Mediziner erwägen Verstoß gegen Embryonenschutzgesetz


Es ging naturgemäß um Stammzellen und erst in zweiter Linie um das Embryonenschutzgesetz, als der Vorsitzende der Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, Hans-Rudolf Tinneberg deutsche Ärzte zum Rechtsbruch aufforderte

Er sagte am Donnerstag vor Journalisten in Berlin, unter Fachmedizinern gebe es eine wachsende Sympathie für den Gedanken, durch einen bewussten Verstoß gegen das Gesetz dessen Geltung gerichtlich überprüfen zu lassen. Er forderte eine Änderung des Gesetzes zum Embryonenschutz von 1990. Zugleich sollten damit die Vorgaben für die Stammzellforschung gelockert werden.

So könne ein Mediziner öffentlich erklären, die in Deutschland verbotene Präimplantationsdiagnostik (PID) angewendet zu haben, und diesen Konflikt dann juristisch klären lassen.

Der ganze Artikel im Ärzteblatt

Eine ähnliche Aufforderung, bewusst gegen geltende Gesetze zu verstoßen, hatte Prof. Geisthövel aus Freiburg vor zwei Jahren geäußert und auch eigene Pläne zur Umgehung der „Dreierregel“ angkündigt. CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe kündigte daraufhin sofort eine Anzeige gegen die erste Klinik an, die solche Pläne in die Tat umsetzt.


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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Die Umgehung der Dreierregel wird ja längst mit dem Mannheimer DVR Workshop concept umgesetzt, über das Prof. Geisthövel dort auch in seinem Vortrag gesprochen hat. Wir wissen es aus den Foren, dass einige Praxen das auch seit zwei Jahren in der Tat anwenden. Viele Teilnehmer des Kongresses waren allerdings sehr erstaunt daraüber, als Prof. Geisthövel offen sagte, dass etwa 30 Kliniken in Bayern und Baden Würtemberg nach diesem Konzept arbeiten.

    In Berlin hatte man vor zwei Jahren auch danach gearbeitet. Bis es dann die Berliner Ärztekammer verbot. … Auch dem Christentumsfanatiker Hubert Hüppe sollte das bekannt sein. Der hatte also längst hinreichend Chancen zu solchen Klagen. Offensichtlich ist aber eine solche Klage in Wirklichkeit gar nicht erwünscht. Könnte ja sein, dass das Gericht zugunsten der Repromedizin entscheidet. … Ich gehe davon aus, Hüppes Drohungen sind nur Einschüchterungsversuche.

    Die Anwender des o.g. Konzepts sind übrigens der Ansicht, dass sie keine Gesetzesübertretung begehen. Sie sind der Auffassung, dass sich das EschG so auslegen lässt, dass es mit ihrer Vorgehensweise vereinbar ist. Sie sind außerdem überzeugt davon, in keiner Weise unethisch zu handeln, arbeiten also guten Gewissens.

    Ich finde, alle Praxen in Deutschland sollten jetzt dem Mannheimer DVR Workshop concept folgen. So zu sagen geschlossen auftreten! Dann soll Hüppe mal überlegen, wen er noch verklagen will.

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt
  3. Elmar Breitbach
    Lectorix schreibt

    Änder mal die Linkbeschreibung zum Ärzteblatt, denn es ist nicht die Ärztezeitung… Ansonsten: ich warte geduldig und gespannt darauf, dass es endlich mal einer ausprobiert. Ich glaube, es ist der einzige Weg.

  4. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Änder mal die Linkbeschreibung zum Ärzteblatt, denn es ist nicht die Ärztezeitung

    Ja doch 🙂

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Lectorix, was heißt: "endlich mal einer ausprobiert"? Es wird ja bereits seit über zwei Jahren praktiziert. Eine Klage gibt es jedoch bisher nicht!