braucht es ein Feindbild, ist leichter als das problem zu analysieren….

    aber letztlich, wie halt üblich, frau Herrman am Problem vorbei. Daher keine echte verbesserung durch ihr Rezept zu erwarten, im Gegenteil.
    wie heißt es so schön? schönheit vergeht, Dummheit bleibt…
    auch für TV-arbeiterinnen. iss immer so.

  22. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    @Reaba: "frag mich halt einfach ganz generell, ob bestimmte reflexartig gewordene verhaltensweisen so immer noch sinnvoll und angemessen sind…mehr nicht."

    Kann ich verstehen. Aber ich glaube gar nicht mal, daß der NDR da so reflexhaft gehandelt hat. Denn wer so ungebildet ist, daß er einen Orden, der für die Produktion von Kanonenfutter verliehen wurde, verwechselt mit echter Wertschätzung einer Mutter und Hausfrau… So jemanden kann sich ein halbwegs seriöser Sender auch dann nicht leisten, wenn die Äußerungen nicht den Anschein erwecken, nach rechts zu driften.

    Aber ich will gerne glauben, daß die jüngsten Ergüsse von Frau Herman ein willkommener und akzeptabler Anlaß waren, sie endlich von der Gehaltsliste zu streichen. Irgendwann ist das Maß eben voll.

    Naja. Nun kann die Dame in Ruhe und Abgeschiedenheit endlich das vorleben, was sie anderen Frauen predigt. Möge ihr Apfelkuchen allzeit goldbraun werden! *fg*

  23. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich muß ja sagen, dass ich sehr enttäuscht von der Frau bin, denn ihr Buch "Das Glück vom Stillen" war einsame Spitze! Warum müssen nach einem so klugen Buch solche bescheuerten Aussagen kommen? Das Buch, was sie vor dieser neuesten Publikation geschrieben hat, war ja nach der öffentlichen Meinung zu urteilen auch nicht gerade besonders gut.

  24. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    Hm, hab angelegentlich mal nach diesem Buch gesucht (bei Amazon heißt es "vom glück des Stillens"), und die renzensionen waren ziemllich geteilt.
    Es gab recht globale mit bewundernden Allgemeinplätzen, und einige kkritische.
    ich hab damals meinen ersten auch gestillt, ohne Ratgeber – und entgegen des üblichen mainstreams.
    bei meinem zweiten ging es nicht, aber das hatte weder mit mir noch mit ihm zu tun, sondern mit den Umständen (in Kinderheimen bzw Krankenhäusern fällt das für die Pfleglinge halt aus).

    Ich kenne auch das Lidloff-buch, das eine Rezensentin erwähnte – und ich finde es grottenschlecht, tendenziös und quasi-religiös. Außerdem widerspricht Liedloff sich mehrmals selbst, ohne es zu merken.
    Ob man das aber so auf das buch der Frau Hermann übertragen darf? weiß nicht.
    ich denke, ich werde mir KEIN buch von ihr kaufen, egal welches.

    Viel schlimmer ist, daß sie ja kein Einzelfall ist. solche Bemerkungen haben schon viele getan, zuletzt erinnnere ich mich an Oettinger, Regierungschef von Bawü.

    so lange solche Sprüche Zustimmung finden bei einem Teil der Bevölkerung, so lange darf man sich nicht zu sicher fühlen.
    wie man bei Brecht nachlesen kann: der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…

  25. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    letztlich ist es halt ne Frage von respekt. Was nutzt ein Orden, wenns sonst an respekt fehlt?
    und er fehlt.

  26. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..mit der kritik an der zeit (NS-zeit) als solche und der speziellen sicht von frau herman auf die dinge habt ihr ja recht..ich teile keineswegs ihre ansicht, finde nur die fragen die sie aufwirft interessant.

    ich frag mich einfach nur folgendes:
    heute bekommt die deutsche durchschnittsfrau lt. statistik 1,33 kinder..ich mag es auch nicht so statistisch verarbeitet gesehen zu werden, aber das sind nun mal die zahlen.

    das ist wenig, selbst im europäischen vergleich.

    läßt man einmal alle durch die zeit/propaganda/ andere gesetze bedingte "motivation" ein kind zu bekommen weg – warum entscheiden sich heute so wenig frauen für kinder (in einer sozial deutlich sichereren zeit) und damals doch relativ viele (nicht nur die perspektivlos ungebildeten, sondern wirklich einfach mehr frauen mit der konsequenz mehr kinder)?

    ..da frag ich mich eben doch ob es nicht etwas mit einem politischen oder ideologischen klima zu tun haben könnte (ohne selbst auf die frage eine schlüssige antwort parat zu haben)? daher nur mal in die runde gefragt.. 😉

  27. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ja, im ersten september wollte man uns was über statistisches Denken beibringen und sagte, daß es eine Korrelation gibt zwischen (verringertem) Nachwuchs der Störche und (verringertem – zumindest hier, nicht in der 3. Welt) nachwuchs von Menschen.
    Ähm, ich hab damals nicht durchschaut, daß eine Korrelation nicht einen kausalen Zusammenhang b edeutet (mein Lebensalter korreliert hoch mit dem Benzinpreis!!) und sagte dem Prof daraufhin: "die Lebensbedingungen für Störche-Nachwuchs ist offensichtlihc genauso beschissen wie für Menschen-Naachwuchs".

    im Vergleich zur 3. welt mag das merkwürdig klingen, dort wo am schnellsten gestorben wird, wird am meisten geboren: aber die verfolgen noch eine andere Strategie. Wie Fische: ein paar von den vielen, vielen werden hoffentlihc irgendwie überleben…
    Wir aber verfolgen die Strategie: jedes Kind sollte optimale chancen haben (nun ja, nicht die, über welche die Politiker barmen, deren Kinder dann in Einrichtungen oder bei Pflegeeltern betreut werden… aber das hat andere Gründe)
    Sind die chancen schlechter, reduziert man die Quote.
    für mich logisch.

    Was die Nazi-Ideologie betrifft, so bezeichnete der hier (Bernd Harder) http://gwup.de/ueberuns/whoiswho/harder_bernd.html
    daß Satanismus = Nazismus, oder umgekehrt, daß Nazismus satanisches Gedankengut ist. Nun hat er eine eigene Definition von Satanismus (der ich durchaus folgen kann, denn der Grundgedanke ist der, daß manches Leben eben wertlos ist und entsprechend behandelt werden kann, darf und soll).

    ich machs eigentlich umgekehrt und bezeichne vieles als nazitum. und Hermanns Ideen von der modernen versklavung der Mutter, wenn sie denn schon so blöd war (so wundervoll und brav) nachwuchs in die welt zu setzen, daß sie ihren eigenen Geist im Grunde abgeben darf, ihre wünsche, Ambitionen, Zukunft etc.
    all das hat nur noch einen Namen: DAS KIND.

    hä? die meisten Mütter geben sich große Mühe (wo bleibt der Respekt), auch viele Väter, und immer findet sich was, wofür man sie schuldig sprechen kann…

    und nicht zuletzt: wir haben eine Überbevölkerung weltweit, keine Unterbevölkerung!
    Die weiße Rasse als wichtiger zu sehen ist für mich eine nazistische Ansicht… mein schwarzer sohn ist keinen Penny weniger wert als mein reinweißer,da bin ich ganz sicher.

    ich habe mich nie als Sklave meiner Kinder gesehen. Ich habe die Verantwortung übernommen – das ja. Aber diese dämlichen anwürfe beispielsweise von lehrerinnen, ich möge doch gefälligst zu hause sitzen, wenn ich schon Kinder habe (damit diese meine Kinder schon als Grundschüler bei Lehrerausfall ankündigungsfrei einfach heimschicken können….) statt zu studieren (gebildete eltern, wenn kritisch, sind ja eher ein Ärgernis), das war heftig.
    Wo bleibt der respekt?
    nein, keiner meiner Söhne wird den neuen einstein abgeben, und ich find das total in ordnung. wie kommt es,d aß man nach solchen Kindern verlangt? und eltern dafür verantwortlich macht?

    so viele Fragen. Eine antwort. Weniger Kinder. Logisch für mich.

  28. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    September? sollte erstes Semester heißen… die Finger machen offensichtlich schon, was sie wollen, nicht nur das Mundwerk 😉

  29. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    übrigens war auch Hermanns erster Teil der Äußerung Quatisch. A.H war schlecht? "Schlecht"? was soll das nun bedeuten? wer sowas sagt, hat im Grunde gar nichts aus der geschichte begriffen. Und eine persönlichkeitsstörung konnte man A.H bis heute nicht anhängen. er hat gehandelt mit katastrophalen folgen für viele. Offensichtlich gab es starke Interessengruppen, die ihn gern handeln ließen.

  30. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    liebe Reaba,
    du möchtest jedenfalls gewiß nicht, wie meine Urgroßmutter damals (sie wurde fast 100, ich hab sie noch kennengelernt) 14 oder 16 Geburten durchstehen, nur damit schließlich 5 Kinder ihre Kindheit überlebten, und die 2 männlichen dann in A.Hs Krieg blieben…. eine solche Quote ist schlicht barbarisch.

  31. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..och suse..
    selektive wahrnehmung ist ja was feines, aber siehs doch nicht gleich so eng…ich bin 38,5…um es deiner oma gleichtun zu können fehlt mir schlicht die zeit, die lust, das geld (wir persönlich vermehren uns per ICSI, jetzt selbstzahlend).

    gibt viele menschen in D die sich grundsätzlich ein kind wünschen oder vorstellen könnten und es dann doch nicht tun/bekommen.

    ich halte das wünschen für nichts schlechtes.
    ich halte das bekommen/nicht bekommen für nichts schlechtes.
    ich will einfach nur wissen woran man die gewisse "gebär/zeugungshemmung" festmachen kann. mehr nicht.

    und vielleicht noch was man dagegen tun könnte, wenn es denn so wäre. denn ich halte kinder für was gutes.auch in deutschland.egal welche farbe.

  32. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    "warum entscheiden sich heute so wenig frauen für kinder (in einer sozial deutlich sichereren zeit) und damals doch relativ viele "

    Nun ja. "Heute" gehen Frauen schon alleine länger zur Schule als "damals" und machen Abitur. Anschließend studieren auch mehr Frauen als damals. Damit geht nochmal Zeit verloren. Ganz davon abgesehen, daß man nach dem Studium ja auch erstmal das Gelernte anwenden und etwas arbeiten möchte. Wieder ein paar Jahre futsch. Und aufgrund der größeren finanziellen Selbständigkeit der heutigen Frau muß man sich auch nicht mehr mit dem erstbesten zufriedengeben, der einen vor den Altar und/oder ins Bett schleifen möchte. Ich könnte mir vorstellen, daß alleine diese Faktoren sehr zum "Gebärstreik" beitragen. Von der Verfügbarkeit aller möglichen Verhütungsmittel mal ganz abgesehen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Frauen "damals" wesentlich öfter Mutter wurden als es ihnen persönlich überhaupt lieb war…

  33. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    😉
    auch ich halte das wünschen nicht für was schlechtes, und ich gönne allen, die es gern sein wollen, ihre elternschaft.
    ich dachte, das wäre klar.

    ich habe nur versucht, (weiter oben) die beiden Strategien aufzuzeigen, die diesen Unterschied machen.. Meine urgroßmutter hat diese Strategie nicht ganz freiwillig befolgt (viele Kinder kriegen, damit wenigstens ein paar überleben), mangels Verhütung und Mangels Möglichkeiten zur Verweigerung (letzteres weiß ich nicht konkret in ihrem Fall, aber aus anderen Fällen, väterlicherseits).

    Gesellschaftlich gesehen ist es ja so, daß die Kinder ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sind – sie bilden die nächste Generation.
    aus verschiedenen Gründen aber wird das aufs Private abgewälzt (im Falle KiWuBehandlung mit den bekannten Einschränkungen, den Unterschieden in Finanzierung und Zugänglichkeit und so weiter).

    aus dieser Diskrepanz entstehen, im Verbund mit den inzwischen greifbaren Möglichkeiten (Verhütung, Verweigerung einer Heirat, Verweigerung von ehelichem Verkehr – noch bis 1997 rechtlich unmöglich, mancher Mann hat seine Rechte auch gut zu nutzen gewußt, glaubs mir…) halt die bekannten folgen.

    Das ist übrigens weltweit ein Dilemma. Ich unterhilt mich mal mit einem Afrikaner (Mosambik), der mir erklärte, (daß sowieso Männner viel mehr wert sind, logisch) Frauen hätten nur eine rolle im Leben – und die deutschen Frauen taugen besonders wenig, denn sie seien "zu faul zum Kinderkriegen", seine Frau hätte schon so und so viele, seine Mutter 14 (oder 16, ich komm da immer durcheinander). Das Beispiel meiner urgroßmutter beeindruckte ihn nicht im mindesten, im Gegenteil, "so ist es eben" beschied er mir.

    Nein, seh ich anders. Meine Jungs waren nicht dazu bestimmt, mit einem großen Sterberisiko auf die Welt zu kommen. Nun rede ich hier nicht von der verbreiteten "vollversicherungsmentalität", sondern von mirnimiertem Risiko.
    Ich bemühe mich, unsinniges Risiko zu vermeiden.

    Freut mich, daß für Dich die Farbe zweitrangig iist.
    Ich bin oft auf großherzige Menschen gestoßen, aber leider nicht immer. Es iist trotz allem sehr schmerzhaft, wenn man niedergemacht wird aus chauvinistischen-rassistischen (nazi-) Gründen.
    dir drücke ich weiterhin die Daumen!

    Nur ist aber eben Dein Fall unabhängig von denen, die in Gebär-Zeugungsstreik sind. selbst wenn die ihre Kinder kriegen – auch das unabhängig von Dir…. rein von der Logik.

    Grüßle
    S.

  34. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..grübel..

    @ute

    da hast du sicher recht mit dem zeitlichen ablauf von ausbildung/beruf – trotzdem hat man an jedem punkt der "karriere" doch die möglichkeit zu sagen: auch wenns gerade nicht ganz so dolle passt, ich will mich jetzt vermehren. macht aber fast keiner. der preis ist die hohe wahrscheinlichkeit der "nicht-karriere", oder?

    das vermehrungs-optimale "wunschmännchen"… 🙂 … gibts das überhaupt ??

    liegt also unterm strich die heute vermehrt vorhandene "persönliche freiheit" der frau im relativen nicht-gebären ? wenn dem so wäre, dann fände ich es eine irgendwo bedauerliche entwicklung.

    sicher wurden mehr frauen mutter als ihnen lieb war…ich glaube das gilt für die männer eventuell auch 😉

  35. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    "trotzdem hat man an jedem punkt der “karriere” doch die möglichkeit zu sagen: auch wenns gerade nicht ganz so dolle passt, ich will mich jetzt vermehren. macht aber fast keiner. der preis ist die hohe wahrscheinlichkeit der “nicht-karriere”, oder?"

    Wenn man sich mit jedem X-Beliebigen vermehren wollte, hätte Dein Argument bestand. Klar war ich auch mit 24 schon fruchtbar, nicht erst mit 34. Aber mit 24 eben leider mit einem A….loch verlobt, den ich letzten Endes in den Wind geschossen habe und von dem ich im Leben nicht hätte abhängig sein wollen, finanziell.

    "Man könnte jederzeit" ist nur in der Theorie richtig. In der Realität müßte man entweder dumm wie Bohnenstroh oder aber sehr verzweifelt sein, wenn man sich dem Erstbesten an den Hals würfe, nur um endlich den Drang zur Vermehrung auszuleben. Mal ganz davon abgesehen, daß die Männer ja auch immer länger Kind spielen wollen, wie mir scheint…

    Ich muß auch ganz ehrlich sagen: Mein Kinderwunsch wurde erst dann zum echten Kinder_wunsch_, als ich den richtigen Partner traf. Bis dahin war meine Fruchtbarkeit nichts als biologisches Potential für mich.

  36. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ich denke, Freiheit schließt die entscheidung dagegen ein, sonst wäre es halt unfrei…

    und ich stimme Ute absolut zu. Es ist hochriskant, bei der derzeitigen Entwicklung der Rechtssprechung, mit einem unfähigen Vater Kinder zu haben. Noch ist die Idee mit dem gemeinsamen sorgerecht auf SCheidung beschränkt, aber warten wir es mal ab…
    und Besuchsrecht ist ja inzwischen Usus.

    Nun ist nicht jeder Mann wirklich potentiell gefährlich (Mütter sind für Kinder auch gefährlich), aber es ist einer Überlegung wert.
    rein statistisch ist Kindesmißhandlung zwar eine Dominante der Mütter (sie sind ja auch die ganze Zeit mit dem Kind zusammen), aber die gefährlichen Übergriffe mit schlimmen folgen sind statistisch Männersache…

    Aber mir ist das erste argument wichtiger. Scih dagegen entscheiden dürfen ist wichtig.
    Im KiWuMedi-Fall ist das ganz anders, Kinderwunsch ist ja vorhanden, nur die Umsetzung ist problematisch. Läßt sich nicht vergleichen.

  37. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    "iegt also unterm strich die heute vermehrt vorhandene “persönliche freiheit” der frau im relativen nicht-gebären ? wenn dem so wäre, dann fände ich es eine irgendwo bedauerliche entwicklung."

    Nein, das finde ich nicht. Die Freiheit liegt ja nicht im Nichtgebären, sondern in der Entscheidungsfreiheit, wie Suse schon sagt. Das ist ein Unterschied. Wenn eine Frau sich tatsächlich gegen Kinder entscheidet(!), dann ist das für sie der richtige Weg und für sie selbst mitnichten bedauerlich, meine ich. Gleiches gilt für die Frau, die sich eben doch dafür entscheidet. Solange es eine echte Entscheidung ist.

    Bedauerlich mag es für die Gesellschaft an sich sein, daß nicht mehr Kinder geboren werden. Oder auch für die einzelne Frau, daß sie sich ab einem gewissen Alter evtl. nicht mehr problemlos umentscheiden kann.

    Das ist eben der Preis: die Unvorhersehbarkeit, die man für die Entscheidungsfreiheit in Kauf nehmen muß. (Optimal für die Entscheidungsfindung wäre es ja, wenn jede Frau in die Zukunft sehen und wissen könnte, ob sie jenseits der 30 Empfängnisprobleme haben wird oder nicht.)

    Dennoch glaube ich, daß man als Frau besser dran ist, in jungen Jahren wählen zu können als von vornherein zu wissen, daß man quasi unausweichlich heiraten und Kinder bekommen wird.

  38. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Nachtrag: Die Entscheidungsfreiheit sorgt vielleicht für mehr ungewollt Kinderlose in späteren Lebensabschnitten. Die Umstände in den 50er bis 60er Jahren jedoch hat wohl auf der anderen Seite für mehr ungewollt Kinderreiche gesorgt.

    Aber immerhin hat man heutzutage als Frau (meistens) eine Wahl. Das ist es, was zählt, finde ich. Aber ich kann mir auch durchaus vorstellen, daß eine 40-jährige Kinderwunschpatientin sehnsüchtig die vermeintlich süßen Kinder Kirschen in Nachbars Garten betrachtet. Da liegt wohl das eigentliche Dilemma…

  39. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..weitergrübel..

    @suse.. 🙂 danke für die guten wünsche…wir haben das ja schon hinbekommen mit der vermehrung…lange anlaufzeit, aber immerhin…es hat geklappt.

    hmmm…generell, so ganz frei und unbelastet seh ich das mit der entscheidungsfreiheit aber nicht. meine erfahrung mit frauengesellschaten (arbeit und privat): frau tendiert dazu unausgesprochene normative werte zu kommunizieren 😉 .. wer die nichtteilt oder am "wertesystem" nicht mitbauen will, hat erstmal die a****karte gezogen.

    frauen die ihre karrierelinie durch- (ab-)brechen wg. kiwu oder wirklich schon mit 24 ein kind (von vielleicht sogar mr. right) haben wollen werden schräg angeguckt .. der intellekt wird angezweifelt und schlimmeres. und jetzt sagt bitte nicht, dass das nicht wenigstens ein bisschen richtig ist.
    ich will einfach nur, dass dieses dogma "ausbildung/karriere/kinderwunsch" und bitte in der reihenfolge vielleicht den frauen insgesamt zu liebe etwas offener gehandhabt wird…sonst ist es mit der freiheit nämlich auch wieder nix.

  40. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ich fürchte, mit Bitten ist da nicht viel erreicht…. leider…
    alles, was bisher an errungenschaften durchgesetzt wurde, wurde nicht geschenkt, sondern erkämpft.
    so gesehen bauen wir immer auf den Errungenschaften unserer Großmütter, Mütter und großen schwestern auf 😉

    Daß es Frauen sehr schwer gemacht wird, falls sie sich fürs Kind entscheiden (und ihnen was vorgeworfen wird, falls dagegen), sehe ich auch so.

    ich könnte Dir ja jetzt erzählen, daß ich damals mit 2 kleinen Kindern studiert hab, in ddR. kam nach den semesterferien mit 2 Kindern an (für eines hatten sie ja durchaus Verständnis 😉 )
    Ich will nicht behaupten, daß es kinderleicht war. Aber mit einer Kinderkrippe, die von 7 bis 17 Uhr geöffnet hatte (allerdings hatte ich das Problem des Samstags-unterrichts, und das war mein privates Problem, nix ist vollkommen….) und Krippenbeitrag von 2,80 (Ost) pro Tag und Kind, nämlich Essengeld (sonst nix, und ich hatte immer irgendwie das Gefühl, daß das normal sein muß…) war das schon anders, als das, was ich mit 2 Schulkindern und einem Universitätsstudium zu bewältigen hatte.
    (noch mal studiern, weil jahralang arbeitslos keine Alternative, und mein ddR-Fachschulstudium plötzlich GAR Nichts- naja, bissl was, ein "Berufsabitur" – war)

    Nun ja, Kinder sind selbständig, Prüfungen stehen an, und offensichtlich klappts mit nochmal nachwuchs nicht. tja, so iss das Leben…

    Aber mehr für Kinder UND Mütter (wahlweise aktive Väter, auch recht) muß getan werden. Hier in Frankreich ist ja auch nicht das Paradies, aber ecole maternelle ist schon ne tolle einrichtung, für die Kleinen UND für die eltern.

    die Ressourcen wären sicher vorhanden. Daß man nicht will, ist ne politische entscheidung und basiert auf Ideologie.
    ich fürchte, für unsere töchter (ich hätte gern noch ne tochter) und enkelinnen haben wir noch viel zu tun!

  41. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ach so, das Wertesystem, nun ja, das ist ja keine per se weibliche erfindung (mehr selbstbewußtsein, sag ich da nur), allerdings ist es wahr – der schlimmste Feind des wilden elefanten ist der zahme Elefant. Ohne den kriegte man den wilden elefanten nicht kleingemacht…

    das ist Minderheitenverhalten. Minderheiten, die unter einem ungewissen Status leben, neigen leider zu häßlichen Verhaltensweisen. Das ist bekannt, und dagegen hilft mE offensives Verhalten – wenn man es sich leisten kann (kann man nicht immer, ich weiß, ich weiß)

  42. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    "ich will einfach nur, dass dieses dogma “ausbildung/karriere/kinderwunsch” und bitte in der reihenfolge vielleicht den frauen insgesamt zu liebe etwas offener gehandhabt wird"

    Auch das erscheint mir etwas idealisiert. Ich sehe es ja schon jetzt, in der Elternzeit, wie viel Wissen aus meinem Beruf mir langsam abhanden kommt, weil ich eben nicht mehr täglich drinstecke, in der Programmiererei. Dabei hatte ich noch das relative Glück, daß meine Kinder erstens recht spät in meinem Leben auftauchten (36. u. 37. Lebensjahr), zudem rasch aufeinander gefolgt sind und meine Ausfallzeit daher recht kurz sein wird. Aufgrunddessen finde ich es kein Wunder, daß Arbeitgeber Frauen schief ansehen, die erst studieren, dann oder währenddessen Kinder bekommen und iiiiiirgendwann später erst auf dem Arbeitsmarkt aufschlagen. Bis dahin ist doch das halbe Fachwissen futsch!

    Auch meine Tante (inzwischen um die 70 Jahre alt), erfolgreiche Ärztin mit vier Kindern, super Promotion damals (wenn auch beim umstrittenen Hackethal *g*) berichtet, daß sie zwar weiterpraktiziert hat, aber auf viele Fortbildungen der Kinder wegen verzichten mußte. Wäre das zu lange so gegangen, hätte sie ganz aufhören können und das Studium wäre für die Katz‘ gewesen.

    Bei mir ist jedenfalls Fakt, daß ich nun meine Elternzeit um eineinhalb Jahre kürzen und im Januar wieder in meinen Beruf einsteigen werde. Sonst kann ich ihn nämlich ganz vergessen, meinen Arbeitsplatz. Und ja, mir ist auch klar, daß ich in puncto Dienstreisen etc. auch nicht mehr so flexibel sein werde wie seinerzeit ohne meine beiden Kinder. Worüber mein Arbeitgeber auch nicht gerade begeistert ist. Mich mal eben für die Betreuung und Installation einer neuen Anwendung für zwei Wochen nach Wien schicken? Geht nicht mehr. Ende, aus, Mickeymaus.

  43. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Kinder beschränken nun mal die Möglichkeiten im Berufsleben. Es ist illusorisch zu glauben, daß all diese Einschränkungen durch die Gesellschaft (Geld, Betreuungsplätze, Krankenpflege etc.) gepuffert werden können. Spätestens bei der Bindung des Jahresurlaubs an die Schulferien fängt es an.

  44. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Vielleicht ist es ja auch ein Naturgesetz, dass Frauen in einer hoch technisierten Gesellschaft sich weniger Kinder wünschen. Dadurch, dass bei uns fast jedes Kind bis zum Erwachsenen durch kommt, braucht unsere Gesellschaft nicht mehr 10 Kinder und mehr pro Frau. Wie schnell wäre unsere Erde überbevölkert. Der Fortpflanzungsdrang wird durch die vielen Faktoren, die so täglich auf uns einwirken, gehemmt. Bei einigen Menschen ganz, bei anderen weniger. Genau deshalb stoßen wir, die dieses natürlich Gefühl, uns fortpflanzen zu wollen, noch haben, auf so viel Unverständnis.- Mal so eine Theorie.

    Noch mal zu dem Buch: "Das Glück vom Stillen". Das war wirklich klasse! Habe mich da auch als selbstbewußte Frau in keiner Weise unter gebuddelt gefühlt. Möglicherweise waren die Kritiken von Stillgegnern oder solchen, die´s eben nicht verstehen. Bei mir hat dieses Buch ausgelöst, dass ich mich endlich nicht mehr von meiner Umwelt habe beeinflussen lassen, die mir andauernd ins Ohr nölte, warum ich denn immer noch stille. Hatte gerade den Entschluß gefaßt (und das war eher aufgrund dieser ganzen Einwirkungen von außen), unseren Sohn mit 2 abzustillen. Nach dem Buch haben wir noch bis 3 weiter gemacht. Und das hat uns beiden gut getan.

  45. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..also ich versuche es jetzt mal mit viellll abstand zu sehen – man möge mir idealismus ruhig unterstellen – und stell mir vor ich wäre/ ihr wärt 92 🙂

    ..rente kann man da in der heutigen form wohl knicken.
    ..individuelle altersvorsorge (falls das unternehmen nicht beim börsenchrash im jahr 2035 pleite gemacht hat) ebenfalls
    .. die erbschaftssteuer ist bis dahin so bei 70% (auf alle erbschaften)
    ..reisen geht nicht mehr, weil die fossilen brennstoffe futsch sind – luxus für superreiche
    ..genauso wie der neue luxuspflegeroboter (wir kriegen das secondhand modell)

    …und für den potentiellen ausblick soll ich überstunden kloppen und mein kind (aus lauter berufsstress bin ich nur zu einem gekommen) fremdbetreuen lassen so schnell wie möglich ?!

    das sind ketzerische, nicht ganz ernst gemeinte thesen und perspektiven. ich frag mich nur manchmal allen ernstes: warum tut frau sich den ganzen stress an (karriere, etablierung der karriere, kind/-er, ggfs. angehörigenpflege, ggfs scheidung..was weiss ich noch alles)?

    ..schnöde selbstverwirklichung?..weil arbeiten so schöööön ist?..sich beweisen, dass der IQ bei 120+ liegt?..oder sich beweisen, dass man( öhm eigentlich frau) ein "ganzer kerl" ist..oder gar besser als ein kerl ist?..materialismus – mein haus, mein boot, mein auto?
    ..oder auch idealismus – tropenarzt, tsunamihelfer, greenpeaceaktivist?
    ..stetige lebensstandardserhöhung – golfen, jagen, rotary, luxusshoppen nach möglichkeit jedes we?
    ..erreichen wir so ein zivilisatorisch höheres niveau, die nächste ebene wie bei der playstation?

    warum? und warum diese raum- und aufmerksamkeit fordernden kleinen wesen deshalb nicht bekommen oder bekommen und frühbetreuen lassen?…ich verstehs nicht…vielleicht will ich es aber auch ganz einfach nicht verstehen 😉

    ich will es ja gar nicht rückwärts haben…und ich danke jeder einzelnen feministin für die bisher erreichten errungenschaften (ehrlich gemeint!)…ich frag mich nur wo die reise von "frau" hingeht? was geht "mehr" was kommt als nächstes zu erstrebendes…und welcher preis wird dafür gezahlt?

    @rebella: ja empfinde ich auch so – irgendwie ist frau (mann nicht so ganz) verdächtig, wenn sie den kiwu so in den vordergrund stellt (obwohl viele von uns hier nicht die lust, sondern die med. notwendigkeit zu der relativen dauerhaften fokusierung gezwungen hat). wirklich verstanden wird es selten. liegt glaube ich in der speziellen kiwu-situation daran, dass sehr viele "normalempfänger/-zeuger", glaube ich, eine gewaltige unterschwellige angst haben sich auch nur mit einer dysfunktionalität der "natürlichsten sache der welt" auseinanderzusetzen oder sich des themas anzunähern. auch nur ne theorie…suse weiß da sicher mehr zu 😉

  46. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    ".rente kann man da in der heutigen form wohl knicken."

    Eben deshalb braucht man doch um so mehr Ressourcen für die individuelle Vorsorge. Ich bin seit 13 Jahren berufstätig. Aber mein bisheriger Rentenanspruch ist ein Witz. Und durch Kindererziehung wird er bestimmt nicht weiter ansteigen. Im Gegenteil.

    Und eins ist klar: Versorgung und Pflege im Alter durch die Kinder funktioniert noch viel weniger als das Rentenkonzept des Staates. Würde ich auch gar nicht wollen. Ich habe meinen Kindern das Leben geschenkt, nicht geliehen. Eher schlucke ich eine Zyankalikapsel, als daß ich meinen Kindern in deren Haus jahrelang zur Last falle und deren sämtliche Zeit und Energie auffresse. Also muß ich für meinen Unterhalt und meine evtl. Pflege vorsorgen. Vorzugsweise durch Arbeit…

    Hinzu kommt: Durch den Erhalt meiner Arbeitskraft und meiner Qualifikation trage ich auch dazu bei, daß ich notfalls meine Kinder alleine versorgen kann. Für Arbeitsplatz, Leben und Liebe des Partners gibt’s schließlich keine Garantie. Es nutzt meinen Kindern herzlich wenig, wenn ich zwar rund um die Uhr für sie da bin, sie aber weder vernünftig kleiden noch verköstigen kann. Wie weit man mit Hartz IV kommt, ist ja hinlänglich bekannt.

    Daß mein Job mir nebenbei noch eine Menge Spaß macht, sei nur am Rande erwähnt.

  47. Elmar Breitbach
    Bona Dea schreibt

    Eine sehr interessante Diskussion. Aber hängt das Ganze nicht auch ein bisschen von der Art der erhaltenen Ausbildung zusammen? Die bisherige Diskussion scheint mir eher in Richtung gut ausgebildete Akademikerin zu gehen – die "normal" Ausgebildeten oder angelernten Kräfte kommen mir ein bisschen zu kurz.

  48. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    @Bona Dea: Da könntest Du recht haben. Liegt natürlich auch daran, daß Du hier relativ wenig angelernte Kräfte finden wirst. Eine interessante Diskussion zu genau dem Thema findet sich aber hier:

    http://www.hochzeits-forum.de/wbb2/hochzeit60077.html

  49. Elmar Breitbach
    Bona Dea schreibt

    Okay, angelernte Kräfte wird es hier wirklich nicht geben – ich hab die Diskussion aber auch nicht nur auf diese Plattform bezogen.

  50. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Na, das Diskussionsthema hat sich ja hier ein bisschen gewendet. 🙂

    Ich persönlich habe für mich so ´ne Mischform aus Materialismus, Idealismus, Selbstverwirklichung und Verantwortug gegenüber meinen Kindern gefunden. Es hält sich eben alles (bis auf den letzten Punkt)in einem begrenzten Rahmen. Und jeder Punkt hat auch irgendwie was mit den anderen zu tun. Ein paar Luxusgüter für einen angenehmen Lebensstandard, Engagement für bestimmte Gruppen (ohne Erwartung materieller Gegenleistung, aber schon mit dem Hintergrund einer Selbstverwirklichung), Selbstverwirklichung mittels Geldverdienen ist für die Zukunft auch mal wieder irgendwann geplant; die verantwortliche Erziehung meiner Kinder ist auch ´ne Art Selbstverwirklichung.
    Altersvorsorge im übersteigerten Sinn betreibe ich nicht. Ich lebe jetzt und möchte jetzt zufrieden sein. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Manch einer hat sein Leben lang für die Alterssicherung geschuftet und hat die Sonnenseiten des Lebens kaum wahr genommen. Kurz vor der Rente geben solche Leute nicht selten den Löffel ab.