Studie: Paare fühlen sich schlecht aufgeklärt

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Viele Paare mit unerfülltem Kinderwunsch fühlen sich in Deutschland nicht gründlich genug von den Reproduktionsmedizinern aufgeklärt. Das betrifft unter anderem emotionale Probleme. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Ethik der Ruhr-Uni Bochum. Die Forscher hatten 1590 Patienten, 230 Reproduktionsmediziner sowie 66 psychosoziale Berater befragt.

Via Deutsches Ärzteblatt, dort finden Sie weitere Infos.


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Kommentar

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17 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    KT schreibt

    Doc, das liegt bestimmt daran, dass nicht alle Ihre Seiten hier und das Forum kennen. Denn dann wüßten die Paare was alles so auf einen zukommen kann.
    Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle mal für Ihren unermüdlichen Einsatz danken. Vielen Dank für das was Sie hier ermöglicht/geleistet haben und immernoch leisten!

  2. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @KT: Nach meinem Verständnis geht es in der Studie darum, dass sich die Patienten von den BEHANDELNDEN Ärzten schlecht aufgeklärt fühlen.

    Auch wenn diese Seite tatsächlich sehr hilfreich ist, so kann sie natürlich nicht die Beratung und Aufklärung durch den behandelnden Arzt ersetzen. Auf der anderen Seite, ist die unzureichende Aufklärung natürlich vor allem dem chronischen Zeitmangel in unserem Gesundheitssystem geschuldet.

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Nun wollte KT nett sein und dem Buntspecht gefällt`s nicht 😉

    Schon richtig, es ging um die Aufklärung durch die behandelnden Ärzte.

  4. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Herr Breitbach: Natürlich ist Ihre Seite äußerst hilfreich, und jeder deutschsprachige Betroffene dürfte Ihnen dafür sehr dankbar sein. Diesbezüglich möchte ich mich KT ausdrücklich anschließen.

  5. Elmar Breitbach
    Hüpfpferd schreibt

    Ich kann das Ergebnis der Studie gut nachvollziehen, denke aber, dass die behandelnden Ärzte mit der emotionalen "Aufklärung" (allein das Wort passt da schon nicht, Beratung ginge schon eher) überfordert sind. Die psychische Belastung ist doch individuell sehr verschieden. Manche stecken das alles einfach so weg, andere haben die unteschiedlichsten Ängste. Ich fände es gut, wenn quasi als Standard bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung (mindestens bei IUI, IVF und ICSI) ein (idealerweise natürlich kassenfinanziertes) Gespräch mit einem darauf spezialisierten Psychologen angeboten würde, bei Bedarf auch mehrere.
    Ich hatte immer große Ängste die Kontrolle zu verlieren, hatte das Gefühl, dass die Behandlungen eine Eigendynamik entwickeln und ich in eine Art Sog gerate. Habe daher immer lange Pausen eingelegt, damit ich sicher war, dass ich nicht nur weitermachte, um das vorangegangene Misserfolgserlebnis zu verdrängen. Ich bin damit auf wenig Verständnis bei den Ärzten gestoßen, die (was ich verstehen kann) immer nur mein steigendes Alter und die sinkenden Erfolgschancen im Auge hatten. Sicher, vielleicht hätte es sonst für zwei Wunder gereicht (aber das eine macht uns nun auch schon ziemlich glücklich :-)).
    Mir hätte es damals helfen können, meine Situation mit einem Außenstehenden zu besprechen. Es hätte Ängste abbauen können und ich hätte vielleicht weniger lange Pausen gebraucht.

  6. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Hüpfpferd: Die emotionale Belastung ist die eine Seite. Wenn Du dem Link zum Ärzteblatt folgst, dann steht da aber, dass sich die Patienten z.B. auch hinsichtlich des Risikos von Mehrlingsschwangerschaften nicht hinreichend aufgeklärt fühlen. Und das ist ein Punkt, der aus meiner Sicht ganz klar in den Verantwortungsbereich des behandelnden Arztes fällt.

  7. Elmar Breitbach
    Monika Uszkoreit schreibt

    Menschen können, das ist belegt, sehr schlecht mit Wahrscheinlichkeiten umgehen. Das gilt auch für Patientenpaare und wir können das in unseren eigenen Beratungen immer wieder erkennen. Das Paar beim Erstgespräch ist absolut voller Hoffnung. Das ist auch gut, richtig und wichtig. NUR – das Paar sieht sich immer in der sog. Erfolgsgruppe, sei diese auch noch so klein. Wenn aber der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht, ist die Aufklärung lang vergessen, die mit Sicherheit erwähnten Wahrscheinlichkeiten auch – die negativen Aspekte wollte man nämlich schlicht nicht hören. Absolut menschlich!
    Die Studie ist bekannt, sie ist ja nicht etwa neu, sondern aufgewärmt – und nach wie vor schlecht. Mich wundert, dass in wissenschaftlichen Journalen doch immer wieder diese sozialwissenschaftlichen Mustopfartikel angenommen werden. Sie gehören da nicht hin, denn sie vermengen in unzulässiger Weise Äpfel und Birnen. Ich bin selbst Soziologin – weiß wovon ich spreche.

  8. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    ich frage mich gerade, wie ein 60 jähriger doc die 26jährige patientin mit wenig deutschkenntnissen EMOTIONAL aufklären soll… hm…..

    überhaupt, wer hat schon eine emotionale basis zu seinem/ihrem doc (ich schon…)

    und warum muss ausgerechnet der kiwudoc die frustrationstoleranz der menschheit bearbeiten? hm…..

    versagt da nicht jemand anderes, z. b. der partner?

  9. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Monika Uszkoreit: Das sehe ich grundsätzlich ebenso. Meine Erfahrung ist die, dass die Wahrnehmung der Aufklärungsgespräche oftmals sehrn selektiv ist. Mit anderen Worten: das was der Arzt sagt, wird interpretiert und zwar positiv überinterpretiert ("Mehrlinge, nicht Schwangerwerden betrifft uns nicht"). Dennoch ist an der Aussage, dass die Paare sich schlecht aufgeklärt fühlen, nichts Falsches. Die Schlussfolgerung, die Ärzte wären ausschließlich daran schuld ist hingegen in ihrer Pauschalität falsch.

  10. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Frau Uszkoreit und Herr Breitbach: Da möchte ich widersprechen. Meine Frau und ich sind beide in beratenden Berufen tätig, und auch wir kennen das von ihnen geschilderte Phänomen der selektiven Wahrnehmung. Die Schuld grundsätzlich bei den Mandanten zu suchen, halte ich jedoch nicht für den richtigen Ansatz. Nichtzuletzt besteht auch ein erheblicher Unterschied zwischen einem abstrakten Hinweis auf das Mehrlingsrisiko (im schlimmsten Fall auch noch rein schriftlich) und der konkreten Empfehlung, maximal einen oder zwei Embryonen transferieren zu lassen.

  11. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Ich bin auch nicht der Meinung, dass die "Die Schuld grundsätzlich bei den Mandanten zu suchen" ist. Ich jedoch auch nicht der Meinung, dass die Schuld grundsätzlich beim Berater liegt.

    Eine konkrete und risikobezogene Beratung zur Zahl der zu transferierenden Embryonen halte ich für selbstverständlich und es auch für monierenswert, wenn diese nicht erfolgt.

  12. Elmar Breitbach
    Wollschaf schreibt

    Gerade zum Thema Mehrlinge habe ich persönlich auch das Gefühl, dass die Ärzte selbst eine zwiespältige Haltung einnehmen. Ich wollte Mehrlinge immer vermeiden und habe mich daher schon bei einer Insemination mit mehr als einem Follikel nicht wohlgefühlt. Mir wurde dann eher bedeutet, dass ich die Chance, überhaupt schwanger zu werden, gnadenlos überschätzen würde, über Mehrlinge bräuchte ich mir quasi keine Gedanken zu machen. Ebenso hatte ich das Gefühl, mit meiner Überlegung, bei der ersten ICSI nur einen Blasto zurückzunehmen, absolut exotisch dazustehen. Man wird also als Patient nicht unbedingt überall ermutigt, auf das Thema Mehrlinge besonderes Augenmerk zu richten

  13. Elmar Breitbach
    Hüpfpferd schreibt

    Meine Erfahrung war auch eher andersrum: ICH war es die Angst hatte mit den Misserfolgen nicht umgehen zu können und, wie es in dem Artikel so schön heißt "die Kontrolle über die Behandlungssituation" zu verlieren. Die Ärzte haben gar nicht erst verstanden, wo mein Problem lag. Müssen sie ja vielleicht auch nicht. Aber ich fühlte mich immer irgendwie gedrängt und hatte das Gefühl bremsen zu müssen.
    Wenn man ja schon weiß (siehe Ärzteblatt) dass die "Fähigkeit der Patienten, selbstbestimmt über die Beendigung einer Behandlung mit geringer Erfolgsaussicht zu entscheiden" eingeschränkt ist, dann sollte man vielleicht über Möglichkeiten nachdenken, wie man diese Fähigkeit stärken kann. Mir haben lange Behandlungspausen (1 Jahr und länger) dabei geholfen, selbstbestimmt zu bleiben, vielleicht hätte mir ein Gespräch mit einem Berater (und der darf nicht gleichzeitig auch der behandelnde Arzt sein) schneller helfen können. Der Partner, weil das weiter oben gesagt wurde, ist da auch nicht der richtige Ansprechpartner, denn der hängt ja genauso mit drin.
    Es liegt ja nicht unbebdingt immer nur daran, dass die Paare nur die Erfolgsaussichten sehen und die Ohren vor den Fakten verschließen, sondern daran, dass ein Behandlungsversuch mit Misserfolg ein so niederschmetterndes, einschneidendes Erlebnis ist, dass man danach emotional so mitgenommen ist, sodass man nicht mehr normal denkt und nur noch raus aus diesem emotionalen Tief will (und sei es durch den nächsten Versuch, der einen wieder hoffen lässt).
    Was das Mehrlingsrisiko angeht, so wurde ich natürlich schon darauf hingewiesen, das es exisitiert ("aber in Ihrem Alter ist das eher unwahrscheinlich"), nicht oder kaum aufgeklärt wurde ich darüber was es denn bedeutet (Frühgeburtlichkeit mit möglichen Folgeschäden etc).

  14. Elmar Breitbach
    Ladypond schreibt

    Ich habe leider den Artikel erst heute gelesen, sonst hätte ich schon mal eher geschrieben, da die psychologische Beratung, bei einer Kinderwunschbehandlung, bzw. das Fehlen derer, genau das Thema ist, worüber ich immer wieder nachdenke, Studie hin oder her. Das, was Hüpfpferd schreibt, kann ich voll und ganz nachvollziehen, denn ich komme ebenfalls – auch nach Monaten Pause – nicht über die Negativs hinweg, möchte eigentlich die ganze Zeit darüber reden und brauche wirklich qualifizierte emotionale Unterstützung durch eine Fachperson (Freunde und Forum können da nur bedingt helfen). Natürlich ist es nicht die Aufgabe der Kiwu-Ärzte, diesen Part auch noch zu übernehmen, aber es gibt doch etliche Kliniken, die mit psychologischen Beratern zusammen arbeiten, sodass es möglich ist parallel zur medizinischen Behandlung auch psychologische Betreuung zu erhalten. Soweit ich informiert bin, ist dieses Modell auch sehr erfolgreich und müsste, denke ich, überall gang und gäbe sein.
    Außerdem habe ich, ganz ehrlich, das Gefühl, dass Hilfsangebote von außen, die es ja bei genauem Hinschauen – zumindest in meiner Gegend – doch gibt, nur gegenüber Patientinnen erwähnt werden, bei denen das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Meiner Meinung nach müsste diese Unterstützung präventiv vor dem ersten Versuch empfohlen werden, damit man auf solche herben Enttäuschungen vorbereitet wird und lernt – oder regelrecht erarbeitet – mit ihnen zu leben und umzugehen. Mein Mann und ich sind übrigens nie so naiv gewesen zu glauben, dass es sofort klappt. Trotzdem ist es schwierig die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Mit einem kurzen Hinweis beim Erstgespräch, dass es eine große eomotionale Belastung wird, wenn eine ICSI scheitert, ist es, wie ich finde, nicht getan. Das weiß man auch so.
    Außerdem, Doktor Breitbach, wäre es doch auch für Sie Ärzte eine Entlastung, wenn Sie dann weniger seelische Sanierungsfälle in Ihren Sprechstunden hocken hätten, oder??

  15. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Es könnte vielleicht helfen, wenn man den KiWu-Prozess von Anfang an als eine Kette von Versuchen darstellt. Also dass die kumulierte Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt durch ICSI nach 14 Versuchen 92% ist (das kam mal in einem Artikel hier in den News), das ist doch eine Aussage. Also nicht: Wir machen jetzt eine ICSI und hoffen, dass Sie ein Kind bekommen, sondern: Wir planen jetzt in den nächsten 3 Jahren mal 6 Versuche. Wenn es dann beim 1. Versuch klappt, kann man sich dann freuen und liegt nicht am Boden, wenn es nicht klappt. In Dänemark gibt es 3 Versuche als Paket, die einen ermäßigten Preis kosten. Da stellt man sich gleich drauf ein, dass es etwas dauert. Das ist doch irgendwie ehrlicher.

  16. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @raise: Neben der Erwähnung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit pro Zyklus (das ist halt eine bekannte Vergleichsgröße) gehört die kumulative Schwangerschaftsrate unbedingt zur Aufklärung, das stimmt.

  17. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich kenne dieses Phänomen aus den Foren. Verfolgt man da die Behandlungsgeschichte verschiedener Personen, hat man schnell im Hinterkopf, ob dieses Paar es schaffen wird oder nicht. Wenn da jemand schon viele Versuche hinter sich hat und zudem schn 43 Jahre alt ist, denke ich auch, das wird wohl nichts mehr. Dennoch scheue ich davor zurück, das dieser Frau so direkt zu schreiben, wenn sie von ihrer Hoffnung berichtet, es das nächste Mal zu schaffen. Und ich habe gewiss kein finanzielles Interesse daran, dass sie weiter macht. – Ich denke mir nur, es ist ihre Entscheidung, ob sie weiter macht. Manchmal berichte ich dann etwas über ihre Erfolgschancen nach dem D.I.R., um sicher zu gehen, dass sie die kennt. Trotzdem würde ich ihr nicht sagen: "Hör auf!" Das kann ich gar nicht. Denn das subjektive Empfinden, wann Schluss ist, ist bei jeder Frau anders.

    Der Arzt kann also auch immer nur über die noch bestehenden Chancen aufklären. Dass dies wohl nicht überall so ist, ist für mich gut vorstellbar. Das D.I.R. zeigt ja sehr schön, wie unterschiedlich die deutschen Kinderwunschzentren hinsichtlich ihrer Qualität sind.

    Mir gefällt die Studie, da sie darauf aufmerksam macht, dass es ziemlich viele Kinderwunschzentren gibt, die nicht gut genug aufklären. Schön, wenn man hier und da bestrebt ist, nun etwas zu verbessern.