Zellux: Neues Themenportal zur Stammzellforschung


Anlässlich oder zumindest zeitgleich mit der Diskussion um Stammzellenforschung, die durch das neue Gesetz in Großbritannien angestoßen wurde, wurde nun ein Themenportal zur Stammzellforschung eingerichtet, welches unter dem Namen „Zellux.net“ erreichbar ist.

Die Liste der an diesem Portal Beteiligten klingt recht illuster und heterogen:

Letztlich ist es aber ein lokales westfälisches Projekt, gefördert durch das Bundesministerium. Was nicht schlecht sein muss (kurze Wege), jedoch in der Presseerklärung etwas anders klingt:

[Das Portal wurde unter] Mitarbeit bedeutender Einrichtungen aus den Bereichen Kirche, Ethik, Didaktik und Medizin aufgebaut […].

Das Portal bezieht keine eindeutige Stellung und soll der allgemeinen Information zum Thema Stammzellenforschung dienen. Zielgruppe sind vor allem Schüler, was man vor allem an den Fragen erkennen kann, die für sie auf dem Portal gestellt und gleich beantwortet werden.

Dabei werden die unterschiedlichen Standpunkte relativ neutral gegeneinander abgewogen und begründet, jedoch ohne einen „richtigen Weg“ vorzugeben. Eine Diskussionsgrundlage eben. Wie man selbst dazu steht, kann man anhand eines Tests für sich selbst klären, indem man 10 Fragen beantwortet. Entsprechend wird man dann anschließend in verschiedenen Kategorien eingeteilt:

  • Verbots-Position: Sie vertreten die Position, dass verbrauchende Embryonenforschung oder die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen grundsätzlich moralisch verboten sind.
  • Ausnahmen-sind-möglich-Position: Sie vertreten die Position, dass verbrauchende Embryonen-Forschung oder auch die embryonale Stammzellforschung zwar grundsätzlich moralisch falsch sind. In ganz besonderen Fällen jedoch können Ausnahmen möglich sein.
  • Dilemma-Position: Sie möchten eine gemäßigte Position zur Frage der Embryonenforschung bzw. zur Stammzellforschung vertreten, die möglichst allen Ansprüchen gerecht wird.
  • Abwägungs-Position: Sie vertreten eine Position, der zufolge menschliche Embryonen zwar einen gewissen moralischen Schutz genießen, der aber nicht dem Schutz gleich kommt, der erwachsenen Menschen zukommt.
  • Alles-geht-Position: Sie vertreten eine Position, die Embryonen verbrauchende Forschung oder auch die Herstellung menschlicher embryonaler Stammzellen grundsätzlich zulässt.

Sehr gut finde ich persönlich die Videos, in denen Vertreter aus Politik, Religion und Wissenschaft zu verschiedenen Aspekten der Stammzellforschung Stellung nehmen.

Recht spannend auch diese Geschichte in den Lehrmaterialien: Wie hätten Sie entschieden?. Die Fragestellung ist sehr suggestiv ud erinnert mich ein wenig an meine mündliche Verhandlung zur Wehrdienstverweigerung (Sie sind Sanitäter auf einer Krankenstation und die Russen kommen. Sie haben zufällig ein Gewehr. Was machen Sie?) Übrigens: Die üblichen Brutschränke sind nicht transportabel…

[Update]Kathrin Zinkant äußert sich in ihrem Blog bei der Zeit „Diagnose Mensch“ ebenfalls zu der Webseite. Sie sieht eher eine latente Befürwortung der Stammzellforschung auf dieser Seite. Was zwar nachvollziehbar ist, wenn man die unterstützenden Institutionen so anschaut, aus meiner Sicht jedoch inhaltlich wenig nachvollziehbar ist. Mal abgesehen von der oben bereits erwähnten Gegenüberstellung „Rette ich eine verletzte Laborantin oder Embryonen„? Aber dazu muss man sagen, dass diese Geschichte ohnehin sehr abstrus ist. Aber es ist aus meiner Sicht ungerecht, wenn man diesen Lapsus überbewertet.


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Obama für Stammzellenforschung und Wissenschaft ohne Ideologie:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29883/1.html