Stellungnahmen zur PID in Deutschland


Zur Gesetzesinitiative der FDP zum Thema Präimplantationsdiagnostik noch einige Ergänzungen. Bei den Recherchen zum Thema stolpert man über viele verschiedene Meinungen zum Thema, die ich hier bewusst unkommentiert lassen werde, aber gerne aufliste:

  • Club of Life an alle Bundestagsabgeordneten: Widerstand gegen PID ist Pflicht! Auszug:

    Und warum sind wir offenbar unfähig zu erkennen, daß es hier um durchweg üble, eugenisch motivierte Praktiken und Ziele geht, wobei die betroffenen Eltern nur willkommener Vorwand sind, eine üble Ideologie gesellschaftlich zu „vermarkten“? – Und dies, obwohl es sich hierbei durchaus nicht um irgendein „Geheimwissen“ handelt?

  • Die folgende Argumentation gegen die PID ist weitaus weniger verquast und stammt vom Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin (Reprokult.de):

    PID ermöglicht erstmals, zwischen mehreren Embryonen zu unterscheiden und die/den ‚passenden‘ auszusuchen. Anders als bei der Pränataldiagnostik, – wo eine negative Auswahl stattfinden kann, – eröffnet die PID eine ganz neue Möglichkeit, die positive Auswahl von Embryonen.

  • Stellungnahme der Bundesärztekammer zur Präimplanationsdiagnostik
  • Entos-Projekt: Eine Initiative betroffener Eltern, die ohne PID keine lebensfähigen Kinder bekommen kann:

    Wir wollen weder Designer-Babies erzeugen noch Behinderte aus unserer Welt verbannen. Wir sind selbst genetisch behindert! Wir wollen aber den großen Schmerz über tote Embryonen im Mutterleib, schwere und schwerste Behinderungen und großes jahrelanges Leid unserer Kinderwunschpaare präventiv vermeiden helfen, wo es vermeidbar ist.

  • Auf „Christen-Heute“ wird die PID mit dem Wunsch nach Produkthaftung begründet:

    Die Nachfrage nach PID folgt einem selbstgeschaffenen Handlungszwang. Wer in unserer Geschäftswelt irgendein Produkt herstellt und verkauft, haftet dem Käufer gegenüber für die Qualität seiner Ware. Jeder Warenproduzent ist gut beraten, seinen Herstellungsprozess so zu optimieren, dass er „fehlerhafte“ Produkte möglichst früh aussondert. Das ist bei der Herstellung von Autos so, warum sollte es in der modernen Reproduktions- oder Fortpflanzungsmedizin anders sein?

  • Institut Mensch, Ethik, Wissenschaft:

    Oft wird der PID ein diskriminierender Charakter in Bezug auf Menschen mit Behinderungen zugesprochen. Es wäre allerdings zu weitgehend zu behaupten, die individuelle Entscheidung eines Paares für die PID sei eine Diskriminierung der Gruppe von Menschen mit Behinderungen. Was aber berechtigterweise als Diskriminierung verstanden werden kann, ist die gesellschaftliche Etablierung eines Verfahrens, dessen explizites Ziel es ist, die Existenz von kranken und behinderten Menschen zu vermeiden.

  • Die für Bioethik zuständige Sprecherin der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament mit einem poetischen Ansatz:

    Mit seiner Entscheidung für die Präimplantationsdiagnostik (PID) hat der Nationale Ethikrat Frauen jeder Würde beraubt. Er macht sie zu Gefäßen, die wunschgerechtes Leben austragen dürfen.

  • Die Entscheidung des Nationalen Ethikrates im Deutschen Ärzteblatt und im Original (als PDF-Datei)

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