Spermienspender in den USA: Späte Reue


Auf der Webseite des Schweizer Radio (DRS) erschien ein Bericht über einen Mann, der in den USA jahrelang Spermien spendete und nun einer der größten Kritiker der dortigen Gepflogenheiten ist:

«Die genaue Zahl der mit meinem Samen gezeugten Kindern ist mir nicht bekannt, da nicht exakt Buch geführt wurde. Ich schätze es sind zwischen 200 und 400 Kinder. Das ist ein beunruhigender Gedanke, nichts worüber ich mich freue.»

15 Jahre lang gab er sein Sperma ab – oft zweimal die Woche. Was mit dem Sperma geschah, interessierte ihn kaum. «Ich hatte die etwas selbstgefällige Vorstellung, dass alles bestens läuft und die Kinder grossartig sein müssten, dass sie meine Spenden immer wieder wollten. Ich hätte nie gedacht, dass sie keine Ahnung haben, was aus den Kindern wird.»

Als er vor zwei Jahren seine Spender-Unterlagen erhielt, erkannte er wie verantwortungslos sein Sperma verwendet wurde. «Hier in meiner Akte sehe ich, dass sie jede meiner Spende in sechs bis sieben Portionen aufteilten und verkauften. Die Zahl der Kinder, die ich gezeugt haben könnte ist also ein Vielfaches höher als angenommen.»

Nun macht er sich auf die Suche nach seinen Kindern, stösst dabei aber auf Ablehung seitens seiner Familie: «Ich ahnte nicht, dass es für Familie so aufwühlend sein würde. Es störte sie sehr. Fast als wären es uneheliche Kinder, als hätte ich meine Frau betrogen. Das hat mich wirklich erstaunt.»

Den ganzen Artikel finden Sie hier

Nachsatz: In Deutschland ist die Anzahl der Kinder, die ein einzelner Spender zeugen darf, limitiert.


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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    Nunja…, junge Männer mit wildem Vorleben ahnen oft auch nicht, wieviele Kinder sie zeugten… äh…

    Ich erkenne seine Seelenlage durchaus an, aber es ist so einseitig… er hat auch viele sehr glücklich gemacht, das scheint ihm aber nicht zu helfen..

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Nein, das ist vermutlich mehr sein als jemandes anderen Problem. Und auch eine US-amerikanische Spezialität, zumindest in dieem zahlenmäßigen Ausmaß. Komplett anonyme Spenden gibt es in Deutschland j z. B. nicht.

    Aber dass eben auch die Spender mit der HI Probleme haben können, ist zumindest mal ein interessanter Aspekt.

  3. Elmar Breitbach
    ausnahmefall schreibt

    Bin ich die einzige, die findet, daß der Typ einen am Keks hat? Was hat er denn erwartet? Selbst 15 Jahre lang nur 1x die Woche macht satte 780 Spenden! In diesen 15 Jahren hat er offenbar nicht ein einziges Mal gefragt was mit seinen Spenden passiert – und daß er die nicht NUR abgibt um Kohle zu kriegen dürfte ihm ja wohl bekannt gewesen sein. Jahrelang war es ihm egal und jetzt jammert er rum.

    Außerdem finde ich seine Suche den Kindern, die womöglich gar nichts von ihrer Entstehungsgeschichte wissen, und deren Familien gegenüber unfair, daß ihn jetzt auf einmal seine Neugier plagt. Von seiner eigenen Familie mal abgesehen…

  4. Elmar Breitbach
    Sylvie schreibt

    Also ich denke ähnlich wie Ausnahmefall. Wenn soviel Samenspenden gemacht hat (selbst wenn diese nicht aufgeteilt worden wären) sind das schon enorm viel. Klar können daruas enorm viele Kinder entstehen. Ich denke darüber sollte man sich Gedanken machen wenn man damit anfängt. Und da zählt bei mir nicht der Aspekt "ich war jung und brauchte das Geld". Ich denke mit sowas muss man dann leben. Und jetzt nach "seinen" Kindern zu suchen finde ich auch nicht richtig, denn das macht mit Sicherheit einige Familien kaputt wenn nicht sogar seine eigene. Wenn Kinder nach ihm suchen o.k. das wäre ja noch legitim aber seinen Weg kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin der Meinung damit hätte er rechnen müssen und auch fertig werden müssen.

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Sehe ich auch so, wie die ausnahmefall und Sylvie.

    Zudem überlege ich, ob das auch eine publicity-Aktion gegen Spermienspenden überhaupt sein soll.

    Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Und wie die Spenden möglicherweise aufgeteilt und verteilt werden, wer die Empfänger sein könnten und wie hoch die Erfolgsraten sind. Solche Fragen hätte er ja alles vorher klären können. Auch hätte er die Anzahl der Kinder selbst vertraglich limitieren können.